Wirtschaftskrise Dem Ölland Venezuela geht das Benzin aus

Die Versorgungslage in Venezuela verschärft sich dramatisch: An den Tankstellen des Landes mit den größten Ölreserven der Welt wird das Benzin knapp. Und Präsident Maduro bittet die Uno um Medikamente.

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Seit Tagen werden die Schlangen vor den Tankstellen in der venezolanischen Hauptstadt Caracas und in weiteren Städten des südamerikanischen Landes immer länger. Ausgerechnet in Venezuela, dem Land mit den größten Ölreserven der Welt, wird das Benzin knapp.

Der Vizepräsident des staatlichen Erdölkonzerns PDVSA, Ysmel Serrano, begründete den dramatischen Mangel mit "Verzögerungen bei den Schiffstransporten mit Treibstoff". Von 290 Tankstellen in Caracas hatten in den vergangenen Tagen nur noch 90 Tankstellen Benzin. Venezuela hat zwar gewaltige Ölreserven, aber zu wenige funktionstüchtige Raffinerien, weshalb große Mengen Benzin importiert werden müssen.

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Die Spritpreise sind die billigsten der Welt, eine Tankfüllung kostet auch nach einer Preiserhöhung je nach Wechselkurs teilweise nur rund 50 Cent. Ein Grund für die Schlangen an Tankstellen könnte in der Inflation liegen, die es auch schwieriger macht, die Benzinimporte zu bezahlen. Wegen der höchsten Inflation der Welt wurde es für die Regierung zuletzt auch schon immer schwerer, Lebensmittel und Medikamente einzuführen - denn die müssen in Dollars oder Euro bezahlt werden.

Maduro bittet Vereinte Nationen um Hilfe

Arzneimittel sind in dem Land schon länger knapp, Venezuelas Präsident Nicolas Maduro hat sich deshalb jetzt an die Vereinten Nationen gewandt. Details nannte der Staatschef nicht. "Ich habe sie um Unterstützung gebeten, um die Regelungen für Medikamente in Krankenhäusern zu verbessern", sagte er lediglich.

Der Pharmaverband des Landes schätzt, dass 85 Prozent der Arzneimittel nicht zu haben sind. Dabei geht es um einfache entzündungshemmende Mittel bis hin zu Präparaten für Chemotherapien.

Venezuela ist wirtschaftlich schwer angeschlagen. Einer der Gründe ist der Fall des Ölpreises, der massiv an den Staatseinnahmen des Opec-Mitglieds zehrt. Zudem herrschen Lebensmittelknappheit und eine extreme Inflation. Die Verbraucherpreise sind Daten der Zentralbank zufolge im vergangenen Jahr um 800 Prozent gestiegen.

Maduro macht für die Wirtschaftskrise auch seine Gegner verantwortlich, die seiner Ansicht nach mithilfe der USA einen Wirtschaftskrieg gegen das Land führen. Kritiker des linksgerichteten Präsidenten führen die Krise dagegen auf nicht funktionierende Preis- und Währungskontrollen zurück, die die Privatindustrie dezimiert hat.

nck/dpa

insgesamt 43 Beiträge
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feld01 25.03.2017
1. Wirtschaftskriese? Nein, ein Beispiel das Preise wirklich mehr als irgendwelche Zahlen sind.
Der Ölpreis hat mit der wirtschaftlichen Situation in Venezuela wirklich nichts zu tun. Die Ursache ist eine Regierung die glaubt, Preise seien zufällige Zahlen, die man am Besten bestimmt. Und das hat schon zuvor nirgendwo funktioniert. Also lässt sich die Kriese in Venezuela unverzüglich lösen: Preise und Wechselkurs freigeben, und die Arbeit ist getan.
klyton68 25.03.2017
2. Den Grundansatz in Venezuela
finde ich nach wie vor nicht schlecht. Auch klar, dass den USA das System mehr als ein Dorn im Auge ist. Aber es scheitert am Menschen. Und der Mensch ganz oben, Herr Maduro, ist absolut unfähig.
Vespa74 25.03.2017
3. Hauptgrund
Der eigentliche Grund für die Misere in Venezuela wurde im Artikel nicht genannt: Sozialismus. Und das die gegenwärtige Regierung das Land in eine Bilderbuchdiktatur umbaut. Es ist ja nicht so das es die Menschheit mit dem Sozialismus noch nicht versucht hätte. Der Sozialismus wurde bereits in allen möglichen Varianten ausprobiert und das Ergebnis war am Ende immer gleich: Er ist gescheitert.
nico_030 25.03.2017
4. Benzinimporte
"Die Spritpreise sind die billigsten der Welt, eine Tankfüllung kostet auch nach einer Preiserhöhung je nach Wechselkurs teilweise nur rund 50 Cent. Ein Grund für die Schlangen an Tankstellen könnte in der Inflation liegen, die es auch schwieriger macht, die Benzinimporte zu bezahlen." Wieso sollte Venezuela Benzin importieren? joerg
megamekerer 25.03.2017
5. Sanktionen, neue Kriegsinstrumente der Imperialismus!
Die wirtschaftliche Verhältnisse in der Welt sollten sich ändern, es sollte nicht mehr möglich sein, dass die westen, besonderes USA einen Land wie Venezuela oder Iran mit wirtschaftliche Sanktionen ins Ruin führen! Die Welt brauch einen neue Regeln. Die Weltsicherheitsrat sollte in der Lage sein die nationale Alleingänge manche Länder wie USA stoppen zu können. Es kann nicht sein, dass die USA sich Geld aus Strafzahlungen der Firmen für Handel mit Länder wie Iran beschaffen. Wenn die Welt weiter so abhängig von USA wird, dann werden wir alle damit rechnen müssen, dass die USA das Kriegsinstrument "Sanktionen" auch gegen uns anwenden werden!
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