Einigung im Öffentlichen Dienst Bund und Kommunen zahlen zehn Milliarden mehr für Löhne

Für die Gewerkschaft ist es "der beste Tarifabschluss seit Jahren": Jeder der 2,3 Millionen Angestellten von Bund, Städten und Gemeinden bekommt mindestens 175 Euro pro Monat mehr.

Ver.di-Warnstreik (Archiv)
DPA

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Die Unterhändler haben sich auf einen neuen Tarifvertrag für die rund 2,3 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen geeinigt. Ihre Gehälter werden in drei Stufen angehoben, um 3,2 Prozent in 2018, in den kommenden beiden Jahren dann um 3,1 und 1,1 Prozent. Die Summe der Mehrausgaben für Bund und Kommunen beläuft sich damit in den kommenden zweieinhalb Jahren auf fast zehn Milliarden Euro.

Laut Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wird der Bund das Tarifergebnis auf seine Beamten übertragen und einschließlich der Besoldung von Beamten und Soldaten 2,3 Milliarden Euro mehr dafür ausgeben. Der kommunale Arbeitgeberpräsident Thomas Böhle bezifferte die Mehrbelastung der Kommunen über die 30-monatige Laufzeit des Tarifvertrages auf insgesamt etwa 7,5 Milliarden Euro.

Ver.di-Bundeschef Frank Bsirske sagte, es gebe keinen Arbeitnehmer, der über die Tariflaufzeit mit monatlich weniger als 175 Euro Plus rechnen könne. "Wir haben ganz viele, die zwischen 200 und 300 Euro liegen", fügte Bsirske hinzu, "und durchaus auch eine ganze Reihe, die zwischen 300 bis 400 und zum Teil noch darüber angehoben werden". Es sei der beste Tarifabschluss seit vielen Jahren, der die Attraktivität des öffentlichen Dienstes erhöhe.

Das Ziel, Kommunen auf dem Arbeitsmarkt zu stärken, sei erreicht worden, sagte Böhle als Verhandlungsführer der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände VKA. Die Einkommen von Fachkräften und Erzieherinnen seien gestärkt worden.

Dem Tarifabschluss in dritter Runde waren harte Debatten vor allem bei den Kommunen und Ver.di vorausgegangen. Die Verhandlungs- und auch die Bundestarifkommission der Dienstleistungsgewerkschaft rangen insgesamt gut acht Stunden um ihre Zustimmung zum vorgelegten Tarifvertrag. Ver.di und der dbb Beamtenbund waren mit einer Forderung von sechs Prozent Plus für die Laufzeit von einem Jahr, monatlich jedoch mindestens 200 Euro mehr in die Tarifverhandlungen eingetreten.

beb/afp



insgesamt 53 Beiträge
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deutschemark 18.04.2018
1. Ich gönne den Beschäftigten die Lohnerhöhung, aber
das Ergebnis kommt doch sehr nah an die Forderung von Verdi, und da frage ich mich schon, warum man es von Arbeitgeberseite auf die Streiks hat ankommen lassen
cornel 18.04.2018
2. Einigung im ö.D.
wir sollten uns alle im Klaren sein, dass w i r die Zeche zahlen! 10 Milliarden, da bleibt zumindest weniger Raum für Steuersenkungen. In der privaten Wirtschaft (Kleinbetriebe) gibt es Firmen, die seit mehr als 8 Jahren nichts zu "verteilen" haben - deren Arbeitnehmer sind froh über ihren Arbeitsplatz und sehen neidvoll auf den ö. D.
liberaleroekonom 18.04.2018
3. Sind das jetzt DREI oder EINE Gehaltserhöhung für die Beamten?
Wenn Herr Seehofer das Ergebnis auf die Beamten/Soldaten übertragen will, sollte er auch kundtun, ob es sich um DREI Gehaltserhöhungen handelt oder um EINE dreifach gestaffelte. In letzterem Fall würde nämlich die immer noch gesetzlich verankerte Versorgungsrücklage in Höhe von 0,2 Prozentpunkten (gem § 14a Bundesbesoldungsgesetz) lediglich einmal zum Abzug kommen (Erhöhung zum 01.03.2018 beträgt dann nicht 3,19 Prozent sondern lediglich 2,99 Prpzent). Sofern Herr Seehofer allerdings daraus mit drei Gesetzen, also quasi für jedes Jahr 2018, 2019 und 2020, insgesamt drei Gehaltserhöhungen generiert, wird die Versorgungsrücklage selbstverständlich auch dreimal von jedem Erhöhungsschritt vom Bund einbehalten.
gerritinho 18.04.2018
4. witzlos
für untere Einkommensgruppen witzlos, auf 3 Jahre ist lächerlich In den letzten Jahren wurden bei den Beamten das Urlaubsgeld gestrichen, das Weihnachtsgeld & die Pensionen gekürzt, Altersstufen eingeführt...kaum Beförderungsmöglichkeiten, Leistung wird nicht belohnt...der öffentl Dienst wird immer unattraktiver
thequickeningishappening 18.04.2018
5. Wie hoch ist nochmal Der Hartz IV Regelsatz ?
416 Euro für Singles. Die letzte Anhebung zum 01.01.2018 betrug 7 (in Worten: SIEBEN Euro)! Ein Teil der jetzt vereinbarten Tariferhöhungen ("...bis 400 Euro und zum Teil darüber") entspricht dem Monatseinkommen Eines Hartzers ?!
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