Verbraucherschutz: Schmuddel-Imbisse müssen Hygiene-Ampel nicht fürchten

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Die Hygiene-Ampel für Restaurants und Imbisse wird es vorerst nicht geben. Die Verbraucherschutzminister der Länder können sich nicht darauf einigen, die Kontrollen bundesweit einzuführen - und bitten den Bund um Hilfe.

Lebensmittelkontrolleur in Restaurantküche: Hygiene-Ampel nur freiwillig Zur Großansicht
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Lebensmittelkontrolleur in Restaurantküche: Hygiene-Ampel nur freiwillig

Hamburg - Das Ergebnis war noch dürftiger als erwartet: Auf ihrer Konferenz in Hamburg haben sich die Verbraucherschutzminister von Bund und Ländern nicht darauf einigen können, ein bundesweit einheitliches System einzuführen, mit dem die Ergebnisse von Hygienekontrollen transparent gemacht werden. Die sogenannte Hygiene-Ampel kommt vorerst also nicht.

Der Grund: Die Bundesländer sind heillos zerstritten in der Frage, ob Gaststätten mit einer Farbskala von grün wie sauber über gelb wie schmuddelig bis rot wie dreckig gekennzeichnet werden sollen. Eine Gruppe wünscht sich eine Kennzeichnungspflicht, eine zweite möchte es den Betrieben überlassen, ob sie die Ampel einführen, und eine dritte lehnt sie komplett ab. In Dänemark gibt es seit zehn Jahren ein System mit farbigen Smileys, und dort scheint es zu funktionieren: Die Zahl der Beanstandungen hat sich halbiert.

Kein Zwang zur Veröffentlichung

Bundesländer wie Hamburg, die für einen Kennzeichnungszwang sind, wünschen sich eine gesetzliche Regelung - und die muss der Bund erst schaffen. Wann ein entsprechendes Gesetz in Kraft treten könnte, ließ Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner auf der Konferenz offen. Aber selbst dann kann jedes Bundesland selbst entscheiden, ob es ein entsprechendes System einführen will oder nicht, genau wie heute.

Der zweite Haken: Der Bund soll im Auftrag der Länder zusätzlich prüfen, ob es Vorgaben für die Gestaltung geben kann. Denn außer einer rot-gelb-grünen Ampel gibt es auch den Vorschlag, Smileys in denselben Farben zu vergeben, andere wollen feinere Abstufungen zulassen und einige Länder wollen die Farbe Rot ausschließen.

Einig sind sich Bund und alle Länder nur über eines - egal wie das Kontrollbarometer aussehen wird: Die betroffenen Betriebe sollen selbst darüber entscheiden dürfen, ob sie ihre grünen, gelben oder roten Ergebnisse öffentlich aushängen - oder auch nicht.

Ergebnisse erzielten die Verbraucherschutzminister allerdings bei der Organisation der Lebensmittelüberwachung: So beschlossen Bund und Länder eine intensivere Zusammenarbeit bei Lebensmittelskandalen, beispielsweise in einem bundesweiten Krisenrat. "Ziel ist es, bei Lebensmittelkrisen künftig noch schneller zu handeln, um die Aufklärung der Fälle deutlich beschleunigen zu können", sagte Aigner. Dies sei nach der EHEC-Krise und dem Dioxin-Skandal 2011 dringend nötig.

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1.
hxk 14.09.2012
Zitat von sysopErgebnisse erzielten die Verbraucherschutzminister allerdings bei der Organisation der Lebensmittelüberwachung: So beschlossen Bund und Länder eine intensivere Zusammenarbeit bei Lebensmittelskandalen, beispielsweise in einem bundesweiten Krisenrat. "Ziel ist es, bei Lebensmittelkrisen künftig noch schneller zu handeln, um die Aufklärung der Fälle deutlich beschleunigen zu können", sagte Aigner. Dies sei nach der *durch Bioprodukte verursachten* EHEC-Krise und dem Dioxin-Skandal 2011 dringend nötig
Ich war mal so frei und habe eine nicht unwichtige Angabe ergänzt.
2.
deccpqcc 14.09.2012
Zitat von sysopDie Hygiene-Ampel für Restaurants und Imbisse wird es vorerst nicht geben. Die Verbraucherschutzminister der Länder können sich nicht darauf einigen, die Kontrollen bundesweit einzuführen - und bitten den Bund um Hilfe. Verbraucherschutzminister verschieben Einführung der Hygiene-Ampel - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,855892,00.html)
auch hier ist schon am namen die lüge zu erkennen. verbraucherschutz intressiert diese herrschaften doch nicht im geringsten. vertuschungsminister würde wohl passen.
3. You get what you have paid for....
issesdas 14.09.2012
Politiker -insbesondere auf Landesebene- ist ein Beruf, bei dem man relativ wenig verdient und dennoch bei jeder Äusserung schnell angefeindet wird. Also treffen wir hier die jämmerlichsten Exemplare eines jeden Jahrgangs - und grade von den erwarten wir, dass irgendwas vernünftiges rauskommt? Lächel....
4. Wäre doch etwas für medizinische Forschung...
BettyB. 14.09.2012
These: Essen in schmuddeligen Imbissstätten erhöht Durchfallgefahr - Wahrscheinliches Ergebnis: Ja - Und damit die Chance in SPON veröffentlicht zu werden...
5.
Flari 14.09.2012
Zitat von hxkIch war mal so frei und habe eine nicht unwichtige Angabe ergänzt.
Und was ist daran so wichtig? Ich selber nutze so gut wie nie Bioware, weil sie mir im Verhätnis einfach viel zu teuer ist und die Qualitätsunterschiede zu gering oder gar nicht spürbar sind. Dennoch muss man sie nicht mit Unsinnsargumenten schlechtreden.
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