Drohender Handelskrieg USA stellen neue Bedingungen für Verzicht auf Strafzölle

Die US-Regierung ist womöglich bereit, die geplanten Strafzölle auf Alu und Stahl zu überdenken. Dafür verlangt sie von der EU aber Gegenleistungen, und die haben es in sich.

Züge bei Krupp Mannesmann in Duisburg
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Züge bei Krupp Mannesmann in Duisburg

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Vor neuen Gesprächen über die Beilegung des europäisch-amerikanischen Handelskonflikts haben die USA der EU-Kommission Bedingungen für einen Verzicht auf die geplanten Strafzölle für Stahl und Aluminium übermittelt. Bei einem Gespräch zwischen EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und dem US-Beauftragten Robert Lighthizer in Brüssel forderten die Amerikaner Zugeständnisse in der Stahl- und der Rüstungspolitik. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Heft 12/2018
Der Giftanschlag und der neue Kalte Krieg

Die EU müsse zusichern, dass aus dem Binnenmarkt auf Dauer nicht mehr Stahl in die USA verschifft werde als im Jahr 2017. Zudem habe Brüssel Maßnahmen gegen Dumpingstahl aus China zu ergreifen - und bei einer Reihe internationaler Handelsfragen mit den USA zu kooperieren. In der Verteidigungspolitik müssten die Europäer "Beweise" liefern, dass sie ihre Rüstungsanstrengungen steigern würden.

SPIEGEL ONLINE; Reuters

Mehrere EU-Länder unterstützen die Haltung der Bundesregierung, Verhandlungen den Vorrang vor Vergeltungsmaßnahmen zu geben. Bei einem informellen Treffen der Finanzminister vergangene Woche in Brüssel mahnten Vertreter Italiens, Polens und der baltischen Länder Zurückhaltung an.

EU-Ratspräsident Donald Tusk schlug vor, bei den anstehenden Treffen mit den USA Gespräche über ein transatlantisches Freihandelsabkommen zu beginnen. Es soll die Senkung von Zöllen auf beiden Seiten vorsehen.

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insgesamt 135 Beiträge
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Seite 1
DerQQ 16.03.2018
1. Trumps normale Verhandlungstaktik
Erst eine Drohkulisse aufbauen und dann bessere Deals für die USA herausschlagen. Bisher hat es in seinem Leben immer und in jedem Bereich so funktioniert und scheinbar funktioniert es auch wieder in der Politik. Die EU (wir) können uns nachher auf die Schulter klopfen und als Erfolg verbuchen, dass es doch keine Strafzölle gibt oder weniger und die USA hat in anderen Punkten Zugeständnisse bekommen.
sparrenburger 16.03.2018
2. Schwäche
Zurückhaltung und Gesprächsbereitschaft wird von der Trump-Regierung als Schwäche verstanden. Wer in seinem Team anderer Meinung ist wird entlassen. Die Regierung verhält sich nicht nach normalen internationalen Regeln.
keine-#-ahnung 16.03.2018
3. Geht doch ...
... einfach zu verhandeln, die "Bedingungen" sind überschaubar und machen realpolitischen Sinn. Für beide Seiten ...
andihh75 16.03.2018
4.
Außer der Sache mit der Aufrüstung kann ich an den Forderungen nichts anstößiges finden!Erhebt die EU nicht schon lange Zölle auf US Stahl,Alu etc?Heißt nur nicht Strafzoll,sondern Antidumping!Nur so etwas wird dem Leser mal wieder unterschlagen! Passt ja nicht ins Bild der ach so bösen Regierung Trump!Meine Meinung!
neowave 16.03.2018
5. Erpressung.
Erpressung nennt man sowas. Völlig sachfremde Themen, Aufrüstung, irgendwelche Kooperationen - was kommt morgen? Werft Euch in den Staub? Und, an der Linie Italien - Polen - der baltischen Länder, errodiert die Eu durch den Einfluss unserer Freunde aus Übersee. Seit langem. Nichts gegen Verhandlungen, im Gegenteil, aber die EU ist eben die EU, nicht der Vasal des Überseelandes.
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