US-Sanktionen gegen chinesischen Großkonzern Trump verkündet Einigung mit Handyhersteller ZTE

Wegen US-Sanktionen musste Chinas zweitgrößter Smartphonehersteller ZTE seinen Betrieb einstellen. Nun gibt es ein Abkommen, das dem Konzern wieder auf die Beine helfen soll. 

ZTE Smartphone
REUTERS

ZTE Smartphone


Die USA und China haben offenbar eine Übereinkunft getroffen, um dem chinesischen Technologiekonzern ZTE die Weiterführung seiner Geschäfte zu ermöglichen. Das berichteten zunächst verschiedene US-Medien unter Berufung auf informierte Kreise. Die Nachrichtenagentur Reuters benannte als Quelle einen Mitarbeiter des US-Kongresses.

Mittlerweile hat auch US-Präsident Donald Trump die Einigung bestätigt. Das Unternehmen könne weiterarbeiten, wenn es einer Strafzahlung von 1,3 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) und umfassenden Sicherheitsgarantien zustimme, verkündete Trump auf Twitter. ZTE soll demnach auch sein Management auswechseln und Teile aus den USA einkaufen.

Das US-Handelsministerium werde nach Erfüllung der Vorgaben das Gesetz aufheben, das es ZTE unmöglich gemacht hatte, amerikanische Produkte zu kaufen, hieß es.

Die USA haben Strafmaßnahmen gegen ZTE verhängt, weil das Unternehmen gegen die Iran- und Nordkorea-Sanktionen verstoßen haben soll. US-Zulieferern wie Qualcomm und Intel wurde deshalb für sieben Jahre verboten, Bauteile oder Software an ZTE zu verkaufen. Das Unternehmen musste daraufhin seinen Betrieb einstellen. Der chinesische Konzern hatte die Maßnahmen als inakzeptabel und existenzbedrohend kritisiert.

Zeichen der Entspannung im Handelsstreit?

Die USA und China bemühen sich derzeit um eine Beilegung ihres Handelsstreits. Am Dienstag kündigte Peking an, dass die Importzölle auf Autos bereits ab 1. Juli kräftig gesenkt werden. Außerdem ist China bereit, mehr Waren aus den USA zu importieren. Peking bestritt allerdings, dass es bereits eine festgelegte Summe gebe, um die das riesige Außenhandelsdefizit der USA mit China sinken soll. Es betrug im vergangenen Jahr nach Angaben der US-Regierung gut 375 Milliarden Dollar.

Am ersten Juni-Wochenende wird US-Handelsminister Wilbur Ross in Peking erwartet. Chinas Vize-Premier Liu He war vergangene Woche zu Gesprächen in Washington gewesen. Nach den Verhandlungen in Washington hatten beide Seiten am Pfingstwochenende erklärt, sie verzichteten vorerst auf gegenseitige Strafzölle. Die Arbeit an einem Rahmenabkommen gehe weiter.


Update 27. Mai: Diese Meldung wurde aktualisiert, um die Bestätigung der Einigung durch Donald Trump widerzuspiegeln.

gru/ans/Reuters/dpa/AFP



insgesamt 9 Beiträge
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Onkel Drops 25.05.2018
1. die waren schon nicht schlecht die Handys
mein zweites Smartphone war das Blade1( tot durch Absturz im Treppenhaus), dann das Blade3 und das läuft heute noch nach ca 6 Jahren mit dem original Akku. also an deren Qualität lags nie, ehr am Nutzer. nach fast 4 Jahren gibt mein derzeitiges langsam den Geist auf( auch nen dummes Chinaphone ). also wird es wieder was aus China gibt ja nicht nur huawei und zte. Samsung und Apple haben bei mir Hausverbot und ich mag keine uniformen Handys... warum zte nicht auf MTK chips gesetzt hat unverständlich, mein 8 Kerner rennt noch sogut wie der Akku ihn halt lässt. ich kann auf die qualcom snapdragons verzichten...
imlattig 25.05.2018
2. das wird ...
den usa noch zum nachteil gereichen. die volksrepublik china wird ihre eigenen chips entwickeln. da werden die usa in den mond schauen, wenn es so weit ist.
Benjowi 25.05.2018
3.
Zitat von imlattigden usa noch zum nachteil gereichen. die volksrepublik china wird ihre eigenen chips entwickeln. da werden die usa in den mond schauen, wenn es so weit ist.
Ja-so wird es kommen. Ist bisher auf anderen Gebieten immer so gelaufen. Ihren Superrechner haben sie auch ohne US-input hinbekommen.
w.diverso 25.05.2018
4. Was werden solche Aktionen
wie dieses Lieferverbot wohl für Folgen haben? Alle Firmen die wichtige Teile von amerikanischen Firmen kaufen werden in Zukunft noch mehr schauen, dass sie auch andere Lieferanten haben. China wird im eigenen Interesse versuchen noch mehr selber herzustellen. Auf lange Sicht war diese Entscheidung von Trump für Amerika sicher nicht von Vorteil. Aber es ist schön, dass er sich jetzt mehr um chinesische Arbeitsplätze sorgt als die seiner Landsleute. Was, da es in Amerika praktisch Vollbeschäftigung gibt, auch klüger ist. Die Forderung mehr Arbeitsplätze wieder in die USA zurückzuholen, ist ja soundso nur dummes Gerede mit dem er seiner Wählerschaft Honig ums Maul schmiert. Weil für mehr Arbeitsplätze würde Amerika viel mehr Einwanderer brauchen, was seinen verbohrten Wählern sicher nicht gut schmecken würde. Aber die Welt braucht voraussichtlich ja nurmehr etwas weniger als drei Jahre diesen Stumpfsinn aushalten. Dann kann der nächste Präsident den ganzen trumpschen Scherbenhaufen aufräumen, was sicher keine Kleinigkeit wird.
birdie 26.05.2018
5. Die nächste Niederlage für das Potusle ...
kündigt sich schon an. Denn die Chinesen werden jetzt unbegrenzte Mittel dafür einsetzen, um die benötigten Komponenten selbst auf technologischem Höchststand herstellen und weltweit vermarkten zu können. Denn das ist eine logische Konsequenz auf die Erpressungsversuche von Donald Duck aus Entenhausen.
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