Caracas - Venezuelas Staatspräsident Hugo Chávez sorgte in letzter Zeit für einige Schlagzeilen: Erst signalisierte er während der Lybien-Krise seine Sympathien gegenüber Gaddafi, dann sorgte er mit seiner öffentlich gemachten Krebs-Erkrankung für Aufsehen. Nun macht er seinem Ruf als großer Verstaatlicher erneut alle Ehre: Dieses Mal hat es die Goldindustrie Venezuelas getroffen.
Das Gesetz trat jetzt mit der Veröffentlichung im Regierungsanzeiger in Kraft. Ab sofort können ausländische Firmen in Venezuela nur noch Gold fördern und verarbeiten, wenn sie Partnerschaften mit staatlichen Unternehmen eingehen. "Alles Gold, das auf nationalem Territorium als Folge von Bergbautätigkeiten erlangt wird, muss der Republik von Venezuela verkauft und geliefert werden", heißt es in dem Gesetzestext. "Die Republik wird ein Monopol bei der Vermarktung von Gold errichten."
Mit dem Gesetz will Chávez laut eigener Aussage die "nationale Unabhängigkeit stärken" und "bewaffnete Banden und den Schmuggel" vor allem im Süden des Landes bekämpfen. Dort stammen 60 Prozent der Goldproduktion aus staatlich nicht genehmigten Minen. Venezuela sitzt mit fast 366 Tonnen auf der fünfzehntgrößten Goldreserve der Welt. Schon vergangenen Monat hatte Chávez auf die hohen Goldpreise reagiert, als er ankündigte, im Ausland gelagerte Goldreserven zurück nach Venezuela zu schaffen.
2007 hatte die Regierung bereits die Kontrolle über die Energieversorgung übernommen. Vergangenes Jahr übernahm Chávez' Regierung dann die Kontrolle über 500.000 Hektar Land, auf denen Gold gefördert wird. Der autoritär regierende Chávez hat sich vom Parlament umfassende Vollmachten geben lassen.
kpa/AFP
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