USA Trumps Wirtschaftsberater befürchtet Nullwachstum - wegen Shutdown

Der anhaltende Shutdown könnte sich negativ auf die Wirtschaft auswirken - sagt ein Berater des US-Präsidenten: Im ersten Quartal drohe Stagnation.

Kevin Hassett (Archivbild)
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Kevin Hassett (Archivbild)


Seit mehr als vier Wochen hält der teilweise Regierungsstillstand in den USA nun an - sollte er nicht bald gestoppt werden, bedroht er einem Berater von US-Präsident Donald Trump zufolge die Wirtschaft: Das Wachstum könne im ersten Quartal einbrechen, sagte Kevin Hassett dem Sender CNN. "Es könnte leicht eine Zahl nahe Null werden."

Wenn die Haushaltsblockade das gesamte Quartal anhalte, könne es in den ersten drei Monaten des Jahres zu einer Stagnation kommen, sagte Hassett. Bereits das zweite Quartal könne jedoch "enorm" werden, wenn der sogenannte Shutdown bis dahin ende. Auf das Gesamtjahr gesehen bleibe die Wirtschaft stark, so Hassett. Es werde weiter mit einem Wachstum von drei Prozent gerechnet.

Institutionen wie die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) befürchten jedoch spätestens im nächsten Jahr einen Rückgang beim Wachstum in den USA - unabhängig davon, ob der teilweise Regierungsstillstand anhält.

Tags zuvor hatte Hassett bereits beim Sender Fox Business gesagt, die Kosten für den Shutdown würden den Betrag von 5,7 Milliarden Dollar übersteigen, den Trump für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko fordert. Dies ist der Grund, warum es überhaupt zum Shutdown kam - die Demokraten in Senat und Abgeordnetenhaus wollen das Geld für den Mauerbau im Haushalt nicht freigeben.

In Umfragen sieht eine deutliche Mehrheit der Amerikaner die Position Trumps im Haushaltsstreit kritisch. 71 Prozent der Befragten waren in einer Erhebung des Senders CBS der Meinung, der Kampf Trumps um die Grenzmauer sei die Nachteile des teilweisen Regierungsstillstandes nicht wert.

kko/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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Cluedo 23.01.2019
1. Trump hat sich total verrannt ...
.... Trotz, mit dem er den quasi schon beschlossenen Haushalt blockiert, geht zu seinen eigenen Lasten. Das ist schon deswegen dumm, weil er keineswegs "ein Wahlversprechen umsetzt", wie Trump-Fans gerne fabulieren, sondern im Gegenteil ein Wahlversprechen bricht, das er zigfach gepredigt hat: das Versprechen, dass die Mauer nichts kosten, sondern von den Mexikanern bezahlt würde. Das alles fällt ihm auf die Füße, und die desaströsen Folgen des Shutdown für sein Land und die Menschen werden täglich deutlicher. Schon ist jeder denkbare demokratische Präsidentschaftsbewerber populärer als der jetzige Amtsinhaber. Die Republikaner sollten langsam ins Grübeln kommen.
aggro_aggro 23.01.2019
2. schöner Mist
Wenn der Shutdown teurer wird als die (vorläufigen) "lächerlichen 5 Milliarden" für Trumps sinnloses Betonmonument, dann könnten manche die Schuld bei den Demokraten suchen. Aber es führt kein Weg daran vorbei die Haltung zu wahren. Trump erpresst die Legislative, das ist nicht akzeptabel und darf kein Präzedenzfall sein. Die Abgeordeten hatten sich geeinigt, nur Trumps Unterschrift fehlt, er allein ist verantwortlich. Außerdem kostet die Mauer eher 50 Milliarden, die 5 Milliarden sind nur die Eintrittskarte zu noch mehr sinnlosen Ausgaben. Das darf nicht passieren.
wauz 23.01.2019
3.
Der nächste Schritt ist absehbar Wer innenpolitisch nicht mehr weiter kommt, macht Außenpolitik. Heißt: Krieg. Venezuela ist jetzt dran.
swandue 23.01.2019
4.
Eine Mauer ändert nichts daran, dass es in den USA Nachfrage gibt nach illegalen Arbeitern und Drogen. Und natürlich sind große Wohlstandsunterschiede immer ein Motor für Migration mit unerfreulichen Begleitumständen. Da gäbe es mehr als genug zu tun.
Kaiserstuhlwinzer 23.01.2019
5. Dieser "Herr" versucht sich als Diktator,
denn er mißachtet das Votum des Parlamentes. Seine Aufgabe ist, dem Wohl aller Bürger zu dienen und der Wille diser Bürger wir von seinen Vertretern - eben dem Parlament - artikuliert. Nur wenn jenes einen rechtswidrigen Beschluß fassenwürde, hätte er einen legitimen Grund, seine Unterschrift zu verweigern. Die Demokraten sollten diese Mißachtung des Parlaments zum Gegenstand der Diskussion machen Dagegen müssen auch die Rechten auf die Barrikaden gehen.
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