Preisniveau Leben in Deutschland günstiger als in Nachbarländern

Günstige Lebensmittelpreise, Schnäppchen im Spirituosenregal: Die Verbraucherpreise in Deutschland liegen niedriger als in den meisten Nachbarstaaten und nur knapp über dem EU-Durchschnitt. Sogar in einem Euro-Krisenland müssen die Bürger tiefer in ihre Geldbeutel greifen.

Gemüseregal: Preise in Deutschland liegen nur knapp über EU-Durchschnitt
DPA

Gemüseregal: Preise in Deutschland liegen nur knapp über EU-Durchschnitt


Wiesbaden - Verbraucher in Deutschland bekommen für ihren Euro mehr als die Menschen in den meisten Nachbarländern. Lediglich in Polen und Tschechien sind die Lebenshaltungskosten niedriger, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Insgesamt lag das Preisniveau in Deutschland im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent über dem Durchschnitt der 27 Länder der Europäischen Union. Vor allem die Länder in Osteuropa und die Krisenstaaten im Süden wie Portugal und Griechenland ziehen das durchschnittliche Preisniveau nach unten.

Obwohl die Inflationsrate in Deutschland zuletzt leicht gestiegen ist, liegen die Preise in Deutschland im westeuropäischen Vergleich eher niedrig. In den Nachbarländern im Norden, Westen und Süden müssen Konsumenten für den Kauf eines repräsentativen Warenkorbs deutlich mehr bezahlen als hierzulande. In der Schweiz liegen die Lebenshaltungskosten um satte 58 Prozent über dem EU-Schnitt. Aber auch Österreich, Frankreich, Luxemburg oder Belgien sind für Verbraucher teurer als Deutschland.

Grund dafür sind etwa die moderaten Lebensmittelpreise in Deutschland: Diese lagen in Deutschland im vergangenen Jahr nur sechs Prozent über dem EU-Durchschnitt, in der Schweiz dagegen 59 Prozent darüber. Alkoholische Getränke sind in Deutschland sogar so günstig wie fast nirgendwo anders: Die Preise für Bier, Wein und Spirituosen liegen in Deutschland fast ein Fünftel unter dem EU-Durchschnitt.

Teures Krisenland Italien

Innerhalb der EU trägt Dänemark den Titel des teuersten Landes: Dort liegen die Lebenshaltungskosten um fast 42 Prozent über dem Durchschnitt. Auch die anderen skandinavischen Länder sind relativ teuer: In Schweden liegen die Preise gut 28 Prozent höher als im EU-Schnitt, in Finnland 24 Prozent. Einen großen Anteil dürften dabei die hohen Verbrauchssteuern haben: Bei den Mehrwertsteuersätzen und Sondersteuern etwa auf alkoholische Getränke liegen die nordeuropäischen Länder ganz vorne.

Das billigste EU-Land ist Bulgarien: Hier müssen die Verbraucher nicht einmal halb so viel bezahlen wie im EU-Schnitt. In Polen liegt das Preisniveau bei 58 Prozent, in Ungarn bei knapp 62 Prozent, in Tschechien bei 74,5 Prozent.

Deutlich näher am EU-Durchschnitt liegen die Preise in den Krisenländern Südeuropas: In Portugal ist der repräsentative Warenkorb 13 Prozent günstiger, in Griechenland sieben Prozent und in Spanien 4,5 Prozent. In Italien ist das Leben nach den Zahlen der Statistiker hingegen teurer als in Deutschland und der EU. Das Preisniveau liegt 4,5 Prozent über dem EU-Durchschnitt.

ade/dpa-AFX



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insgesamt 168 Beiträge
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spon-1290982200348 24.06.2013
1. Italien?
Klar, da wäscht sich die ehrenwerte Gesellschaft ja auch die Hände drin.
max_schwalbe 24.06.2013
2.
In der Tat, Wurst & Käse bekommt man selbst in Polen nicht so billig wie Deutschland. Nur diese moderaten Lebensmittelpreise können erklären, warum es angesichts der stagnierenden Reallöhne noch keine größeren Proteste in D. gegeben hat. Warten wir es ab - solang Strom, Sprit und Mieten weiter so anziehen, bleibt ein brenzliges Potential....
spiegelleser_12345 24.06.2013
3. Gefühlte und reale Preise
Sie glauben doch wohl nicht, dass sich irgendwer an reale Zahlen hält? Natürlich wurden sehr viele Produkte in den letzten zehn Jahren nicht teurer. Mit denen kann man sich weiterhin sehr günstig ernähren. Wenn ich z.B. an Butter vor dreißig Jahren denke, dann kosteten 250 g ca. 2,50DM. Aber heute kocht man ja mit Olivenöl, dass ist natürlich teurer. Gefühlt wird alles viel teurer. Es liegt meist an gestiegenen Ansprüchen. Ich würde den "billig Mampf" aus Discountern heut eauch nicht mehr essen, darum würde ich aber niemals behaupten, die Lebensmittelpreise sind gestiegen, nur wiel ich heute das dreifache als i Studienzeiten ausgeben.
christophe_le_corsaire 24.06.2013
4. Jaa, alles super,
uns scheint die Sonne aus dem Rektum! Zitat SPON:"In der Schweiz liegen die Lebenshaltungskosten um satte 58 Prozent über dem EU-Schnitt. Aber auch Österreich, Frankreich, Luxemburg oder Belgien sind für Verbraucher teurer als Deutschland. " In der Schweiz verdient man aber auch im Schnitt 130% mehr! Und in BE, FR und LUX gibt es Mindestlöhne. Haupsache der Fusel ist hier günstig, dann kann man sich die Sch.... schön saufen.
stanislaus2 24.06.2013
5. Verständlich
Die Löhne liegen ja auch wesentlich unter dem Niveau der Nachbarländer. Für 15 Sloty die Stunde arbeitet keine polnische Friseurin. Was die Nachbarländer schon befürchten ist, dass das deutsche Lohndumping überschwappt.
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