Pläne der US-Regierung Arbeitgeber sollen Trinkgelder einsammeln dürfen

Kellnerinnen und Barmänner gehören zu den am schlechtesten bezahlten Arbeitskräften in den USA. Trinkgelder sind ein wesentlicher Teil ihrer Einkünfte. Und genau darauf will die Regierung den Arbeitgebern Zugriff verschaffen.

US-Arbeitsminister Alexander Acosta
AP

US-Arbeitsminister Alexander Acosta


In den USA legen Kunden in Restaurants und Bars üblicherweise rund 20 Prozent des Rechnungsbetrages als Trinkgeld obendrauf. Und diese für deutsche Verhältnisse hohe Summe hat einen Grund: Die 3,2 Millionen US-Amerikaner, die als Kellner, Kellnerinnen oder Bartender arbeiten, zählen zu den am schlechtesten bezahlten Arbeitskräften des Landes: Trinkgelder stellen einen wesentlichen Teil ihrer Einkünfte dar.

Für den Umgang mit Trinkgeldern erwägt die Regierung von US-Präsident Donald Trump nach Angaben der "New York Times" nun eine neue Regelung. Demnach hat das Arbeitsministerium kürzlich einen Vorschlag vorgelegt, nach dem die Arbeitgeber die völlige Kontrolle über die Gelder erhalten könnten. Sie hätten dann das Recht, diese zu sammeln und zu benutzen, wofür sie es wollen - solange alle ihre Angestellten wenigstens den Mindestlohn beziehen.

Keine Verpflichtung für die Arbeitgeber

Der Mindestlohn liegt bei 7,25 Dollar (etwa 6,10 Euro) pro Stunde, in einigen Staaten und Städten höher. Der Stundenlohn von Servicekräften in Restaurants habe im vergangenen Jahr durchschnittlich bei 9,61 Dollar gelegen, berichtet die Zeitung. Ministeriumsbeamte argumentieren demnach, dass die mögliche neue Regel es Restaurantbetreibern erlauben würde, einen Teil der Trinkgelder Tellerwäschern oder auch Köchen zukommen zu lassen - ebenfalls besonders Geringverdienenden, die im Hintergrund arbeiten.

Aber die Zeitung weist darauf hin, dass der Vorschlag keine derartige Verpflichtung für die Arbeitgeber enthalte. Es stünde ihnen demnach auch frei, alles Geld zu behalten oder es für Verbesserungen ihres Restaurants auszugeben. Und davon, so wird dem Blatt zufolge argumentiert, würden die Arbeitnehmer ja auch potenziell profitieren. Außerdem würde es der US-Wirtschaft dienen.

abl/dpa



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