Krisenszenario 31 Banken bestehen US-Stresstest - vorerst

Die in den USA tätigen Großbanken haben offiziell genügend Kapitalpuffer, um eine neue Krise zu überstehen. Alle 31 Institute bestanden den ersten Teil des Stresstests. Im zweiten Teil könnte es vor allem für die Deutsche Bank eng werden.

New Yorker Finanzdistrikt: Krisenfeste Banken
REUTERS

New Yorker Finanzdistrikt: Krisenfeste Banken


Washington - Die US-Notenbank Fed sieht die größten Geldhäuser in Amerika krisenfester aufgestellt. Alle 31 Großbanken bestanden den ersten Teil des jährlichen Stresstests der Finanzaufseher. Auch die US-Tochter der Deutschen Bank nahm erstmals an der Prüfung teil, bei der die Fed untersucht, wie robust sich die Finanzkonzerne in simulierten Krisenszenarien behaupten würden.

Die Notenbank prüft die Kapitalausstattung, um sicherzustellen, dass die Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte nicht abrupt ins Stocken gerät. Die Fed geht davon aus, dass die getesteten Banken - US-Branchenriesen wie Citigroup Chart zeigen, JP Morgan, Goldman Sachs Chart zeigen oder Wells Fargo Chart zeigen, aber auch Töchter internationaler Institute - in extremen Krisen erhebliche Verluste erleiden. Im schlimmsten Fall würden insgesamt 340 Milliarden Dollar eingebüßt.

Dennoch wären die Kapitalpolster nach Einschätzung der Notenbank dick genug, um die Banken vor Pleitegefahr sowie das Finanzsystem vor Crash-Risiken zu bewahren. Die Fed legt ein Szenario zugrunde, bei dem es zu einer tiefen Rezession und einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf über zehn Prozent kommt. Notenbank-Gouverneur Daniel Tarullo zeigte sich mit den Ergebnissen zufrieden: "Höhere Kapitalquoten der großen Banken erhöhen die Resistenz unseres Finanzsystems."

Die Notenbank hatte den Stresstest 2009 eingeführt, nachdem das Finanzsystem in der Krise zuvor beinahe kollabiert wäre.

Der zweite Teil des Tests soll in der kommenden Woche veröffentlicht werden. Dabei geht es unter anderem um die Beurteilung des Risikomanagements der Banken. Als Durchfallkandidat gilt dabei die US-Tochter der Deutschen Bank Chart zeigen.

Das Institut ist in den USA bereits mehrmals ermahnt worden. Die Aufseher monierten vor allem Schlampereien im Berichtswesen. Es geht dabei um formale Fehler wie unvollständige Unterlagen, aber nicht um Tricksereien. Dennoch sei es wahrscheinlich, dass die Bank dort durchfalle und nachbessern müsse, berichten das "Wall Street Journal" und die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider. Auch die US-Tochter der spanischen Bank Santander Chart zeigen könnte beim zweiten Teil des Tests durchfallen. Sowohl die Deutsche Bank als auch Santander wollten sich nicht über Spekulationen zu einem möglichen Scheitern äußern.

Für die Deutsche Bank sind die USA einer der wichtigsten Märkte. Hier sitzen die Wall-Street-Größen, die Deutschlands führendes Geldhaus vor allem im Investmentbanking angreifen will.

stk/dpa/Reuters

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