Verkauf der Zulassung Kassen wollen eines der größten Arztprivilegien kappen

Zu viele Ärzte in der Stadt, zu wenige Mediziner auf dem Land - dieses Problem ist noch immer nicht gelöst. Nun wollen die Krankenkassen eine radikale Umverteilung: Wer seine Praxis aufgibt, soll auch die Zulassung verlieren. So könnten neue Stellen dort entstehen, wo sie gebraucht werden.

Untersuchung beim Arzt: Weniger Honorare in Ballungsgebieten?
DPA

Untersuchung beim Arzt: Weniger Honorare in Ballungsgebieten?


Berlin - Es ist seit Jahrzehnten ein Privileg der Ärzte: Wer nicht mehr praktiziert, kann seine Kassenzulassung verkaufen oder vererben. Doch nach dem Willen der gesetzlichen Krankenkassen soll damit jetzt Schluss sein. Wer seine Praxis aufgibt, soll auch seine Zulassung abgeben. Der Spitzenverband der Kassen will so die Zahl der Ärzte in den Städten reduzieren und die medizinische Versorgung auf dem Land verbessern. Das berichtet die "Berliner Zeitung".

Gleichzeitig sollen den Medizinern, die sich in Gebieten mit einer hohen Arztdichte ansiedeln wollen, die Honorare gekürzt werden. Ziel beider Maßnahmen ist es, dass sich die Ärzte auch in weniger gut versorgten Regionen niederlassen, also beispielsweise in sozialen Brennpunkten oder auf dem Land.

"Alle Anstrengungen der schwarz-gelben Koalition, mehr Landärzte zu gewinnen, verpuffen völlig wirkungslos, wenn das Problem der Überversorgung nicht angegangen wird", sagte der Vize-Chef des Spitzenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg, der Zeitung. Ohne die vorgeschlagenen Änderungen werde das von Union und FDP auf den Weg gebrachte Versorgungsgesetz zudem zu höheren Ausgaben führen.

Die Änderungen sollen nur für die Ärzte gelten, die nach einer Gesetzesänderung eine Zulassung neu bekommen haben. "Wer heute bereits eine Zulassung hat, soll von der Neuregelung nicht betroffen sein. Wir wollen niemanden enteignen", sagte Florian Lanz, Sprecher des Krankenkassen-Spitzenverbands.

böl/dapd



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insgesamt 168 Beiträge
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Cleanthinking 23.04.2011
1. Oh, schwarzgelbe Anti-Lobby Politik?
Ist wohl die Ärzteschaft nicht gut genug vernetzt mit FDP und Union? Herrlich. Klar ist: Solche Privilegien gehören nicht mehr in die Zeit und abgeschafft. Punkt. Aus. Ende.
Koltschak 23.04.2011
2. Das ist ein Vorschlag gegen FDPCDSU
Zitat von CleanthinkingIst wohl die Ärzteschaft nicht gut genug vernetzt mit FDP und Union? Herrlich. Klar ist: Solche Privilegien gehören nicht mehr in die Zeit und abgeschafft. Punkt. Aus. Ende.
Häää, wie kommen Sie hier auf die FDP und CDSU??? Das ist ein Vorschlag der Krankenkassen!!! Gegen FDPCDSU!!!
MaxMatthias 23.04.2011
3. Wo bin ich oder wo ist der Haken?
Das hört sich vernünftig und durchdacht an. Das wird auf keinen Fall Realität. *verdammt, mein Weltbid wackelt*
meinname2 23.04.2011
4. mein Titel
Wenn es in der Stadt zu viele Ärtze gibt frage ich mich warum ich immer stundenlang im Aufenthaltsraum warten muss
janne2109 23.04.2011
5. gute Idee,
so wird es endlich dort Praxen geben, wo welche gebraucht werden. Alles andere paßt wirklich nicht mehr zum Bedarf.Auch das ein Arzt eine Praxis in einem schlechten Kitz übernimmt, dort einen Arzt einstellt und dann seine Privatpraxis in einer noblen Gegend öffnet und dort selbst praktiziert geht nicht. Entweder oder. Viele fähige junge Ärzte können sich gar nicht gut eingesessene alte Praxen kaufen, dieses System gehört abgeschafft.
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