Verschwendung US-Gesundheitssystem könnte 700 Milliarden Dollar einsparen

Diese Studie passt Barack Obama gut ins Konzept: Im US-Gesundheitswesen werden laut Thomson Reuters jährlich 700 Milliarden Dollar verschwendet. Sollte die Summe eingespart werden, wäre eine Reform des Systems leicht zu finanzieren.

Übergewichtige in den USA: Zu viele Antibiotika, zu viele Betrügereien
AFP

Übergewichtige in den USA: Zu viele Antibiotika, zu viele Betrügereien


Washington - Es ist eine gigantische Summe: Im US-Gesundheitswesen werden jährlich rund 700 Milliarden Dollar verschwendet. Das entspricht einem Drittel des gesamten Gesundheitsbudgets, wie eine am Montag veröffentlichte Studie von Thomson Reuters ergab. Die Einsparmöglichkeiten seien enorm.

Unter anderem kritisiert die Studie einen übermäßigen Gebrauch von Antibiotika. Zudem würden Betrügereien das System etwa 200 Milliarden Dollar im Jahr kosten. Der Studie zufolge könnten Ausgaben gekürzt werden, ohne die Qualität der Versorgung beschneiden zu müssen.

Die Studie dürfte US-Präsident Barack Obama bei seinem wichtigsten innenpolitischen Vorhaben Rückenwind geben: einer groß angelegten Gesundheitsreform. Kritiker unter den Republikanern und in Teilen von Obamas Demokratischer Partei halten seine Vorschläge für nicht finanzierbar.

Die Chef-Wirtschaftsberaterin des Präsidenten, Christina Romer, sieht eine Reform des Gesundheitswesens derweil als wichtigsten Schritt zur Reduzierung des Haushaltsdefizits. Eine Reform könne die Wachstumsrate bei den Gesundheitskosten bremsen, sagte sie laut Redetext bei einer Veranstaltung in Washington. Gegenwärtig haben etwa 46 Millionen der 300 Millionen Amerikaner keinen Versicherungsschutz, obwohl die USA pro Kopf die weltweit höchsten Ausgaben für Gesundheit haben.

wal/Reuters



insgesamt 3856 Beiträge
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ecce homo 07.08.2009
1. Obama
Ist halt schwer Präsident in der USA zu sein ohne Krieg zu führen. So gut wie alle Präsidenten, die eine zweite Amtszeit hatten, hatten gerade einen Krieg geführt. Man sollte Obama auch nicht als einen Heilsbringer sehen - es reicht, wenn er die Probleme nicht noch vermehrt und die Welt nicht noch mehr verschlechtert, wie dies ein Bush getan hat. Vielleicht ist Obama aber kein wirtschaftsliberal-kapitalistischer Präsident und die wird in gewissen Kreisen weniger verziehen, als ein Präsident den unnütz Menschen umbringen und foltern läßt.
Garibaldi, 07.08.2009
2. Die Reform kann gelingen
Es wird aber sehr schwer. Die Gesundheitslobby ist extrem stark und perfide. Die Versicherungen wollen am lukrativen system nichts ändern. Sie setzen massive Mitteln ein wie PR-Kampagnen, Lobbyisten als Wissenschaftler getarnt, Republikanische Politiker die in den Medien gezielt desinformieren, Medien die Manipulieren. Eigentlich das gleiche wie in Deutschland auch.
Bettelmönch, 07.08.2009
3.
Zitat von sysopDer Widerstand gegen Barack Obamas Gesundheitsreform wird immer lauter und hässlicher. Nun steckt das Mammutvorhaben endgültig fest. Das politische System der USA mit seinen Dauer-Showkampf im Kongress spielt den Gegnern des Präsidenten in die Hände. Wie kann die Reform noch gelingen?
Ich kapier das nicht ganz. Wenn die Leute das nicht wollen, sollen sie´s bleiben lassen. Wer sagt, daß das System reformiert werden muß? Könnten sich eigentlich nicht die 47 Millionen Unversicherten zusammenschließen und ihre eigene Versicherung gründen? Dann wäre das Problem doch gelöst.
Peter Kunze 07.08.2009
4. Der Naivität abschwören
Zitat von sysopDer Widerstand gegen Barack Obamas Gesundheitsreform wird immer lauter und hässlicher. Nun steckt das Mammutvorhaben endgültig fest. Das politische System der USA mit seinen Dauer-Showkampf im Kongress spielt den Gegnern des Präsidenten in die Hände. Wie kann die Reform noch gelingen?
Tach, Obama muss dringend zwei Probleme lösen: 1.) Die eigene Partei auf seine Linie bringen. 2.) Sich vom Konsensgedanken verabschieden. Politiker sind primär nicht am gemeinsamen Wohl des Landes interssiert sondern vertreten Interessengruppen. Die Republikaner im Kapitol sind in der Minderheit. Statt mit salbungsvollen Reden deren Zustimmung ergattern zu wollen sollte Obama sie schlicht und einfach ignorieren und als das behandeln, was sie sind: Opposition. Nur wenn er endlich Führungsstärke zeigt kann er das Ruder noch rumreissen. Bye Peter
rkinfo 07.08.2009
5.
Zitat von sysopDer Widerstand gegen Barack Obamas Gesundheitsreform wird immer lauter und hässlicher. Nun steckt das Mammutvorhaben endgültig fest. Das politische System der USA mit seinen Dauer-Showkampf im Kongress spielt den Gegnern des Präsidenten in die Hände. Wie kann die Reform noch gelingen?
Dass es in den USA gerade unter den Republikanern Fanatiker gibt hat ja die Ära G.W.B. gut gezeigt. Wichtig wird aber werden ob die private Versicherungswirtschaft den US Präsidenten unterstützen wird. Wobei jene aber aktuell erlebt wie ihre Kunden in Armut versinken und wegbrechen. Nicht auszuschließen sind Eigeninitiativen der großen Firmen oder Verbände selbst Ärzte anzustellen und so günstigere Kostenstrukturen zu erhalten. Geschieht nichts wird der privaten Krankenversicherungen und auch den Ärzten definitiv die Kundschaft wegbrechen. Es ist also wirtschaftlicher Wahnsinn nicht zu reformieren.
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