Griechischer Finanzminister Varoufakis fordert Sozialprogramm für ganze Eurozone

Griechenlands Finanzminister Giannis Varoufakis hat einen neuen Vier-Punkte-Plan für die Eurozone vorgelegt. Nach Informationen des SPIEGEL schlägt er unter anderem ein eurozonenweites Sozialprogramm vor - mit Geld von den nationalen Notenbanken.

Griechenlands Finanzminister Varoufakis: Sozialprogramm aus Zinsgewinnen
AP/dpa

Griechenlands Finanzminister Varoufakis: Sozialprogramm aus Zinsgewinnen


Griechenlands neuer Finanzminister Giannis Varoufakis legt eine neue Version seines umfassenden Reformplans für die Europäische Währungsunion vor. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL unter Berufung auf das Manuskript eines Buches, das unter dem Titel "Bescheidener Vorschlag zur Lösung der Eurokrise" Ende Februar in Deutschland erscheinen soll.

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Darin formuliert Varoufakis gemeinsam mit zwei angelsächsischen Ökonomen einen Vier-Punkte-Plan zur Neuordnung der Währungsunion, der seiner Meinung nach keiner Vertragsveränderung bedarf und auf deutsche Vorbehalte Rücksicht nimmt. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

So schlägt er vor, dass der Rettungsschirm ESM künftig direkte Anteile an maroden Banken erwerben soll, wenn er deren Eigenkapital aufstockt. Eine Schlüsselrolle kommt in den Überlegungen auch der Europäischen Zentralbank (EZB) und den nationalen Notenbanken zu. Die EZB soll Teile der Verbindlichkeiten hoch verschuldeter Staaten übernehmen. Zudem könne sie Anleihen ausgeben, mit deren Mitteln ein Investitionsprogramm in Höhe von acht Prozent der Wirtschaftsleistung in der Eurozone finanziert werden soll.

Schließlich schlägt Varoufakis vor, ein eurozonenweites Sozialprogramm aufzulegen. Das Geld dafür sollen die nationalen Notenbanken bereitstellen. Varoufakis will sie dazu bringen, dass sie ihre Zinsgewinne aus Forderungen untereinander ausschütten.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 300 Beiträge
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Seite 1
bresson1 14.02.2015
1. nett
Zitat: "Varoufakis gemeinsam mit zwei angelsächsischen Ökonomen". Das ist nett. Der Eine möchte raus aus dem Euro (beziehungsweise möchte keine weiteren Euro-Hilfen erhalten) und die anderen Zwei kommen aus einem Land, das nicht in den Euro hinein will. Muss man das ernst nehmen?
zauselfritz 14.02.2015
2. Ein Grieche und zwei Angelsachsen
Wenn Angelsachsen Vorschläge unterbreiten, die nur die Eurozone betreffen, ist Vorsicht geboten. Wenn sich dann noch ein griechischer Finanzminister hinzugesellt, ist Gefahr im Verzug.
hotgorn 14.02.2015
3.
Wo er recht hat hat er recht.
jujo 14.02.2015
4. ...
Klar, würde ich an seiner Stelle auch vorschlagen, Ein Vorschlag aus der Schublade ihr gebt , wir Griechen nehmen!
Erythronium2 14.02.2015
5. falsche Prioritäten
Herr Varoufakis ist ja offensichtlich sehr kreativ mit Ideen, wie er mit geschenktem Geld anderer Staaten Griechenland finanzieren will. Er sollte seine Kreativität besser darauf verwenden, das Geld in Griechenland einzunehmen, das er ausgeben möchte. Das ist zwar unpopulär, aber da sollte es angesichts des Zustands des griechischen Steuersystems noch eine ganze Menge Luft geben. Sonst gibt es dort wahrscheinlich bald wieder Drachmen.
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