Verbotene Anrufe Telefonwerbung provoziert Flut von Beschwerden

Werbeanrufe ohne Einwilligung des Verbrauchers oder mit unterdrückter Rufnummer, das Vortäuschen von Gewinnspielen - all das ist seit mehr als einem Jahr verboten. Doch viele Firmen halten sich nicht daran: Der Bundesnetzagentur liegen mehr als 200.000 Beschwerden vor.

Telefon: Hunderttausende Beschwerden gegen mögliche Regelverstöße
DPA

Telefon: Hunderttausende Beschwerden gegen mögliche Regelverstöße


Passau - Die Beschwerden von Verbrauchern wegen unerwünschter Telefonanrufe gehen in die Hunderttausende. Bei der zuständigen Bundesnetzagentur haben sich bereits rund 205.000 Menschen wegen des Missbrauchs von Rufnummern oder unerlaubter Telefonwerbung beschwert, zitiert die "Passauer Neuer Presse" eine Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Die Beschwerden seien schriftlich und mündlich eingegangen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Agentur auf eine Häufung möglicher Gesetzesverstöße hinweist. Im Juli hatte Matthias Kurth, der Präsident der Bundesnetzagentur, bereits von 57.000 schriftlichen Beschwerden gesprochen, die zwischen August 2009 und April 2010 bei der Agentur wegen unaufgeforderten Telefonanrufen eingegangen sind.

Werbeanrufe ohne Einwilligung des Angerufenen sowie Werbeanrufe mit unterdrückter Rufnummer sind seit August 2009 verboten. Sie gelten als Ordnungswidrigkeit. Bei Verstößen können Bußgelder von bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Die Bundesnetzagentur hat das schon gut ein Dutzend Mal getan. Zahlreiche weitere Ermittlungen laufen noch.

Die Grünen fordern eine Verschärfung des Telekommunikationsgesetzes, etwa durch die Erhöhung von Bußgeldern. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einem neuen Gesetz, das kostenpflichtige Warteschleifen bei Hotlines verbieten soll und eine Preisansage bei Anrufen mit Call-by-Call - also dem Telefonieren mit der Vorwahl eines Anbieters - verpflichtend macht.

Eine Bußgelderhöhung für unerlaubte Werbeanrufe steht nicht zur Diskussion. Diese müsste wohl auch über das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) geregelt werden - und für dieses ist derzeit keine Novelle angedacht.

ssu/AFP



insgesamt 34 Beiträge
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johndoe2 13.10.2010
1. Konsequent!
200.000 Beschwerden... "Bei Verstößen können Bußgelder von bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Die Bundesnetzagentur hat das schon gut ein Dutzend Mal getan." Da scheint sich ja einiges zu tun!
zephyros 13.10.2010
2. diese
Zitat von sysopTelefonterror ohne Ende: Werbeanrufe ohne Einwilligung des Verbrauchers oder mit unterdrückter Rufnummer sind seit mehr als einem Jahr verboten. Doch viele Firmen halten sich nicht daran. Der Bundesnetzagentur liegen mehr als 200.000 Beschwerden vor - die Zahl hat sich seit Sommer massiv erhöht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,722822,00.html
nervtötenden Quassel-Abzocker haben doch längst das Kommunikationsverhalten einer ganzen Generation verändert: wer unter 40-50 ist geht schon lang nicht mehr ran, wenn er nicht sehen kann wer dran ist oder schafft den Festnetzanschluss gleich ganz ab/hat mindestens 2 versch. Mobilnummern. etc. Diese dreisten Lügner erreichen also "nur noch" unsere Opas und Omas, was aber schlimm genug ist und nicht hart genug bestraft werden kann
MikeNaeheHamburg 13.10.2010
3. Titel vergessen
Ich habe auch keine Lust, bei der Arbeit von irgendeinem „Verkaufsgenie“ angerufen zu werden. Das nervt nur. Am ärgerlichsten sind Anrufe von Firmen, bei den man schon Kunde ist. Ich habe es im August mit massiven Ping-Anrufen von Vodafone zu tun gehabt. Das Callcenter hat wohl ein paar Nummern gleichzeitig angerufen, und nur, wer als erstes dranging, bekam eine „Beratung“. Alle anderen hatten dann nur eine Nachricht „verpasste Anrufe“ auf dem Display. Aber das dann dreimal am Tag ...?
Hilfskraft 13.10.2010
4. 200.000 Beschwerden gegen Telefonwerbung
der neueste Trick zur Umgehung der Gesetze! Auch wieder mal die Telekom! Umfragen, Studien, Meinunsforschung, Befragung, Analysen ... nennt man das jetzt! Meist gegen 16 Uhr. Ich rotze die Leute extrem an und lege auf. Hoffe, die haben bald keine Lust mehr, bei mir anzurufen. H.
static_noise 13.10.2010
5. .
Zitat von johndoe2200.000 Beschwerden... "Bei Verstößen können Bußgelder von bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Die Bundesnetzagentur hat das schon gut ein Dutzend Mal getan." Da scheint sich ja einiges zu tun!
Ja, die scheinen echt wahnsinniges Tempo vorzulegen. Ich erinner mich noch an das Online Formular um ne Beschwerde einzureichen, hatte ich sogar mal gemacht... Gibt es mittlerweile auch nicht merh, man muss sich als Betroffener ein PDF ausdrucken, ausfüllen und einschicken ! Bußgelder hoch, im Wiederholungsfall(Also nach ergangenem vorherigen Bescheid) wird verdoppelt...
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