Erstmals seit 40 Jahren USA sind Deutschlands wichtigster Handelspartner

Adieu, la France, welcome America: Erstmals seit 40 Jahren ist Frankreich nicht mehr Deutschlands wichtigster Handelspartner. Stattdessen tauscht die Bundesrepublik die meisten Waren mit den USA aus.

Containerterminal in Bremerhaven
DPA

Containerterminal in Bremerhaven


Deutschland hat im vergangenen Jahr mit keinem anderen Land mehr Handel betrieben als mit den USA. Damit verdrängten die Vereinigten Staaten erstmals seit vier Jahrzehnten Frankreich von Platz eins der wichtigsten deutschen Handelspartner. 2015 seien Waren im Wert von 173,2 Milliarden Euro zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten ausgetauscht worden, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Frankreich summierte sich auf 170,1 Milliarden Euro.

Dass die USA beim Gesamthandel mit Deutschland so zulegten, dürfte zum einen an der robusten Konjunktur in den Vereinigten Staaten liegen, zum anderem am schwachen Euro, der Exporte günstiger macht. Auch den höchsten Exportüberschuss wies Deutschland mit den Vereinigten Staaten aus: Dorthin wurde für 54,6 Milliarden Euro mehr exportiert als importiert.

Auf Platz drei der wichtigsten deutschen Handelspartner kamen im vergangenen Jahr die Niederlande mit einem Warenverkehr im Wert von 167,6 Milliarden Euro. Auf Platz vier folgt China.

Frankreich war laut den Statistikern seit 1975 bei Exporten und Importen der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Und bereits seit 1961 war Frankreich der größte Empfänger von deutschen Ausfuhren. Auch hier wurde das Nachbarland im vergangenen Jahr von den USA überholt. Dass die USA Deutschlands wichtigster Exportkunde geworden sind, ging bereits Anfang Februar aus vorläufigen Zahlen hervor. Experten halten dies angesichts der höheren Wachstumsdynamik in den Vereinigten Staaten für einen langfristigen Trend.

Deutschland exportierte laut den Statistikern 2015 Güter im Wert von 113,9 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten. Nach Frankreich wurden Waren im Wert von 103 Milliarden Euro ausgeführt. Auf Platz drei der wichtigsten Abnehmerländer kam Großbritannien mit Nordirland (89,3 Milliarden Euro).

Aus China kamen die höchsten Importe, während nur vergleichsweise wenige Waren aus Deutschland nach China eingeführt wurden. Auf Platz zwei der wichtigsten deutschen Lieferländer lagen die Niederlande (88,1 Milliarden Euro), gefolgt von Frankreich (67 Milliarden Euro).

mmq/dpa/AFP/Reuters



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