Börsenboom Deutschlands Reiche werden noch reicher

Während die Zinsen nahe Null dümpeln, steigt der Wert von Aktien und Immobilien in Deutschland rasant. Davon profitieren vor allem Millionäre. Ihr Reichtum koppelt sich zunehmend von der Weltwirtschaft ab.

Millionärsmesse in München: Es geht weiter bergauf
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Millionärsmesse in München: Es geht weiter bergauf


Frankfurt - Das Vermögen der reichsten deutschen Bürger ist im vergangenen Jahr erneut deutlich gestiegen. Die Zahl der Dollar-Millionäre stieg dadurch um 11,4 Prozent auf nunmehr 1,13 Millionen. Das ergab eine Studie der Beratungsgesellschaft Capgemini und der Royal Bank of Canada. Die deutsche Oberschicht profitierte demnach vor allem von stark gestiegenen Aktienkursen und den hohen Wertzuwächsen bei nicht selbstgenutzten Immobilien.

Ungeachtet des auf 2,2 Prozent gesunkenen globalen Wirtschaftswachstums und der Minizins-Politik der Notenbanken, konnten die Reichen auch 2013 ihre Vermögen weiter mehren. Weltweit stieg die Zahl der Menschen mit einem Anlagevermögen von mehr als einer Million US-Dollar um 14,7 Prozent auf 13,7 Millionen. Das von ihnen gehaltene Kapital wuchs um 14 Prozent auf 52,6 Billionen Dollar. Zum Vergleich: Die gesamten deutschen Staatsschulden betragen rund 2 Billionen Euro.

Mehr Reiche als in Deutschland gab es 2013 nur in Japan und in Nordamerika, wo etwa jeder vierte Millionär lebt. Noch in diesem Jahr werde allerdings die Asien-Pazifik-Region in dieser Zählung an den ersten Platz vorbeiziehen, sagte Capgemini-Experte Klaus-Georg Meyer.

Die Berater erwarten auch in den kommenden Jahren eine starke Wertentwicklung für die Vermögen ihrer reichen Kunden: Der Prognose zufolge werden sie im Jahr 2016 über insgesamt rund 64,3 Billionen Dollar verfügen - das entspricht einem jährlichen Zuwachs von 6,9 Prozent. Mit einer Steigerung von 7,1 Prozent liegt Europa vor Nordamerika, aber auch deutlich hinter Asien. Dort wird ein jährliches Vermögensplus von 9,8 Prozent erwartet.

Vom gestiegenen Reichtum deutscher Millionäre profitiert ihre Heimat nur sehr begrenzt: Mehr als 40 Prozent ihres Vermögens legten sieder Befragung zufolge außerhalb Europas an.

dab/dpa

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insgesamt 39 Beiträge
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Highthink 18.06.2014
1. Willfährige Opfer
Je höher die Schulden, desto wertloser Geld, desto wertvoller Produktivvermögen und Immobilien. Die furchtbare Zusammenarbeit linksgrüner Parteien und der Superreichen sowie der mächtigen Lobbys wird von denen beklatscht, denen die Rechnung präsentiert wird. Ein historisch beispielloser Raubzug gegen den - insbesondere - unteren Mittelstand findet statt und die Opfer klatschen Beifall.
mr.feelgood 18.06.2014
2. Konzept in Lade?
Je mehr "Geld" auf diese Weise bestimmte Leute immer reicher macht, verliert es unten an wirklichem Wert, weil es biskalmäßig imme rmehr wird. Da sist schon eine Inflation, weil der Abstand zwischen reich und arm so immer und immer größer wird. Irgendwann wird diese Blase platzen und dann.... hoffen wir, daß da ein funktionsfähiges Konzept in der Kanzlerschublade liegt. Wenn es die noch gubt dann.
marthaimschnee 18.06.2014
3.
Nur blöd, alles was die wo auch immer anlegen, leiht sich jemand, er SCHULDET das dann dem Anleger. Wer Schulden abbauen will, muß also gleichzeitig Vermögen abbauen!
anamarie 18.06.2014
4. selbstverständlich
dass man reich sein darf! aber nicht auf kosten anderen! man kann doch nicht sagen dass es in ordnung ist dass manche menschen ihr leben, aus verschiedenen gründen im egsistenzminimum verbringen, und deren kinder dann auch, während die anderen nicht wissen wohin mit dem reichstum. die generationen vor uns haben gearbeitet, und heute nehmen für sich manche menschen dass so selbstverständlich, als gehöre es ihnen. nur weil die verteilung so ungerecht ist! und was schlimmste dabei ist, auch politische entscheidungen werden dann unter einfluß von solchen getroffen, und es ist nicht zu sehen dass es eine lösung gibt. unzufriedenheit wächst. die geschichte hat immer gelehrt, wenn etwas nicht richtig lief, würde verändert. dann, aber, nutzt kein reichstum mehr, niemandem! und gier auch nicht!
delta058 18.06.2014
5.
Zitat von sysopDPAWährend die Zinsen nahe Null dümpeln, steigt der Wert von Aktien und Immobilien in Deutschland rasant. Davon profitieren vor allem Millionäre. Ihr Reichtum koppelt sich zunehmend von der Weltwirtschaft ab. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/vermoegensstudie-deutschlands-reiche-werden-noch-reicher-a-976008.html
Tja, es wäre ja ein leichtes das mit Steuern zu regeln, aber das will ja keiner unserer Politker. Es ist in einer Demokratie unmöglich einer kleinen Minderheit ein bißchen was weg zu nehmen damit es der Mehrheit zu gute kommt. Seltsam...
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