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Hitzerekord in USA: Extreme Dürre treibt Lebensmittelpreise in die Höhe

Die USA leiden unter einer historischen Dürre. Die Getreidepreise steigen, den Verbrauchern drohen höhere Kosten für Fleisch, Eier und Milchprodukte - vor allem für die Ärmsten eine schwere Belastung. Die Hitze im Land ist so groß, dass in manchen Bundesstaaten die Straßen schmelzen.

Dürre in den USA: Fleisch und Milchprodukte werden teurer Fotos
DPA

Washington - In den USA herrscht die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten. Laut Behörden erlebt die Wirtschaftsmacht gerade das heißeste Jahr seit Beginn der Messungen im Jahr 1895. Das teilte die US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA laut "New York Times" mit. Wegen der Hitze und der Dürre fallen die Ernten mager aus, der Zeitung zufolge sind bereits 88 Prozent der Maisernte betroffen.

Die Folge: In den vergangenen Wochen sind die Preise für Mais und Weizen deutlich gestiegen. Dadurch drohen den US-Konsumenten nun steigende Lebensmittelpreise. Die Behörden rechnen damit, dass sich Rindfleisch im kommenden Jahr um vier bis fünf Prozent verteuert. Auch Eier, Geflügel und Milchprodukte dürften deutlich kostspieliger werden. Grund sind die steigenden Futterpreise für das Vieh.

Analysten rechnen nicht damit, dass die steigenden Lebensmittelpreise für einen Einbruch der US-Wirtschaft sorgen. Amerikaner geben im Schnitt nur 13 Prozent ihres Haushaltseinkommens für Nahrung aus. Im Gegenzug dürften zudem die sinkenden Benzinpreise für Entlastung sorgen.

Dennoch dürften die Verbraucher die Folgen spüren - vor allem Geringverdiener und Arbeitslose. "Das ist ein weiterer Nackenschlag für Familien mit geringem Einkommen", sagte Chris G. Christopher von der Beratungsfirma IHS der "New York Times". Es gebe eine Menge Amerikaner, die sich von einem Gehaltsscheck zum anderen hangeln. Sie dürften unter den steigenden Lebensmittelpreisen am stärksten leiden.

Straßen schmelzen, Kraftwerke werden abgeschaltet

Die extreme Hitze mit Temperaturen deutlich über 100 Grad Fahrenheit (38 Grad Celsius) setzt auch der Infrastruktur des Landes zu. So schmelzen in Staaten im Nordosten und mittleren Westen Straßen, es bilden sich riesige Schlaglöcher, die ausgebessert werden müssen. In Texas musste ein Atomkraftwerk eine Sondergenehmigung einholen, weil das Wasser im Kühlbecken auf 39 Grad Celsius anstieg. Erlaubt sind eigentlich nur Temperaturen bis 38 Grad Celsius. Zwei Kraftwerke mussten abgeschaltet werden.

Angesichts der Dürre hat die US-Regierung zu Beginn der Woche bislang geschützte Flächen freigegeben. Die Farmer dürfen dort nun ihr Vieh grasen lassen und Heu machen. Landwirtschaftsminister Tom Vilsack sagte, Präsident Barack Obama und er fühlten sich verpflichtet, den Landwirten und ländlichen Gemeinschaften so schnell wie möglich zu helfen. Bei den geschützten Flächen handelt es sich etwa um Wasserschutzgebiete oder Feuchtgebiete. Die Ausnahmegenehmigungen gelten ab sofort.

Die Versicherungsunternehmen rief die Regierung zudem auf, den Farmern ihre Beiträge für Ernteausfallversicherungen für einen Monat zu erlassen. Im Gegenzug könnten die Versicherungen ihre Zahlungen an die Farmer um einen Monat verschieben. Den Zinssatz für Notkredite senkte die Regierung bereits kürzlich von 3,75 auf 2,25 Prozent ab. Wegen der Dürre sind bereits 29 der 50 US-Staaten zu Notstandsgebieten ausgerufen worden.

cte

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insgesamt 178 Beiträge
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1. -
magellan11 26.07.2012
Was ist denn heute los? Sonst heisst es doch immer "Spekulanten treiben Nahrungsmittelpreise hoch".
2. optional
christian0061 26.07.2012
komisch, ich dachte, es gäbe in den usa keinen klimawandel? und der liebe gott steht doch auch auf seiten der usa........und dennoch rutschen die von einer überschwemmung in die nächste dürre...komisch!
3. Ein bischen Trost
Bundeskanzler20XX 26.07.2012
Zitat von sysopDPADie USA leiden unter einer historischen Dürre. Die Getreidepreise steigen, den Verbrauchern drohen höhere Kosten für Fleisch, Eier und Milchprodukte - vor allem für die Ärmsten eine schwere Belastung. Die Hitze im Land ist so groß, dass in manchen Bundesstaaten die Straßen schmelzen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,846505,00.html
Wenn wir nicht Global so stark vernetzt wären, könnte man ja sagen: "Es trifft das richtige Land, aber auch wieder die falschen Menschen."
4. Amerikanische Logik...
Dirk Schmidt 26.07.2012
...ja ja, es gibt gar keine Klimaerwärmung! "Ich würde alles tun, was unseren Bauern hilft, ich falle jeden Tag auf die Knie und bete." so der Landwirtschaftsminister vor einigen Tagen im US-TV zur Hitzewelle, Waldbränden und Dürre. Wenn er alles tun will, dann soll er doch damit anfangen, die Kyoto-Abkommen zu unterzeichnen und einzuhalten - und sich dafür einzusetzen, langfristig einer weltweiten Klimaerwärmung entegenzuwirken! Vorher sind das alles nur leere Parolen.
5. Mehr Wasser verspritzen und Klimaanlagen aufstellen
johnbatz 26.07.2012
Mehr Wasser verspritzen und größere Klimaanlagen aufstellen. Wo ist das Problem?
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