Handelskrieg USA verhängen neue Strafzölle

US-Präsident Trump macht ernst mit "America First": Mit immer neuen Einfuhrzöllen will er die heimische Wirtschaft schützen. In China und Südkorea provoziert er damit heftigen Protest.

Solaranlage im US-Bundesstaat North Carolina (Archivbild)
DPA

Solaranlage im US-Bundesstaat North Carolina (Archivbild)


US-Präsident Donald Trump hat am Montag Einfuhrzölle auf Waschmaschinen und Solaranlagen verhängt. Mit der Entscheidung sollten "ernste Schäden" für heimische Hersteller wettgemacht werden, sagte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer.

Mit den Zöllen macht Trump ernst mit seiner "Amerika zuerst"-Politik, mit der er amerikanische Arbeiternehmer und Unternehmen vor Konkurrenz aus dem Ausland schützen will. Auf Waschmaschinen sind mit der Entscheidung zunächst Zölle in Höhe von 20 bis 50 Prozent fällig, auf Solarzellen und -modulen in Höhe von 30 Prozent. Die USA prüfen derzeit ebenfalls Schritte zum Schutz der heimischen US-Stahl- und Aluminiumindustrie.

In China und Südkorea, von wo viele der mit dem Zoll belegten Produkte stammen, löste die Ankündigung heftige Kritik aus. Das Handelsministerium in Peking teilte mit, die USA sorgten für weitere Erschütterungen des globalen Handels.

Südkorea will bei der Welthandelsorganisation (WTO) Beschwerde gegen die Strafzölle einlegen. Die Maßnahmen der USA seien "unfair", sagte Kim bei einem Treffen mit Industrievertretern.

Der US-Haushaltsgeräte-Hersteller Whirlpool zeigte sich erfreut über die Entscheidung. Die Aktien des Konzerns legten nachbörslich fast zwei Prozent zu. Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung erklärte hingegen, die Zölle sorgten allein dafür, dass auch die Verbraucher in den USA draufzahlen.

Auch für den Solarenergie-Sektor in den USA dürfte die Entscheidung einen Dämpfer bedeuten. Durch die Zölle und den Rückgang günstiger Importe dürften die geplanten Investitionen in Solaranlagen zurückgehen, sagten Experten.

ssu/dpa/Reuters



insgesamt 18 Beiträge
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M.Rabe 23.01.2018
1. Wettbewerbsverzerrung sollte ausgeglichen werden
Ich bin definitiv kein Anhänger von Trump, zu verachtend viele seiner Aussprüche, aber wie lange wollen wir zulassen, dass Firmen hierzulande ordnungsgemäss Ihre Abwässer reinigen / klären, Ihre Mitarbeiter anständig bezahlen, kurzum unsere Wertegesellschaft respektieren, während gleichzeitig die Geschäftemacher unsere Werte umgehen, indem sie 12 jährige unsere Kleidung machen lassen, Abwässer, Müll in die Welt spucken ? Wettbewerb ja, aber bitte fair für alle. Ich finde adäquate Ausgleichsabgaben, die solche Sünden kompensieren, sinnvoll und gerechtfertigt, egal ob es um Sozialstandards, Energiestandards oder andere Werte unserer Gesellschaft geht.
skr72 23.01.2018
2. Schon ja
aber das wird sicher nicht mit Amerika-First funktioniere. Der Schaden den die USA wg. des stabilen-roten-Knopf-Genies ist enorm. Zukünfige Regierungen werden da viel wieder in Ordnung bringen müssen, was der RTL2 Präsident für nix und wieder nix vergeigt.
neutralfanw 23.01.2018
3.
Donald hat von nichts eine Ahnung, aber redet wie ein Großer. Der kurzfristige Erfolg zählt. Humanität, Nachhaltigkeit und Seriösität zählen in der heutigen Gesellschaft nicht mehr. Das ist dumm und kurzsichtig. Die Anerkennung braucht man nur zu Lebzeiten. Das ist das, was DT will. Das ist ein angenehmes Leben auf Kosten der „Anderen“. Ich bin auch im Alter von DT, aber wenn alle Menschen in dem Alter nach diesem Motto gelebt hätten, könnte sich Trump heute noch nicht einmal legal eine Semmel erwerben.
brux 23.01.2018
4. @M.Rabe
Solarpaneele oder Waschmaschinen werden nicht von 12 jährigen Kindern gemacht. Die Amerikaner sind nicht konkurrenzfähig und spielen gerne nach eigenen Regeln. Bei der Billigkleidung gibt es keine Firmen, die in den USA produzieren. Deshalb juckt das die Amis nicht.
vonschnitzler 23.01.2018
5. Na dann man los :-)
Zitat von M.RabeIch bin definitiv kein Anhänger von Trump, zu verachtend viele seiner Aussprüche, aber wie lange wollen wir zulassen, dass Firmen hierzulande ordnungsgemäss Ihre Abwässer reinigen / klären, Ihre Mitarbeiter anständig bezahlen, kurzum unsere Wertegesellschaft respektieren, während gleichzeitig die Geschäftemacher unsere Werte umgehen, indem sie 12 jährige unsere Kleidung machen lassen, Abwässer, Müll in die Welt spucken ? Wettbewerb ja, aber bitte fair für alle. Ich finde adäquate Ausgleichsabgaben, die solche Sünden kompensieren, sinnvoll und gerechtfertigt, egal ob es um Sozialstandards, Energiestandards oder andere Werte unserer Gesellschaft geht.
Sie haben ja nicht ganz unrecht aber freuen Sie sich schonmal auf die Empörung Ihrer Mitmenschen wenn morgen alle H&M, KIK, Primark,... zumachen und ein einfaches T-Shirt 40€ und eine Hose 150€ kostet. Das Smartphone liegt dann 1500€, der normale Fernseher bei 2500€... ohne unsere Lohnsklaven in Asien können sich solche Sachen nur noch wenige leisten - auch wenn der Mindestlohn verdoppelt wird.
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