Trumps Reformpläne Der halben US-Bevölkerung droht Steuererhöhung

Donald Trump will bis Weihnachten seine große Steuerreform durchsetzen. Er verspricht, die Bürger zu entlasten. Tatsächlich drohen der Hälfte der Bevölkerung höhere Abgaben, warnen unabhängige Analysten.

Donald Trump
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Die von US-Präsident Donald Trump angestrebte Steuerreform könnte dazu führen, dass die Hälfte der US-Bevölkerung im Jahr 2027 mehr Abgaben zahlen müssen als im laufenden Jahr. Das geht aus einer Analyse hervor, die unabhängige Experten veröffentlicht haben.

Laut der Untersuchung des Tax Policy Centers würden im Jahr 2019 rund neun Prozent der Steuerzahler mehr Abgaben zahlen, 2027 seien es schon 50 Prozent. Hauptgrund sei, dass viele Erleichterungen in dem vom US-Senat verabschiedeten Reformvorschlag im Jahr 2026 auslaufen, heißt es in der Analyse.

Zudem würden Geringverdiener von der Reform kaum profitieren. Menschen mit einem Einkommen von bis zu 25.000 Dollar pro Jahr würden gerade einmal mit 0,3 Prozent entlastet. Bei Menschen mit einem Einkommen von mehr als 746.000 Dollar betrage die Entlastung dagegen 2,2 Prozent.

Die Kritik der Experten hat Gewicht. Das Tax Policy Center wurde 2002 von Steuerexperten mehrerer früherer US-Regierungen gegründet. Ihm gehören unter anderem Experten aus den Regierungen von Ronald Reagan, George H.W. Bush und Bill Clinton an. Heute ist das Tax Policy Center ein Gemeinschaftsunternehmen des liberalen Urban Institute und der Brookings Institution, einer bereits 1916 gegründeten Denkfabrik.

Trump ließ sich von der Kritik nicht beirren. Er teilte mit, er wolle die Reform noch vor Weihnachten auf den Weg bringen. "Wir werden den Amerikanern ein großartiges, großes, wunderschönes Weihnachtsgeschenk machen."

ssu/AP/Reuters

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insgesamt 49 Beiträge
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FinWir.de 21.11.2017
1. Trickle-Down-Effekt wurde bereits widerlegt
Dennoch scheint Trump es nicht sonderlich mit wissenschaftlichen Theorien und Belegen zu haben. Die Reduzierung progressiver Steuern auf hohe Einkommen und Vermögen führt nicht zu einer Belebung der Wirtschaft, sondern lässt die Kluft zwischen arm und reich auseindergehen. Bevor Reagan an die Macht kam, war der höchste Steuersatz in den USA bei über 70 Prozent und hat ein effektives Umverteilungssystem durch die Steuern erschaffen. Dennoch wuchsen die großen Vermögen stetig an, in etwa in dem Umfang der geringen Einkommen und Vemögen. Die Gesellschaft galt damals als gerecht und sozial.
dbeck90 21.11.2017
2. was ist dazwischen?
Also die unter 25k$ Jahreseinkommen werden mit 0,3 und die über 750k$ mit 2,2% entlastet. Dazwischen klafft eine riesige Lücke der meisten Amerikaner (Mittelschicht), die - warum auch immer - nicht erwähnt wird. Warum?
janne2109 21.11.2017
3. is
is doch ein Könner der Mann
wasistlosnix 21.11.2017
4. Mal sehen
ob das die Amerikaner in 3 Jahren abstrafen oder honorieren.
isi-dor 21.11.2017
5.
Wozu die Aufregung? Trump macht das, was er immer macht und was er angekündigt hat: Er schaufelt Geld von der armen Masse in die Taschen der Reichen und Superreichen. Sage doch bitte niemand, das wäre jetzt völlig überraschend und neu. Ich persönlich hoffe, dass vor allem Trump-Wähler so richtig tief in die Tasche langen müssen.
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