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Schuldenstreit: Varoufakis schießt gegen EZB

Finanzminister Varoufakis: Gezielte Politik gegen Griechenland Zur Großansicht
AFP

Finanzminister Varoufakis: Gezielte Politik gegen Griechenland

"Die EZB nimmt unserer Regierung die Luft zum atmen", sagt Griechenlands Finanzminister Varoufakis. Auch seinen deutschen Amtskollegen Schäuble geht er hart an.

Athen - Griechenlands Finanzminister Giannis Varoufakis hat erneut gegen die Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB) im Schuldenstreit gewettert. "Aus meiner Sicht verfolgt die EZB eine Politik gegenüber unserer Regierung, die ihr die Luft zum Atmen nimmt", sagte Varoufakis in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview des Senders Mega TV. Auf diese Weise sollten zudem die anderen Staaten der Eurozone und der Internationale Währungsfonds (IWF) gezwungen werden, eine Übereinkunft mit Griechenland zu erzielen.

Varoufakis äußerte sich auch zu seinem Verhältnis mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). "Wir sprechen immer sehr zivilisiert und konstruktiv", sagte der Athener Politiker. Zugleich betonte er: "Bei einem Treffen, das ich mit Herrn Schäuble hatte, sagte er mir, ich hätte das Vertrauen der deutschen Regierung verloren. Und ich sagte ihm: Ich hatte es nie, ich bin Mitglied einer Regierung der radikalen Linken." Er halte es für offensichtlich, dass er nicht das Vertrauen der Bundesregierung besitze. "Aber ich habe das Vertrauen des griechischen Volkes." Er bemühe sich aber auch, in Deutschland Vertrauen zu gewinnen.

Varoufakis bestätigte, dass von Donnerstag an in Athen Beamte der sogenannten Institutionen - der ehemaligen Troika - die Umsetzung der Sparauflagen überprüfen. Sie würden sich jedoch in einem Hotel aufhalten, und man werde ihnen die verlangten Unterlagen dorthin bringen. Die Kontrolleure sind bei der griechischen Bevölkerung extrem unbeliebt und waren in der Vergangenheit auch Anfeindungen ausgesetzt.

Vertreter der EZB, der EU-Kommission und des IWF haben sich auf eine Wiederaufnahme der Reformgespräche mit der Regierung in Athen verständigt. Sie muss bis Ende April darlegen, welche alternativen Reformvorschläge sie der Eurozone macht. Griechenland steht unter Druck, weil das Land seine Schulden weiter bedienen muss. Noch im März muss ein Kredit über 1,5 Milliarden Euro an den IWF zurückgezahlt werden, im Sommer werden 6,7 Milliarden Euro an die EZB fällig.

mik/Reuters

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insgesamt 494 Beiträge
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1.
lupidus 12.03.2015
Kein Tag vergeht ohne neue Irrsinnsmeldungen aus Griechenland. Noch nicht mal mit einem Atemzug haben sie sich bemüht ihre Misere daheim anzugehen. Der Vorschlag die Bürger als Steuerfahnder einzusetzen ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Dazu kommt die gebetsmühlenartige Wiederholung der sinnigen Theorie, Europa, und besonders Deutschland, wollten Griechenland "zerstören". Ein Volk mit so einer Regierung braucht keine Feine mehr...
2. Wie immer in Griechenland...
eisbärchen_123 12.03.2015
Schuld sind immer die anderen!!
3. Warum will dieses Trauerspiel
bstendig 12.03.2015
eigentlich niemand beenden? "halten sich in einem Hotel auf, extem unbeliebt bei der Bevölkerung.." Ja wo sind wir denn, der Geldgeber ist unbeliebt? Raus aus dem Land, Reisewarnung vom AA und gut ist.
4. Simple Logik
question2001 12.03.2015
Dass die Neoliberalen, allen voran Mutti und Schäuble, keinen Erfolg einer linken Regierung wollen kann sich jeder ausrechnen der 1+1 zusammen zählen kann.
5. Griechenland muss sich beweisen
bifiwi.70 12.03.2015
Das geht nur mit ernsthaften und notwendigen Reformen. In erster Linie ist hier die Steuerreform in Bezug auf die Eionkommenssteuer und die Mehrwertsteuer zu verstehen. Griechenland wird sich auch entbeamten müssen, denn die Quote der staatlichen Beschäftigung liegt immer noch bei rund 50 Prozent. Und danach muss man Dinge wie die Sozialversicherungen und die Privatisierung von Staatsfirmen aufs Tablett bringen. Ansonsten wird sich dieses Land nie wieder erholen oder gar selbständig versorgen können.
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Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 10,858 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Prokopis Pavlopoulos

Regierungschef: Alexis Tsipras

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