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Verbraucherschützer: Beratungsprotokolle dienen allein dem Schutz der Banken

Sie gaukeln den Kunden Sicherheit vor, doch in Wirklichkeit dienen sie allein der Absicherung der Banken: die Gesprächsprotokolle mit dem Bankberater. Einer Untersuchung von Verbraucherschützern zufolge sind die Papiere oft sogar gespickt mit pauschalen Haftungsfreizeichnungen für die Banken.

Bankenviertel in Frankfurt: Viele Protokolle unvollständig oder falsch Zur Großansicht
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Bankenviertel in Frankfurt: Viele Protokolle unvollständig oder falsch

Berlin - Die Beratungsprotokolle der Banken schützen einer Studie von Verbraucherschützern zufolge die Geldinstitute vor Haftungsrisiken - und nicht die Kunden vor einer Falschberatung. In den meisten Protokollen werden wichtige Angaben zu den finanziellen Verhältnissen, zur Risikobereitschaft oder zu Kenntnissen und Erfahrungen mit Finanzgeschäften zwar erfasst, erklärte der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) am Montag in Berlin. Dies geschehe aber überwiegend nur in schematisierter Form und damit meist nicht vollständig und nicht aussagekräftig.

Finanzexperten der Verbraucherzentralen nahmen für die Untersuchung 61 Beratungsprotokolle unter die Lupe und prüften, ob Bankkunden damit im Bedarfsfall ein Beweismittel haben, um Schadenersatzansprüche durchzusetzen. Dieses Ziel erfüllten die Protokolle durchweg nicht, lautet das Fazit.

In 49 Fällen hingegen enthielten die Papiere vielmehr Klauseln zur pauschalen Haftungsfreizeichnung für die Banken. Weitere Mängel: In 59 Fällen sei das Anlageziel nicht vollständig dokumentiert. Auch fehlten in allen 61 Protokollen Angaben über die Provisionen, die die Bank für die Vermittlung erhält.

Die Wünsche der Kunden - im Beispiel die Bedingung, dass das angelegte Geld nach zehn Jahren auf jeden Fall wieder zur Verfügung stehen muss - konnten die Bankberater demnach in vielen Protokollen nur unvollständig oder sogar falsch notieren, weil es dafür keine passenden Ankreuzkästchen gab. Bei der Abfrage der finanziellen Verhältnisse fehlten laut Untersuchung in allen Protokollen Angaben zu Krediten, die das frei verfügbare Einkommen immerhin stark schmälern können. Viele Protokolle fragen demnach zwar nach den Einnahmen, nicht aber nach den Ausgaben eines Anlegers.

Verbraucherschützer warnen vor der Unterschrift

Auch die Kenntnisse von Finanzprodukten werden laut der Untersuchung nur sehr oberflächlich abgefragt und notiert - unklar bleibe dabei, ob ein Anleger etwa den Begriff Zertifikat nur kenne oder auch wisse, wie kompliziert dieses Anleihepapier aufgebaut sei, bemängelten die Verbraucherschützer. Detaillierte und nachvollziehbare Angaben fehlten demnach auch meist zur Risikobereitschaft der Anleger, da die meisten Protokolle hier nur eine Einstufung nach einigen wenigen Klassen anbieten.

"Die Protokolle erfüllen derzeit nicht das Ziel, Klarheit über den Inhalt des Beratungsgesprächs zu schaffen und Verbrauchern damit ein Beweismittel an die Hand zu geben, um bei Bedarf Schadenersatzansprüche durchzusetzen", sagte VZBV-Chef Gerd Billen.

Der Verbraucherschützer warnte Bankkunden davor, Beratungsprotokolle zu unterschreiben. Mit der Unterschrift werde ihnen die Verantwortung für die Inhalte zugeschrieben, die oftmals noch nicht einmal den gesetzlichen Anforderungen entsprächen.

Das Bundesfinanzministerium müsse per Verordnung einen einheitlichen Standard vorschreiben und dafür auch konkrete inhaltliche Umsetzungsvorgaben definieren, forderte der VZBV. "Mehr Sorgfalt in der Finanzvermittlung wird es nur geben, wenn die Anbieter fürchten müssen, für Falschberatungen auch belangt zu werden." Erforderlich seien einheitliche und verbindliche Standards, die klarstellten, wie Beratungsprotokolle umzusetzen und zu überwachen seien.

