Konjunktur US-Arbeitslosenquote auf niedrigstem Stand seit 2008

Der US-Arbeitsmarkt erholt sich weiter: Im Januar sank die Arbeitslosenquote auf 4,9 Prozent. Gute Nachrichten gibt es auch bei der Lohnentwicklung.

Arbeiterinnen in New Jersey: 151.000 neue Jobs im Januar
REUTERS

Arbeiterinnen in New Jersey: 151.000 neue Jobs im Januar


Die US-Arbeitslosenquote ist im Januar unter fünf Prozent gefallen. Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums sank sie um 0,1 Punkte auf 4,9 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit Februar 2008. Viele Ökonomen beschreiben eine Arbeitslosenquote von fünf Prozent als Vollbeschäftigung.

Allerdings entstanden im Januar weniger neue Arbeitsplätze erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft kamen 151.000 Stellen hinzu, erwartet worden war ein Zuwachs von etwa 190.000 Jobs. In den vorausgegangenen beiden Monaten waren in den USA durchschnittlich 271.000 Jobs pro Monat entstanden.

Das nun weniger Stellen entstanden sind, wurde von Analysten im "Wall Street Journal" auf das spät einsetzende Winterwetter und dessen Auswirkungen auf mehrere Branchen zurückgeführt. Außerdem seien vor Weihnachten besonders viele Paketboten und Kuriere auf begrenzte Zeit eingestellt worden.

Positive Nachrichten gab es von der Lohnentwicklung. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen Im Januar im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Prozent und zum Vorjahr um 2,5 Prozent. Der monatliche Zuwachs war der stärkste seit einem Jahr. Die steigenden Löhne könnten die bislang schwache Gesamtinflation etwas anheben. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit erhöhte sich von 34,5 Stunden im Vormonat auf 34,6 Stunden, dadurch haben Angestellte mehr Geld in der Tasche.

Die Anleger an der Wall Street reagierten verunsichert auf die Zahlen. Sie fürchten, dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit und der überraschend deutliche Anstieg der Stundenlöhne den Befürwortern einer Zinserhöhung gelegen kommt. Der US-Leitindex Dow Jones Chart zeigen fiel um 0,93 Prozent auf 16.263,21 Punkte. An den beiden Handelstagen zuvor hatte er sich noch von seinem Kursrutsch zu Jahresbeginn erholt.

brk/dpa

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 30 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
johannesbueckler 05.02.2016
1. Labor Force Participation
Vielleicht recherchiert der Autor mal diesen wesentlich wichtigeren Parameter. Der Prozentsatz ist so niedrig wie nie mehr seit Jimmy Carter (nach WW2). Obama Propaganda übersetzen macht noch keinen Wirtschaftsjournalisten :-))
gandhiforever 05.02.2016
2. Das sind
Das sind alles Entwicklungen, die eigentlich es einem Kandidaten der Republikaner erschweren sollten, Nachfo0lger von Obama zu werden. Doch die Vertreter der Reaktion sind sehr geschickt darin, den Glauben (immer dieser Glaube) zu erwecken, sie verstuenden mehr von Wirtschaft. Im Wahlkampf werden sie die Wirtschaft nur dort entdecken, wenn sie Arbeitsplaetze in Gefahr (durch Demokraten) sehen. Ansonsten wird Bengasi oder die Bibel zum Mittelpunkt.
spiegelleserx 05.02.2016
3. Auch da ....
sind viele neue Jobs im Niedriglohnsektor entstanden. Die US Arbeitnehmer haben zu den gleichen Problemen wie hier in Deutschland (Reallohnverlust, kaum Vermögensbildung etc) noch das große Problem, das dadurch kaum jemand wie sonst üblich sich für das Alter absichern kann. Auch die Amerikaner sind sehr Unzufrieden darüber, das Arbeit mittlerweile ein Armutsrisiko ist.Aber vielleicht es so wie hier in Deutschland.....wenn es jemand merkt, ist es zu spät!
michael_1976 05.02.2016
4.
Die höchste Zeit einen Republikaner zu wählen. Ein paar Kriege und schon liegt die Arbeitslosenquote bei 10%.
Beat Adler 05.02.2016
5.
Zitat von spiegelleserxsind viele neue Jobs im Niedriglohnsektor entstanden. Die US Arbeitnehmer haben zu den gleichen Problemen wie hier in Deutschland (Reallohnverlust, kaum Vermögensbildung etc) noch das große Problem, das dadurch kaum jemand wie sonst üblich sich für das Alter absichern kann. Auch die Amerikaner sind sehr Unzufrieden darüber, das Arbeit mittlerweile ein Armutsrisiko ist.Aber vielleicht es so wie hier in Deutschland.....wenn es jemand merkt, ist es zu spät!
Die Loehne in den USA steigen. Steht im SPON Artikel, passt aber offenbar nicht ins vorgefasste Bild. mfG Beat
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.