Verkehrsministerium Vier Planspiele für die Pkw-Maut

Die Pkw-Maut sorgt erneut für Aufregung: Das Verkehrsministerium hat mehrere Varianten einer möglichen Autofahrerabgabe durchrechnen lassen. Im Extremfall müssten Verbraucher jährlich 365 Euro zahlen. Eine Sprecherin sagt, es gebe keine Bestrebungen, die erhobenen Szenarien durchzusetzen.

Autobahn: Pkw-Fahrer könnten bald Maut zahlen
dapd

Autobahn: Pkw-Fahrer könnten bald Maut zahlen


Berlin - Der Streit um die Pkw-Maut geht in eine neue Runde: Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) habe mehrere Modelle für eine elektronische Pkw-Vignette durchrechnen lassen, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf ein ihr vorliegendes vertrauliches Papier aus dem Bundesverkehrsministerium. Es trägt die Überschrift "Verschiedene Szenarien für eine E-Vignette auf Bundesautobahnen und Bundesfernstraßen".

In der extremen Variante gehen die Berechnungen der Fachbeamten davon aus, dass die Kfz-Steuer, wie von Mautbefürwortern gefordert, abgeschafft wird. Bei dieser Annahme müssten die Autofahrer jährlich 365 Euro Pkw-Maut zahlen.

Eine Sprecherin bestätigte SPIEGEL ONLINE die Echtheit des Papiers. Bestrebungen, eines der erhobenen Szenarien durchzusetzen, gebe es nicht. "Es handelt sich um ein Arbeitspapier, das der reinen Informationsgewinnung dient", sagte die Sprecherin. "Eine Pkw-Maut ist im Koalitionsvertrag nicht vorgesehen."

Nach den Angaben der "Bild"-Zeitung unterstellt das Papier insgesamt vier denkbare Szenarien für Pkw und Lkw bis 12 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht.

  • Variante 1: Die Einführung einer elektronischen Vignette zu 80 Euro (30 Euro für zwei Monate, zehn Euro für zehn Tage). Das würde Gesamteinnahmen in Höhe von 3,41 Milliarden Euro bedeuten.
  • Variante 2: Die Einführung einer elektronischen Vignette zu 100 Euro pro Jahr. Wer wenig fährt oder als Ausländer im Transit durch Deutschland reist, kann in diesem Fall eine Vignette für zwei Monate zu 30 Euro oder für zehn Tage zu zehn Euro lösen. Gesamteinnahmen werden mit 4,17 Milliarden Euro veranschlagt.
  • Variante 3: Die Vignette soll 155 Euro kosten. Bei diesem Beispiel wären 50 Euro für zwei Monate und 17 Euro für zehn Tage zu zahlen. Angepeilte Einnahmen: elf Milliarden Euro.
  • Variante 4: Diese geht laut dem Bericht davon aus, dass die Kfz-Steuer abgeschafft wird. Es müssten Einnahmeeinbußen von rund neun Milliarden Euro ausgeglichen werden. Die Vignette soll 15,5 Milliarden Euro erzielen. Hierzu müsste die Preisstaffelung wie folgt aussehen: 365 Euro für ein Jahr, 125 Euro für zwei Monate, 45 Euro für zehn Tage.

Nach dem Bericht der Zeitung wird in allen Rechenmodellen unterstellt, dass auch Motorradfahrer Maut zahlen - und zwar 30 Euro pro Jahr oder 10 Euro für zwei Monate.

ssu/dpa/dapd

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insgesamt 267 Beiträge
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Seite 1
Kranken-pfleger 18.04.2011
1. Hoffentlich
Zitat von sysopKommt die Pkw-Maut doch? Laut einem Zeitungsbericht hat das Verkehrsministerium vier Varianten einer möglichen Autofahrer-Abgabe durchrechnen lassen. Im Extremfall*müssten Verbraucher jährlich 365 Euro zahlen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,757623,00.html
wird die Maut von der zukünftigen grünen Kanzler-in verdoppelt. Zum Wohle der Natur. Reduzierung von CO². Das Geld kann benutzt werden zum Rückbau von Autobahnen.
hikari36 18.04.2011
2. ...
Zitat von sysopKommt die Pkw-Maut doch? Laut einem Zeitungsbericht hat das Verkehrsministerium vier Varianten einer möglichen Autofahrer-Abgabe durchrechnen lassen. Im Extremfall*müssten Verbraucher jährlich 365 Euro zahlen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,757623,00.html
So, wie ich unsere Politiker kenne, werden sie sich wohl auf Variante vier einigen. Das bringt am Meisten. Und darum geht es doch auch nur. Dem Bürger noch weiter in die Tasche greifen. Eine Besteuerung nach der Laufleistung von PKW´s gibt es doch schon. Die Mineralölsteuer. Wer viel fährt, tankt viel. Und wen wird es am Härtesten treffen. Den Pendler und den kleinen Handwerker, der ja auch viel auf Montagemuß.
Vision6, 18.04.2011
3. Es reicht
Zitat von sysopKommt die Pkw-Maut doch? Laut einem Zeitungsbericht hat das Verkehrsministerium vier Varianten einer möglichen Autofahrer-Abgabe durchrechnen lassen. Im Extremfall*müssten Verbraucher jährlich 365 Euro zahlen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,757623,00.html
Ganz ehrlich, diese permanenten Ideen, wie man dem Bürger noch mehr Geld abpressen kann, gehen mir voll auf den Nerv. Statt sich Gedanken darüber zu machen, wie man anständig wirtschaftet und die ganzen Verschwendungen, die der Bundesrechnungshof in seinem armseligen jährlichen Bericht veröffentlicht (denn mehr ist es ja nicht), vermeidet und den wirklich Geld benötigenden Bereichen zuführt, schöpft man lieber aus dem Vollen und greift bei Bedarf noch ein paar mal in die Taschen der Bürger. So nicht mehr mit mir. Noch ein so ein Ding und dieses bekloppte Land sieht nur noch meine Staubwolke.
H-Vollmilch 18.04.2011
4. .
Bei Variante 4 kommen die Diesel und/oder SUV-Fahrer ja bravorös weg. Kleinwagen und andere sparsame Fahrer sind die Verlierer. Klarer Hirnfurz aus Berlin.
heldenmut 18.04.2011
5. Abzockerei
Autofahrer aufgepasst. Das wäre erst ein "bescheidener" Anfang. Wie die Raubritter im Mittelalter greift der Staat in die Taschen seiner Bürger. Die kriegen nie den Hals voll. Und trotzdem steigen die Schulden jetzt schon auf über 2 Billionen Euro. Politiker können es nicht lassen, Geld verschwenderisch auszugeben. Der Atomausstieg ist der nächste Fall von immensen Geldausgaben. Dann folgt die von Brüssel verlangte Dieselsteuererhöhung. Und so weiter und so weiter...
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