Wirtschaft


Versicherungsschutz: Chinesen boykottieren Tanker mit iranischem Öl

Amerika und Europa bekommen bei ihren Sanktionen gegen Iran unverhoffte Hilfe: Laut Nachrichtenagentur Reuters will ein großes, chinesisches Finanzunternehmen keine Tanker mehr gegen Schäden versichern, die iranisches Öl transportieren.

Iranischer Öltanker "Delvar": Neuer Ärger für TeheranZur Großansicht
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Iranischer Öltanker "Delvar": Neuer Ärger für Teheran

Hamburg - Es ist ein weiterer Rückschlag für Iran: Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters reagieren nun auch die Chinesen auf die Sanktionen der EU und USA gegen iranische Öllieferungen. Der China P&I Club werde künftig keine Tanker mehr gegen Schäden versichern, die Öl aus Iran transportieren, berichtet Reuters unter Berufung auf zwei Insider.

"Viele Schiffbesitzer wollen unserem Club beitreten und sich über ihn absichern", sagte ein Mitarbeiter des Clubs der Nachrichtenagentur. "Doch aufgrund der vielen Regularien aus den USA und Europa weiß ich: P&I wird dies nicht tun." Mitglieder des Clubs, die dennoch Schiffe absicherten, würden auf eigenes Risiko handeln. Eine offizielle Bestätigung gibt es zunächst nicht.

Die Zurückhaltung des Versicherers ist ein schlechtes Signal für die Regierung in Teheran. Sie schränkt die Transportmöglichkeiten für ihr Öl weiter ein. Ab Juli fallen ohnehin europäische Versicherer und Rückversicherer weg - sie dürfen aufgrund des Embargos keine Geschäfte mehr mit Schiffen machen, die Öl aus Iran transportieren. Europäische Firmen versichern einen Großteil aller Öltanker, die weltweit im Einsatz sind.

Investoren hatten die Hoffnung, dass unter anderem China P&I Club einspringt, wenn Europa ausfällt. Nun verschlechtern sich die Chancen dafür. China P&I Club ist einer der wenigen Branchenriesen neben den Europäern. Insgesamt versichert P&I mehr als 1000 Tanker, zu den Clubmitgliedern gehören große Schiffsfirmen wie Sinotrans und die COSCO Group. Der Kreis der möglichen Versicherer verengt sich dadurch erneut. Zuvor hatte schon ein großer japanischer Schiffsversicherer gesagt, er sei nur in der Lage, einen Bruchteil der iranischen Tanker abzudecken.

Die Versicherung eines Öltankers können sich nur wenige Firmen leisten. Es gibt in China noch einige weitere Versicherer - ob diese dem Beispiel des China P&I Club folgen, ist noch unklar.

Iran exportiert insgesamt rund 2,2 Millionen Barrel Öl pro Tag. China ist Irans größter Ölkunde. Andere Großabnehmer sind Indien, Japan und Südkorea.

Die Sanktionen gegen Iran sollen Ende Juni voll in Kraft treten. Die USA und andere westliche Staaten werfen Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Iran weist die Vorwürfe kategorisch zurück und betont den zivilen Charakter seines Atomprogramms.

ssu

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insgesamt 58 Beiträge
Dann fahren sie eben unversichert. Muss man aus jeder Mückenmeldung eine Schlagzeile machen?
Zitat von sysopAmerika und Europa bekommen bei ihren Sanktionen gegen Iran unverhoffte Hilfe: Laut Nachrichtenagentur Reuters will ein großes, chinesisches Finanzunternehmen keine Tanker mehr gegen Schäden versichern, die iranisches Öl transportieren.
Dann fahren sie eben unversichert. Muss man aus jeder Mückenmeldung eine Schlagzeile machen?
auweia 05.04.2012
- den Chinesen scheint das amerikanische Hemd der gefährdeten Exporteinnahmen näher als der iranische Rock der diskussionslosen Energieversorgung. Sie werden wissen, was sie tun...
Zitat von sysopAmerika und Europa bekommen bei ihren Sanktionen gegen Iran unverhoffte Hilfe: Laut Nachrichtenagentur Reuters will ein großes, chinesisches Finanzunternehmen keine Tanker mehr gegen Schäden versichern, die iranisches Öl transportieren. Versicherungsschutz: Chinesen boykottieren Tanker mit iranischem Öl - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,825869,00.html)
- den Chinesen scheint das amerikanische Hemd der gefährdeten Exporteinnahmen näher als der iranische Rock der diskussionslosen Energieversorgung. Sie werden wissen, was sie tun...
Moxxo 05.04.2012
Hm, in dem Fall dürfte das mehr pragmatische denn politische Ursachen haben - wer will schon eine Tankerflotte versichern, die in einem potenziellen Krieg mit hoher Wahrscheinlichkeit versenkt würde? (vgl. Iran-Irak-Krieg).
Hm, in dem Fall dürfte das mehr pragmatische denn politische Ursachen haben - wer will schon eine Tankerflotte versichern, die in einem potenziellen Krieg mit hoher Wahrscheinlichkeit versenkt würde? (vgl. Iran-Irak-Krieg).
wibo2 05.04.2012
Die Politik der iranischen politischen Führung widerspricht den jahrtausende alten bewährten Prinzipien des Taoismus und den Lehren des Konfuzius. Deshalb ahnt die chinesische Führung, dass die iranische Politik kein gutes [...]
Die Politik der iranischen politischen Führung widerspricht den jahrtausende alten bewährten Prinzipien des Taoismus und den Lehren des Konfuzius. Deshalb ahnt die chinesische Führung, dass die iranische Politik kein gutes Ende für den Iran haben wird. Die Iraner sollten langsam Vernunft annehmen und eine Deeskalation der gegenwärtigen Krise anstreben. Lernen, ohne zu denken, ist eitel; denken, ohne zu lernen, gefährlich. Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten. Konfuzius Chinesischer Philosoph
seppfrieder 05.04.2012
Es fragt sich nur wer dann fahren wird? Oder meinen sie ernsthaft das ein Reeder das Risiko auf sich nimmt und sein teures Schiff unversichert über die Meere schickt?
Zitat von Hoffentlich_ausgeglichenDann fahren sie eben unversichert. Muss man aus jeder Mückenmeldung eine Schlagzeile machen?
Es fragt sich nur wer dann fahren wird? Oder meinen sie ernsthaft das ein Reeder das Risiko auf sich nimmt und sein teures Schiff unversichert über die Meere schickt?
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  • Donnerstag, 05.04.2012 – 11:27 Uhr
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Fläche: 1.648.195 km²

Bevölkerung: 74,962 Mio.

Hauptstadt: Teheran

Staatsoberhaupt und Religionsführer:
Ajatollah Ali Chamenei

Staats- und Regierungschef:
Mahmud Ahmadinedschad

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Republik Iran
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AP
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Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.






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