Nach 17 Jahren USA heben Importverbot für EU-Rindfleisch teilweise auf

Erstmals nach 17 Jahren darf wieder Rindfleisch aus der EU in den USA verkauft werden. Zunächst wird ein entsprechendes Importverbot für irisches Fleisch aufgehoben. Bald sollen auch andere Länder wieder nach Amerika liefern.

Rindertransport in Norddeutschland (Archivbild): Erster Schritt nach 17 Jahren
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Rindertransport in Norddeutschland (Archivbild): Erster Schritt nach 17 Jahren


Brüssel - In den Neunzigerjahren verschreckte die Rinderseuche BSE die Verbraucher, im Januar 1998 verhängten die USA einen Importstopp gegen Rindfleisch aus der EU. Nun wird die Maßnahme schrittweise wieder aufgehoben - nach 17 Jahren. Zunächst werde Fleisch aus Irland wieder zugelassen, teilte die EU-Kommission am Montag mit.

Dies sei ein erster Schritt, um das unverhältnismäßige und ungerechtfertige Verbot aufzuheben, das infolge des BSE-Skandals in den Neunzigerjahren erlassen worden sei. So heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der EU-Kommissare für Gesundheit, Handel und Landwirtschaft. Es sei wünschenswert, wenn die USA zügig auch Genehmigungen für den Rest der EU aussprächen und die Importvorschriften wieder mit internationalen Standards vereinbarten.

Laut einem Sprecher der EU-Kommission war Irland vor dem Verbot der europäische Hauptexporteur von Rindfleisch in die USA. Irlands Agrarminister Simon Coveney sagte, die große irisch-amerikanische Community in den USA sei nun die wichtigste Zielgruppe für das Fleisch.

Bovine Spongiforme Enzephalopathie, kurz BSE oder umgangssprachlich Rinderwahn, hatte besonders Großbritannien in den Achtziger- und Neunzigerjahren zu schaffen gemacht. Es gab aber auch Fälle in Deutschland und anderen europäischen Ländern sowie in den USA. Die Krankheit wurde durch die Verfütterung von Tiermehl ausgelöst. Beim Menschen können die Erreger eine Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auslösen.

stk/Reuters/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
zauselfritz 05.01.2015
1. Na dann
...muss man jetzt auch US-Chlorhähnchen, gefälschte Wurstspezialitäten und überhaupt alles mögliche genmanipulierte Gedöns importieren, richtig? RICHTIG!?
cindy2009 05.01.2015
2. wen juckt es
Kein Amerikaner kauft Rindfleisch aus Zentral Europa, wenn das nicht speziell produziert wurde.
andihh75 05.01.2015
3.
Ein Schelm,der dahinter Böses vermutet...!? Ich dachte aber gleich als ich den Artikel gelesen habe, dass das auch ein kleines Leckerli sein könnte um den Europäern TTIP schmackhaft zu machen oder sogar ein Entgegenkommen welches durch TTIP sowieso nötig geworden wäre!
Katzebextra 05.01.2015
4.
Bovine Spongiforme Enzephalopathie ist nach wie vor ein Thema, nur spricht man nicht mehr darüber. Ich kenne Biologen, die Rindfleisch noch immer meiden. Richtig geklärt ist das Thema offensichtlich nicht. Auszug aus einem Interview mit Anne Balkema-Buschmann vom Friedrich-Loeffler-Institut: Die Epidemie sei erfolgreich bekämpft worden, sagt die Expertin. Die Frage sei nun, inwieweit diese umfangreichen Maßnahmen nötig sind, wo es ja kaum mehr BSE-Fälle gibt. „Man muss es im Blick behalten und kann nicht alle Maßnahmen gleichzeitig zurückfahren.“ Ist die Gefahr damit gebannt? Oder könnte es passieren, dass die Krankheit bei vielen Menschen erst jetzt, also viele Jahre später auftritt? Schließlich hat die Krankheit eine lange Inkubationszeit. „Ganz ausschließen kann man das nicht“, sagt Balkema-Buschmann. Bei einigen Menschen mit einer speziellen Mutation im Prion-Protein wurde nach ihrem Tod eine Infektion festgestellt, die aber nicht klinisch ausgebrochen war. Dass nun aber eine Epidemie ausbricht, hält die Expertin für sehr unwahrscheinlich.
sametime 05.01.2015
5. Transportwege verkürzen!
Welche Idiotie! Da wird Rindfleisch aus Südamerika nach Europa exportiert und Rindfleisch aus Europa nach Nordamerika. Was ich vor Ort produzieren kann, muss ich nicht importieren, das ist Energieverschwendung.
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