Nahverkehr Verkehrsminister planen höheres Bußgeld fürs Schwarzfahren

Die Verkehrsminister der Bundesländer wollen entschiedener gegen das Schwarzfahren vorgehen. Sie planen deshalb eine spürbare Erhöhung des Bußgelds.

Straßenbahn in Hannover: Dobrindt will sich einer Regelung nicht verschließen
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Straßenbahn in Hannover: Dobrindt will sich einer Regelung nicht verschließen


Kiel - Schwarzfahrer in U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen müssen vom kommenden Jahr an mit einem deutlich höheren Bußgeld rechnen. Angesichts entgehender Einnahmen von schätzungsweise 250 Millionen Euro im Jahr sei eine Bußgeldanhebung von 40 auf 60 Euro angemessen, sagte der Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Schleswig-Holsteins Ressortchef Reinhard Meyer (SPD). "Anderenfalls würden diese Kosten vollständig auf die Allgemeinheit in Form von höheren Fahrpreisen umgelegt werden." Zuvor hatte die "Saarbrücker Zeitung" über den Vorstoß berichtet.

Das höhere Bußgeld soll einen Teil der Aufwendungen der Verkehrsunternehmen für Kontrollen ausgleichen. Die Verkehrsministerkonferenz hatte bereits im April 2013 einen einstimmigen Beschluss dazu gefasst. Nach Meyers Angaben hatte der Bund jedoch deutlich gemacht, dass er eine Initiative der Länder erwartet. Deshalb habe nun Bayern eine Bundesratsinitiative gestartet, sagte Meyer.

Ein Sprecher von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte der Zeitung: "Wenn die Länder dem folgen und sich der Bundesrat für einen solchen Vorschlag entscheidet, werden wir uns dem nicht verschließen."

mik/dpa

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insgesamt 5 Beiträge
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Christian Teuber 28.10.2014
1. Verführung zum Diebstahl ist das!
(bzw. Leistungserschleichung, wie es korrekterweise heißt) So wie ein PKW ohne Schlüssel abgestellt werden MUSS, so sollte ein Einsteigen in eine Bahn kontrolliert werden. Früher machte das der Schaffner - heute stehe die Türen jedem Gelegenheits-Schwarzfahrer weit offen. Selbst wenn dieser das gar nicht so vorhatte. Da Einstiegskontrollen meist unpraktikabel sind, verfällt man jetzt auf die GENIALE Idee, einfach die Strafen zu erhöhen. Super... Warum also nicht also die Strafen für PKW-Diebstahl erhöhen und das Nichtverschließen von Kraftfahrzeugen erlauben? (Auf dem Land wird es eh praktiziert) Das wäre nämlich der Umkehrschluss. Mein (und nicht nur mein!) Vorschlag: - ÖPNV gratis machen oder Monatskarten billig ausgeben (ALG2-Empänger/Studenten/Azubis gratis). Dann spart man erstmal Geld bei den Kontrolleuren und Verwaltung (Strafen) ein, der ÖPNV wird attraktiver und die Innenstädte massiv entlastet (Einsparungen beim Straßenbau u.a.!) Vieldiskutiert - aber man erhöht einfach mal die Strafen und drangsaliert die, die eh nichts haben, noch weiter (inkl. Haftstrafen!). Klug und sozial ist das keinesfalls.
ddrbewohner 28.10.2014
2. Macht Sinn
Da die Benutzung des ÖPNV auch immer teurer wird, sich viele Menschen inzwischen weder Auto noch ÖPNV leisten können, müssen auch die Strafen teurer werden. Sonst funktioniert die Abzocke nicht mehr. Die abgezockten Autofahrer steuigen auf den ÖPNV um, aber was machen die abgezockten ÖPNV Nutzer? Eben, Schwarzfahren. Und wenn das billiger, als das Ticket ist, ist das blöd (und bringt auch nicht so viel Kohle).
#Nachgedacht 28.10.2014
3. Keine besseren Ideen?
Statt endlich den ÖPV attraktiv zu machen, die Tarif: Dschungel zu lichten erhöht man weiter die Preise und Strafen. Auch hier billige und populistische Lösungen statt innovative Veränderungen. Blinder Aktionismus der Politik.´ Bevor man nach höheren Strafen schreit, sollte man die Ursachen der Schwarzfahrerei analysieren. Insbesondere in Großstädten würde sich schnell ergeben das der Tarifdschungel schuld ist, darüberhinaus dürften Touristen aus dem In- und Ausland zu selbigen werden. Das inzwischen auch viele frustrierte eine Protestform sehen, ist ganz sicher nicht in Ordnung aber auch hier wäre es die schlechteste Form. Weil das Pferd von hinten aufgezäumt wird. Warum funktioniert es in anderen Ländern? #Nachgedacht
ashrak2014 28.10.2014
4.
Wie überall ist der erste Gedanke Strafmaß Erhöhung, wer und wie die Kontrolle verbessert wird und durchgeführt werden soll, bleibt wie immer offen. Eine Strafe bringt nix, wenn niemand da ist der Sie durchsetzten kann.
kernbohrer 29.10.2014
5. Wer eine Leistung in Anspruch nimmt...
... muss auch dafür bezahlen. Zumindest in Berlin und im Raum Köln/Bonn, andere Regionen kenne ich nicht genug, ist der öffentliche Nahverkehr so billig, dass ihn sich jeder leisten kann. Wer jedoch so kalkuliert, es sei billiger gelegentlich eine Strafe für Schwarzfahren zu bezahlen als sich regelmäßig eine Fahrkarte zu kaufen, muss dann eben ordentlich löhnen wenn er erwischt wird. Deshalb mehr Kontrollen und eine deutliche Erhöhung der Strafe!
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