Vertrauensverlust Ex-Bundesbanker Weber bangt um den Euro

Im Streit trat er zurück, nun kann Axel Weber Klartext reden: Der frühere Bundesbank-Präsident warnt vor einem Vertrauensverlust für den Euro. Zur Lösung der Krise schlägt er eine stärkere europäische Integration vor - Brüssel soll in die nationalen Haushalte hineinregieren dürfen.

Axel Weber: "Europa kann sich einen Rückschritt nicht leisten"
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Axel Weber: "Europa kann sich einen Rückschritt nicht leisten"


Hamburg - Der Vertrauensverlust in den Euro Chart zeigen bereitet Axel Weber große Sorge: Die Investoren hätten ihr Geld im Vertrauen auf die Stabilität der Staatsfinanzen im Euro-Raum angelegt. "Jetzt zweifeln sie daran, dass Europa diese Stabilität noch besitzt", sagte der frühere Bundesbank-Präsident in der "Zeit". "Manche fragen sich sogar, ob Europa noch zu dieser Währung steht."

Nur ein neuer Integrationsschub kann nach Webers Einschätzung das Vertrauensproblem lösen. "Europa kann sich einen Rückschritt nicht leisten. Wir brauchen eine engere Abstimmung in der Finanzpolitik, mehr Eingriffsrechte in nationale Staatsetats und ein klares Bekenntnis zur Konsolidierung." Auch die Rettungsschirme seien wichtig, um das Vertrauen der Anleger zu gewinnen. "Ich habe die Hilfen für Griechenland seinerzeit im Bundestag als vertretbar bezeichnet. Dazu stehe ich nach wie vor."

Einen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion hält Weber anders als viele Wirtschaftsexperten nicht für zwingend. "Ich glaube, dass - den politischen Willen vorausgesetzt - der Euro als Währung aller Staaten, die ihn jetzt eingeführt haben, eine Zukunft hat", sagte Weber der Zeitung. Es gebe Schwellenländer, die in den achtziger Jahren in einer noch schlimmeren Lage gewesen seien. "Sie haben massive Konsolidierungsmaßnahmen auf den Weg gebracht und innerhalb von wenigen Jahren das Vertrauen der Kapitalmärkte wieder gefunden."

"Hochpolitische Fragen darf man nicht Technokraten überlassen"

Seinem Nachfolger Jens Weidmann stärkte Weber im Streit über die Euro-Rettung den Rücken. "Die Bundesbank steht für Stabilität und Langfristorientierung ein, und das ist richtig so", sagte er. Weidmann hatte im Rat der Notenbank gegen den umstrittenen Kauf von Anleihen aus den Euro-Krisenländern gestimmt und sich dagegen ausgesprochen, das Volumen des Rettungsfonds EFSF mit Hilfe von Zentralbankgeld zu erhöhen.

Weber kritisierte, dass die Zentralbanken zunehmend finanzpolitische Aufgaben übernähmen, für die sie keine Legitimation hätten. "Wir sprechen hier über hochpolitische Fragen, die man nicht einem Gremium von - in diesem Fall absolut wertfrei gesprochen - Technokraten überlassen darf, wie es die Zentralbanken sind und erklärtermaßen sein sollen. Das Privileg, unabhängig zu sein, bringt die Verpflichtung mit sich, sich auf seine Kernaufgabe zu konzentrieren."

Weber war am 30. April 2011 als Bundesbankchef zurückgetreten. Bis dahin hatte er als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet gegolten, mit dem er sich in der Frage der Staatsanleihenankäufe der EZB überworfen hatte.

kra/dapd

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Seite 1
sorum11 28.09.2011
1. Erleuchtung
Nachtigall, ick hör´ dir trapsen: Man hat absichtlich Pleitestaaten mit in die EU genommen, um nachher auf breiter Front "in die Staaten hineinregieren" zu können, so auch nach Deutschland. Griecheland ist nur ein Bauernopfer für die Pläne der EUdSSR. Jetzt wird mir vieles klarer!
ratxi 28.09.2011
2. Da draussen
Zitat von sysopIm Streit trat er zurück, nun kann Axel Weber Klartext reden: Der frühere Bundesbank-Präsident warnt vor einem Vertrauensverlust für den Euro. Zur Lösung der Krise schlägt er eine stärkere europäische Integration vor - Brüssel soll in die nationalen Haushalte hineinregieren dürfen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,788823,00.html
Vertrauensverlust? Wo hat er das denn her? Hat er sich etwa im Volk umgehört, da draussen?
Bhur Yham, 28.09.2011
3. Tja, schaun' mer mal
Zitat von sysopIm Streit trat er zurück, nun kann Axel Weber Klartext reden: Der frühere Bundesbank-Präsident warnt vor einem Vertrauensverlust für den Euro. Zur Lösung der Krise schlägt er eine stärkere europäische Integration vor - