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Krisenschutz: US-Notenbank Fed verlangt von Großbanken dickere Kapitalpolster

US-Notenbankchefin Janet Yellen: Verlangt zusätzliche Kapitalpuffer Zur Großansicht
AP/dpa

US-Notenbankchefin Janet Yellen: Verlangt zusätzliche Kapitalpuffer

Die US-Notenbank Federal Reserve verschärft ihre Kapitalregeln: Die acht größten Banken des Landes sollen künftig mehr Geld für Notfälle zur Seite legen.

Washington - Die USA ziehen rund sieben Jahre nach der Finanzkrise die Daumenschrauben für ihre Geldhäuser weiter an. Die Notenbank Fed legte am Dienstag ihre genauen Pläne vor, wie sie die Kapitalvorgaben für die acht größten Banken des Landes verschärfen wird. Die Institute, darunter Investmentbanken wie Goldman Sachs oder Morgan Stanley, sollen sich mit dickeren Kapitalpolstern für künftige Krisen wappnen.

Die neuen Regeln zielen vor allem auf die sogenannten systemrelevanten Akteure, die durch ihre starken Verflechtungen mit den restlichen Finanzmärkten im Krisenszenario zu einer Belastung für die ganze Wirtschaft werden können.

Wenn unter Investoren Panik ausbricht, werden sofort alle verfügbaren Mittel abgezogen. Damit der Finanzsektor dann nicht wieder mit Steuergeldern vor dem Infarkt bewahrt werden muss, sollen die Großbanken mehr Geld für Notfälle zur Seite legen: Die Kapitalquoten sollen um bis zu 4,5 Prozentpunkte angehoben werden. Die US-Institute müssen damit in Zukunft deutlich strengere Vorgaben erfüllen als nach internationalen Regeln vorgesehen ist.

Die härteren Regeln sollen erst ab 2019 voll gelten, der Fed zufolge erfüllen die meisten betroffenen Banken sie aber schon jetzt. Nach den schlechten Erfahrungen der letzten großen Finanzkrise, die 2008 im Kollaps der Wall-Street-Firma Lehman Brothers eskaliert war, wurde die Regulierung in den USA deutlich verschärft.

Erst vor wenigen Wochen hatten die US-Finanzaufseher von den Großbanken verlangt, künftig Rücklagen in der Form von sicheren Wertanlagen zu bilden, um im Krisenfall selbst auf finanzielle Engpässe reagieren zu können.

vet/dpa/Reuters

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1. US-Notenbankchefin Janet Yellen
Spiegelleserin57 10.12.2014
sieht die nächste Krise kommen wie viele Experten. Was tun denn die deutschen Banken? Muß am Ende doch der kleine Bürger mal wieder für den kommenden Crash aufkommen? Dass der Crash kommt scheint nach den Aufforderung wohl sicher, fragt sich nur nur wie der Zustand danach aussieht.
2. gefährliches unterfangen
dasdondel 10.12.2014
solange ständig neues Geld erzeugt wird (durch Zins und FED) werden die Banken auch ständig ihr Eigenkapital erhöhen müssen. Ich vermute mittlerweile wächst die Geldmenge schneller, als die Banken Eigenkapital erwirtschaften können. In dem Fall muss es zum Crash kommen. Was mir jedoch viel wichtiger erscheint, ist die Tatsache, dass dieses frische Eigenkapital, nicht aus dem Nichts entsteht. Es muss anderen - den Nicht-Banken - weggenommen werden. Das sind am Ende die Unternehmen, welche reale Güter produzieren. Die Banken werden also Zinsen für Unternehmens-Kredite erhöhen. In Folge werden Firmen pleite gehen.
3. FEDchefin Janet Yellen sieht die nächste Krise kommen
wibo2 10.12.2014
Die nächste Krise kommt, auch in der Eurozone, Eurosion als Zukunftsvision. Hier womöglich noch unangenehmer als in den USA. Das Euromonster hat ordentlich zugelegt und braucht immer mehr. Für die Regierung offenbar kein Problem. Ein deutscher Euro gleich jedem anderen Euro, ein Sprengsatz von Brisanz, der Europa zerreißen könnte. Man kann es kaum mehr fassen, welche organisierte Verantwortungs- und Skrupellosigkeit die bundesdeutsche Finazpolitik an den Tag legt. Zonenwirtschaft fast wie einst im Comecon, jedoch hatten dort die Länder ihre eigenen Währungen, die auf den Binnenmarkt beschränkt waren. Man spielt hierzulande wohl offenbar viele Szenarien durch, im Sinne von "wann-was-wie- wo und wem nutzt es?". Verschuldungsproblematiken, Entschuldungsszenarien via Währungsreform und Bail-In's, Goldbesitz- und Goldhandelsverbote, Goldablieferungspflicht, wir dürfen uns noch auf einiges gefasst machen. Ein wichtiger Baustein: die europäische Bankenunion, die Haftungsmasse wird ad hoc gerade mal so erhöht. Italien wurde abgestuft, Frankreich und Italien brauchen wohl bald sehr viel Hilfe vom EZB Drago. Merkel und Weidmann leisten verbal Widerstand, tun-so-als-ob, insgeheim jedoch dürfte ihnen das ganz recht sein. Zumal ja Merkel in Sachen Finanzen die Karre schon weit in den Schulden- und Haftungssumpf gefahren hat. Könnte bald dem deutschen Michel teuer zu stehen kommen. Die vielen kleinen Giftdosen der Euroschuldendroge werden dann ihre volle Wirkung zeigen.
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Die Aufgaben der Fed und der EZB
EZB
Der Auftrag der Europäischen Zentralbank (EZB) ist im EU-Vertrag festgelegt. Dort heißt es: "Das vorrangige Ziel der EZB ist es, die Preisstabilität zu gewährleisten." Zugleich soll die Notenbank die allgemeine Wirtschaftspolitik des Währungsraums unterstützen - allerdings nur soweit, falls hierdurch nicht das Ziel stabiler Preise beeinträchtigt wird. Durch diese Formulierung wird dem Ziel stabiler Preise Vorrang gegenüber weiteren Zielen eingeräumt.
Die EZB ist laut EU-Vertrag aber auch für die Stabilität des Finanzsystems mitverantwortlich. Eine Aufgabe, die gerade in Zeiten starker Turbulenzen an den Finanzmärkten besonders wichtig ist.
Fed
Die US-Notenbank Federal Reserve Banks ("Fed") sieht sich im Gegensatz zur EZB mehreren Aufgaben gegenübergestellt. Der "Federal Reserve Act" schreibt drei allgemeine Ziele vor: Demnach soll die Fed mit ihrer Geldpolitik sowohl eine "maximale Beschäftigung" als auch stabile Preise und langfristig moderate Zinsen gewährleisten. Ungeachtet der Tatsache, dass das Wachstumsziel in der Aufzählungsreihenfolge vor dem Ziel der Sicherung stabiler Preise rangiert, können sich aus diesem Zielkatalog Probleme ergeben. Wenn das Preisniveau in den USA anzieht und sich zugleich das Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten abschwächt, kommt es zum Dilemma: Zur Sicherung der Preisstabilität müsste die Notenbank eigentlich die Leitzinsen anheben, angesichts der Wachstumsschwäche wären hingegen Zinssenkungen angebracht.
In der Vergangenheit hat die Fed im Zweifel dem Wachstumsziel eine höhere Bedeutung beigemessen als dem Ziel stabiler Preise.


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