Tarifverhandlungen Öffentlicher Dienst kündigt Warnstreiks an

Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst haben bislang keine Einigung gebracht. Deshalb kündigt Ver.di für die kommenden Tage Warnstreiks an. Neben Schulen und Kliniken dürften auch die winterlichen Straßen betroffen sein.

Verdi-Warnstreik in München (2016)
DPA

Verdi-Warnstreik in München (2016)


Wegen des Tarifstreits im öffentlichen Dienst der Länder sind in den kommenden Tagen bundesweit Warnstreiks und Protestaktionen zu erwarten. Betroffen sind Schulen, Unikliniken, Polizei, Justizverwaltung oder Straßenmeistereien. Das kündigte die Gewerkschaftsseite am Dienstag in Potsdam nach der zweiten Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder an, die weitgehend ergebnislos verlaufen war. Kleinere Aktionen hatte es bereits in den vergangenen Tagen gegeben.

Bei den zweitägigen Gesprächen gab es keine konkreten Ergebnisse oder Angebote der Arbeitgeberseite, wie Verdi-Chef Frank Bsirske erklärte. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte wiederholt deutlich gemacht, dass sie die Gewerkschaftsforderung mit einem Gesamtvolumen von sechs Prozent plus für viel zu hoch hält.

Ein Durchbruch wird nun in der dritten Verhandlungsrunde vom 16. Februar an erwartet. Es geht um die Bezahlung von rund einer Million Angestellter der Länder und um das Geld für 2,2 Millionen Beamte von Ländern und Kommunen sowie Pensionäre, auf die das Ergebnis übertragen werden soll. In der Gesamtforderung stecken zahlreiche Einzelforderungen wie Verbesserungen für Beschäftigte mit langjähriger Berufserfahrung, für Lehrer, für Auszubildende oder für Sozial- und Erziehungsdienste und die Justizverwaltung.

Nach den Worten des TdL-Verhandlungsführers, Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD), mussten in der zweiten Runde zunächst die einzelnen Forderungen definiert und berechnet werden, die "unter dem Dach" der sechs Prozent zusammengefasst seien. Er halte es im übrigen für problematisch, wenn der öffentliche Dienst höhere Forderungen stelle als Industriegewerkschaften.

dab/dpa



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Seite 1
shotaro_kaneda 31.01.2017
1.
Zitat: --"Er halte es im übrigen für problematisch, wenn der öffentliche Dienst höhere Forderungen stelle als Industriegewerkschaften."--Zitatende. Fairerweise muss betont werden, dass der öffentliche Dienst der Länder bis 2014 im Verhältnis zur Preisentwicklung (Inflation) einen realen Lohnanstieg von um die 3% gegenüber 1993 hatte . Das hat sich in den letzten zwei Jahren zwar auf 10% erhöht, aber zum Vergleich: Die Löhne in der tariflich geregelten Metallbranche sind mittlerweile bei über 40% angekommen. Wenn der öD in Zukunft fähige Leute halten und bekommen will, sollten sich die Löhne dieser Marke in größeren Schritten annähern.
simongrund 31.01.2017
2. Rentner vs. Pensionäre
x% für Pensionäre und 1% für unsere Rentner. Wer kommt da schlechter weg? Irgendwann lässt sich das System so nicht mehr weiter finanzieren, bei knapp 2,2 Millionen Beamten.
coyote38 31.01.2017
3. Pssst ... nicht so laut ...
Zitat von shotaro_kanedaZitat: --"Er halte es im übrigen für problematisch, wenn der öffentliche Dienst höhere Forderungen stelle als Industriegewerkschaften."--Zitatende. Fairerweise muss betont werden, dass der öffentliche Dienst der Länder bis 2014 im Verhältnis zur Preisentwicklung (Inflation) einen realen Lohnanstieg von um die 3% gegenüber 1993 hatte . Das hat sich in den letzten zwei Jahren zwar auf 10% erhöht, aber zum Vergleich: Die Löhne in der tariflich geregelten Metallbranche sind mittlerweile bei über 40% angekommen. Wenn der öD in Zukunft fähige Leute halten und bekommen will, sollten sich die Löhne dieser Marke in größeren Schritten annähern.
Sie erschrecken sonst noch all die Schlaumeier, die gleich wieder davon anfangen wollen, dass im ÖD sowieso viel zu viel verdient wird und dass die Pensionen so unverschämt hoch wären ... und dass die Beamten ... und überhaupt ... und generell ...
static2206 31.01.2017
4. Ver.di ein zahnloser Tiger
Streiken finde ich für die Beteiligten sinnvoll und gut. Als Betroffner/Leidtragender kann man da auch Verständnis aufbringen. Nur Verdi ist einfach dämlich. Es wird über Wochen gestreikt, dann wird sich auf etwas geeinigt was Verdi eigentlich zu wenig ist, nur um zwei Wochen später wieder zu streiken. Dann lieber ein mal richtig streiken, dass kriegen was man akzeptieren kann und dann erstmal eine längere Zeit die Füße still halten. Aber im zwei Wochenrhythmus streiken, dass ist dann einfach nicht mehr akzeptabel.
GrinderFX 31.01.2017
5.
Zitat von coyote38Sie erschrecken sonst noch all die Schlaumeier, die gleich wieder davon anfangen wollen, dass im ÖD sowieso viel zu viel verdient wird und dass die Pensionen so unverschämt hoch wären ... und dass die Beamten ... und überhaupt ... und generell ...
Vielleicht sind das auch einfach keine Schlaumeier sondern haben einfach nur recht?
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