mik/AFP/dapd

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1. ?
Klo, 22.11.2010
Zitat von sysopSie gaukeln den Kunden Sicherheit vor, doch in Wirklichkeit dienen sie allein der Absicherung der Banken: die Gesprächsprotokolle mit dem Bankberater. Oft sind die Papiere sogar gespickt mit pauschalen Haftungsfreizeichnungen für die Banken, wie Verbraucherschützer in einer Untersuchung herausfanden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,730491,00.html
Wundert das jemanden noch? Alles, aber auch absolut alles in dieser Republik dient doch dem Schutz der Banken. Oder?
2. Und was sagen die Banken dazu?
Aurelia, 22.11.2010
Zitat von sysopSie gaukeln den Kunden Sicherheit vor, doch in Wirklichkeit dienen sie allein der Absicherung der Banken: die Gesprächsprotokolle mit dem Bankberater. Oft sind die Papiere sogar gespickt mit pauschalen Haftungsfreizeichnungen für die Banken, wie Verbraucherschützer in einer Untersuchung herausfanden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,730491,00.html
Ich vermisse noch die Stellungnahme der betroffenen Banken. Um einen diskutablen Standpunkt einnehmen zu können, sollten zumindest beide Seiten argumentativ angehört werden.
3. Erstaunen
braintainment 22.11.2010
Jetzt bin ich aber baff... Die Beratungsprotokolle dienen allein dem Schutz der Banken. (nun Sarkasmus aus). Ja was denken Sie denn, dass sich die Banken hier ihr eigenes Grab schaufeln. Regelmäßig durchlesen, schön viel Zeit lassen und süffisant die für die Bank haftungsbeschränkenden Passagen streichen. Und wenn sich die Bank nicht drauf einlässt... Es gibt noch genug andere. Zur Not gibts immer noch Sachwerte!
4. ++
saul7 22.11.2010
Zitat von sysopSie gaukeln den Kunden Sicherheit vor, doch in Wirklichkeit dienen sie allein der Absicherung der Banken: die Gesprächsprotokolle mit dem Bankberater. Oft sind die Papiere sogar gespickt mit pauschalen Haftungsfreizeichnungen für die Banken, wie Verbraucherschützer in einer Untersuchung herausfanden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,730491,00.html
Das verwundert nicht!!! Der Anleger sollte schlicht darauf achten, dass er Geld bei Banken anlegt, die dem deutschen Sicherheitsfond angehören. Er sollte nicht gierig sein und stets in Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen anlegen. Inhaberschuldverschreibungen und andere Investments, deren Dignität ihre Schöpfer noch nicht einmal begreifen und überschauen können , sind riskant und gefährlich. Mit konservativen Anlagen lässt sich das Risiko ein Stück weit minimieren...
5. Auch ich konnte das beinahe nicht fassen;
Bezahler 22.11.2010
Zitat von braintainmentJetzt bin ich aber baff... Die Beratungsprotokolle dienen allein dem Schutz der Banken. (nun Sarkasmus aus). Ja was denken Sie denn, dass sich die Banken hier ihr eigenes Grab schaufeln. Regelmäßig durchlesen, schön viel Zeit lassen und süffisant die für die Bank haftungsbeschränkenden Passagen streichen. Und wenn sich die Bank nicht drauf einlässt... Es gibt noch genug andere. Zur Not gibts immer noch Sachwerte!
die Banken haben den Dummenschutz also unterminiert. Was wird eigentlich erwartet.Eine Kapitalanlage soll mir gefälligst so lange erklärt werden,bis ich dieselbige kapiert habe.Wenn ich nicht kapiere ist die Bank haftbar.So geht das in der Lebenswirklichkeit nun mal nicht.Da kann der Gesetzgeber vorgaukeln was er will.Der Dumme ist der Dumme weil Er nun mal dumm ist,Amen.
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Checkliste Beratungsgespräch
Worauf sollten Verbraucher bei einem Bankbesuch achten? Die Stiftung Warentest hat eine Checkliste zusammengestellt.
Vorbereitung
Bereiten Sie sich gut auf das Beratungsgespräch vor. Ihr Berater wird Sie fragen, wie viel Geld Sie anlegen wollen, wie lange, für welchen Zweck, und er will wissen, welches Risiko Sie dabei eingehen können. Zudem wird er Sie – das ist seine Pflicht – nach Ihren persönlichen und finanziellen Verhältnissen fragen.
Produkte
Der Berater sollte Ihnen die Produkte, die er Ihnen vorschlägt, genau erklären und die Vor- und Nachteile aufzeigen. Wenn Sie etwas nicht verstanden haben, fragen Sie nach. Scheuen Sie sich nicht vor „dummen“ Fragen. Er ist der Experte, nicht Sie, und es ist seine Aufgabe, Ihnen alles so zu erklären, dass Sie es verstehen.
Empfehlungen
Es liegt auf der Hand, dass der Berater Ihnen lieber Produkte aus dem eigenen Haus als die der Konkurrenz anbietet. Fragen Sie jedoch auf jeden Fall, wie hoch die Vertriebsprovisionen sind, die der Berater oder die Bank kassieren. Der Berater muss Ihnen das sagen. So können Sie Interessenkonflikte erkennen.
Auswahl
Lassen Sie sich mehrere Empfehlungen geben. Sie sehen dann, welches Produkt Ihnen besser gefällt. Ohnehin ist es klüger, sein Geld auf mehrere Geldanlagen aufzuteilen.
Kosten
Sie sollten wissen, was für Kosten auf Sie zukommen, wenn Sie eine Geldanlage abschließen. Ein billiges Produkt ist allerdings nicht unbedingt besser. Die Kosten sollten aber in einem vernünftigen Verhältnis zu den Ertragschancen stehen.
Entscheidung
Lassen Sie sich Zeit. Es gibt keinen Mangel an Geldanlagen. Ob Sie heute, morgen oder übermorgen unterschreiben, spielt keine Rolle.

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