Öffentlicher Dienst Massive Warnstreiks in ganz Deutschland

Von Stadtwerken bis Kitas: Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes haben erneut Tausende Beschäftigte von Bund und Kommunen ihre Arbeit niedergelegt. Mehrere Bundesländer sind betroffen.

Beschäftigte der Stadt Frankfurt (Oder) bei einem Warnstreik vor dem Rathaus
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Beschäftigte der Stadt Frankfurt (Oder) bei einem Warnstreik vor dem Rathaus


Die Gewerkschaft Ver.di hat ihre massiven Warnstreiks für eine bessere Bezahlung im öffentlichen Dienst fortgesetzt. Schwerpunkte lagen in Nordbayern sowie in Baden-Württemberg. Dort traten Beschäftigte von Stadtwerken, Müllabfuhren, Krankenhäusern, Bau- und Wertstoffhöfen, Abwasserbetrieben, Kitas und Verwaltungen in den Ausstand.

Aktionen und Kundgebungen finden auch in Rheinland-Pfalz, Hessen, Brandenburg, dem Saarland und Nordrhein-Westfalen statt. In Düsseldorf standen etwa alle U-Bahnen und Straßenbahnen sowie die meisten Busse still. "Hier ist alles dicht", sagte eine Ver.di-Sprecherin. Der Streik von knapp 2000 beteiligten Arbeitnehmern hatte um 3 Uhr begonnen. In Rheinland-Pfalz standen im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) Busse und Bahnen seit dem Beginn der Frühschicht still. In Nordrhein-Westfalen wurden in Bonn 7000 Arbeitnehmer zu einer Kundgebung erwartet.

In Bayern lag der Schwerpunkt im Norden. In Würzburg fielen die Straßenbahnen aus. In Bayreuth kündigte die Stadtverwaltung Beeinträchtigungen bei Behörden und Ämtern an. Auch am Klinikum der Stadt wollten sich Mitarbeiter an den Warnstreiks beteiligen. In der Oberpfalz sollte es laut Ver.di flächendeckende Warnstreiks geben, etwa bei den Ämtern in Regensburg.

In Rheinland-Pfalz wurde in öffentlichen Einrichtungen wie Kitas und Krankenhäusern gestreikt. In West- und Südhessen waren weitere Warnstreiks im Gesundheitswesen angekündigt. Kundgebungen waren in der Landeshauptstadt und in Darmstadt geplant.

hej/Reuters/dpa

insgesamt 4 Beiträge
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tobias_l 11.04.2018
1. Verdi Show
Die gleiche Show alle 2 Jahre: 6% Forderung der Gewerkschaft, "Blockade" der Arbeitgeber, Warnstreiks, und am Ende einigt man sich um die 4% über 24 Monate plus eine Sonderzahlung. Inflationsbereinigt bleibt dann wie üblich fast nichts, und alle freuen sich über die Nullrunde. Und natürlich war vorher alles abgesprochen und die Streiks nur Show für die Leute.
oidahund 11.04.2018
2.
Gratulation Verdi - ganz großes Kino! - Der Müll wird nicht abgeholt? - Fehlanzeige, bei uns hat der Kreis ein Privatunternehmen mit der Müllentsorgung beauftragt. Das ist billiger und auch nicht so streikanfällig, wie bei dem reinen Kommunalunternehmen im Nachbarkreis. 4 von 7 Kitas in der Umgebung werden durch kirchliche oder private Trägervereine betrieben - in den 4 wurde noch nie gestreikt - in den drei anderen schon. Was schlußfolgert man als Kommune, die auf gewisse Dienste angewiesen ist? - Kommunalunternehmen (und damit öffentlicher Dienst) oder "Fremdvergabe"?
ojbimbo 11.04.2018
3. Sie finden...
... das Gehalt der Erzieherinnen in den öffentlichen Kitas angemessen??? Sie finden das Gehalt der Mitarbeiter bei dem privaten Entsorgungsunternehmen angemessen? Hauptsache billig, Was? Da kann man für Sie nur hoffen, dass Sie nicht eines Tages ihren Job verlieren, weil es irgendjemand anders auch für weniger Geld macht.
ipselorem 12.04.2018
4. Hauptsache billig
Kann mich nur Anschließen. Die oben genannten "privaten" streiken vermutlich nicht, weil sie bei Mindestlohn vom Arbeitgeber massiv unter Druck gesetzt werden, und das z.T mit illegalen Mitteln. Schauen sie sich mal einschlägige Berichte über Verhinderung von Betriebsräten und Unterwanderung des Mindestlohns an. Was die Kirche betrifft, die darf ihren Mitarbeitern das Streiken verbieten, weniger zahlen und z.B Frauen entlassen die sich von ihrem gewalttätigen Mann scheiden lassen (unchristlichen Handlung seitens der Frau). Billiger geht immer, schade dass sie anscheinend liebend gerne den sozialen Preis dafür in Kauf nehmen.
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