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Verletzte bei Occupy-Protest: New Yorker Polizei nimmt Hunderte Aktivisten fest

Zwei Monate nach ihrer Entstehung hat sich die Occupy-Wall-Street-Bewegung mit landesweiten Protesten zurückgemeldet. In New York kam es zu Ausschreitungen und zahlreichen Festnahmen. In mehreren anderen US-Städten besetzten die Aktivisten Brücken.

New York - Sie geben nicht auf: Zwei Tage nach der Räumung ihres Protestcamps im Zuccotti Park haben am Donnerstag in New York mehrere tausend Anhänger der Occupy-Wall-Street-Bewegung gegen die Macht der Banken und soziale Ungerechtigkeit protestiert. Dabei wurden nach neuen Angaben mindestens 300 Menschen festgenommen.

Die Proteste blieben überwiegend friedlich, vereinzelt kam es jedoch zu Ausschreitungen. Zehn Demonstranten und sieben Polizisten wurden bei den Zusammenstößen in der Nähe der Börse verletzt. Einigen Beamten soll von den Aktivisten eine brennende Flüssigkeit in die Augen gespritzt worden sein. Dabei könnte es sich nach Informationen der Nachrichtenagentur AP um Essig gehandelt haben, den viele Demonstranten als Gegenmittel zu Tränengas bei sich tragen.

Die Demonstranten zogen zur Finanzmeile Wall Street in Manhattan, die von einem massiven Polizeiaufgebot abgeriegelt wurde. Ihr Vorhaben, die Börse lahmzulegen, konnten die Demonstranten dabei nicht umsetzen. Die Reaktionen von Passanten waren unterschiedlich. "Sucht euch Arbeit!", riefen manche. Der Analyst Daniel Reynolds schloss sich dagegen den Protesten an. "Das ist ein toller Abend für eine Revolution", zitierte ihn die Nachrichtenagentur Reuters.

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Aktivisten besetzen baufällige Brücken

In den Abendstunden liefen die Aktivisten dann über die Brooklyn Bridge; dabei blieb es weitgehend friedlich. Anfang Oktober hatte die Polizei bei einem Occupy-Marsch über die Brücke mehr als 700 Menschen festgenommen.

Auch in anderen US-Städten liefen Demonstranten auf Brücken und besetzten diese zum Teil. Sie wollten damit auf den schlechten Zustand der Bauwerke aufmerksam machen, durch deren Reparatur ihrer Meinung nach neue Arbeitsplätze entstehen könnten. Zu Protesten kam es unter anderem in Washington, Chicago, Los Angeles, Miami, Detroit, Boston und Portland.

Die Occupy-Bewegung hatte über soziale Netzwerke wie Facebook zu den neuen Protesten am "Day of Action" (Aktionstag) aufgerufen. Dieser kam genau zwei Monate nach der Entstehung der Bewegung und zwei Tage, nachdem die New Yorker Polizei in einer Nacht-und-Nebel-Aktion das Protestcamp im Zuccotti Park vorübergehend geräumt hatte.

Die Bewegung hat sich in den vergangenen Wochen in zahlreiche US-Städte und andere Länder ausgedehnt. "Wir wollen sicherlich mehr Leute sehen, die sich mobilisieren und zeigen", sagte Occupy-Sprecher Jeff Smith. Dennoch seien die neuerlichen Proteste ein "fantastisches Ergebnis".

dab/AFP/dpa/Reuters/AP

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