Reaktion auf Cyber-Attacken: USA drohen bei Hacker-Angriffen mit Handelskrieg

Die USA verschärfen ihren Kampf gegen Cyber-Angriffe: Staaten, die als Urheber von Hacker-Attacken auf amerikanische Einrichtungen gelten, sollen künftig mit Handelssanktionen belegt werden. Erst am Montag hatte eine US-Studie eine chinesische Militäreinheit stark belastet.

Washington - Die USA wollen Hacker-Angriffe auf Staats- und Unternehmensgeheimnisse künftig mit Handelssanktionen gegen Staaten bestrafen, die sie als Urheber der Cyber-Attacken ansehen. Die Regierung von US-Präsident Barack Obama will die neue Strategie bereits am Mittwoch vorstellen, berichtete die Nachrichtenagentur AP.

Die Drohung erfolgt nur kurz nach dem Bekanntwerden einer Studie der amerikanischen Sicherheitsfirma Mandiant am Montag, die in den USA großes Aufsehen erregt hat. Demnach steht eine chinesische Militäreinheit in Shanghai im Verdacht, Hacker-Angriffe gegen US-Einrichtungen und -Firmen ausgeführt zu haben. China hat die Vorwürfe postwendend abgestritten, ein Außenministeriumssprecher in Peking wies sie als haltlos zurück.

Das Weiße Haus will AP zufolge nun aber ganz allgemein eine Strategie gegen Cyber-Kriminalität einführen, die Strafen umfasst, darunter auch Handelsbeschränkungen als ersten von aggressiveren Schritten gegen Hacker-Angriffe.

Bereits seit Jahren Hinweise auf Hacker-Angriffe aus China

In der Mandiant-Studie heißt es, die Militäreinheit 61398 der Volksbefreiungsarmee in Shanghai stecke hinter insgesamt 141 großangelegten Hacking-Angriffen. Die Attacken hätten unter anderem auf militärische Unternehmen und Firmen mit Zugang zu Stromnetzen abgezielt. Ein Angriff galt einer Firma, die Zugriff auf rund 60 Prozent der Gas- und Ölpipelines in Nordamerika hat. Aber auch Datenbanken der US-Regierung seien Ziele der Hacker gewesen. Dabei seien umfangreiche Dokumente wie Baupläne, Gerichtsakten, Preislisten entwendet worden.

Bereits seit Jahren war aus dem Umfeld der US-Regierung immer wieder auf die Cyber-Angriffe aus China hingewiesen worden. Durch die Mandiant-Studie erhalten diese Vorwürfe nun eine breite Öffentlichkeit, was wiederum den Handlungsdruck auf die Regierung erhöht.

Dem Cyber-Sicherheitsexperten James Levis vom Center for Strategic and International Studies, einer Denkfabrik in Washington, zufolge habe die US-Regierung im vergangenen Jahr intensiv über Reaktionsmöglichkeiten auf die Angriffe aus China nachgedacht. Den Verantwortlichen sei zwar bewusst, dass die Chinesen ihre Angriffe nicht von einem Tag auf den anderen einstellen könnten. Dennoch werde die US-Regierung in diesem Jahr den Druck auf China erhöhen.

Hacker-Angriff auf Apple

Am Dienstag wurde bekannt, dass auch Apple Chart zeigen in den vergangenen Wochen Ziel eines Hacker-Angriffs wurde. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass irgendwelche Daten das Unternehmen verlassen hätten, teilte der Konzern mit. Nur eine geringe Anzahl von Computern von Mitarbeitern sei von Schadsoftware befallen gewesen.

Die Hacker hätten dasselbe Programm eingesetzt, mit dem im vergangenen Monat das Online-Netzwerk Facebook Chart zeigen ins Visier genommen wurde, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Personen. Auch Facebook hat nach Angaben vom Wochenende keine Anzeichen dafür, dass Nutzerdaten in Mitleidenschaft gezogen worden seien. In beiden Fällen diente eine zuvor nicht bekannte Schwachstelle in der Java-Software als Einfallstor. Apple will die Sicherheitslücke umgehend stopfen. Offen ist, wer hinter der Attacke steckt.

In den vergangenen Wochen hatten die "New York Times", die "Washington Post" und das "Wall Street Journal" über technisch ausgefeilte Hacker-Angriffe auf ihre Internetseiten und Computer berichtet. Die drei Zeitungen hatten China für die Angriffe verantwortlich gemacht. Sie vermuteten, die Angreifer hätten an Informationen über ihre China-Berichterstattung kommen wollen.

fdi/AP

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insgesamt 59 Beiträge
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1. .... und
sunspirit1 20.02.2013
was ist wenn die Amis andere Staaten ausspionieren? ... aber Gott sei Dank, dass die anständig sind ;-)
2. Wie in der großen Depression 1930
founder 20.02.2013
Ich empfehle das Studium dieses Wikipedia Artikels zur Weltwirtschaftskrise (http://de.wikipedia.org/wiki/Weltwirtschaftskrise) Damals führte die USA Schutzzölle ein und verschärfte so die weltweite Krise erheblich. Deflation, die große politische Gefahr. Nicht die Jahre der Hyperinflation 1918 bis 1923, sonder die Deflation in der Weltwirtschaftskrise hat Extremisten wie Hitler an die Macht gespült. Diese Aussagen der USA sind der Verusch sich einen Heiligenschein auzusetzen und den große Gerechten zu spielen, während man mit unverantwortlicher Schuldenmache Hauptteil der Krisenverursacher ist.
3. Handelssanktionen gegen Cyberkrieger...?
flyforcash 20.02.2013
Das wird interessant wenn sich die Amis selber boykottieren müssen.
4. ...
achim68 20.02.2013
lachhaft... Demnächst in den USA, ausgerechnet, also keine Mobiltelephone, Fernseher (hahaha), HiFi Anlagen, SatReceiver oder Mp3 Player mehr wegen Sanktionen gegen China? Wer verhindert die Massenselbstmorde? Ironie aus.
5. Handelskrieg mit China? Viel Spaß.
zerr-spiegel 20.02.2013
Zitat von sysopDie USA verschärfen ihren Kampf gegen Cyber-Angriffe: Staaten, die als Urheber von Hacker-Attacken auf amerikanische Einrichtungen gelten, sollen künftig mit Handelssanktionen belegt werden. Erst am Montag hatte eine US-Studie eine chinesische Militäreinheit stark belastet. USA drohen China wegen Cyber-Angriffen mit Sanktionen und Handelskrieg - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/usa-drohen-china-wegen-cyber-angriffen-mit-sanktionen-und-handelskrieg-a-884412.html)
Ah ja, Handelskrieg mit China. Wie wollen die das machen? Wird doch fast alles in China hergestellt. Oder fordert die USA wieder mal die EU zu Sanktionen gegen China auf und die dämlichen Politiker machen es, während die USA sich mit China erst recht dumm und dämlich verdient?
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potentiell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.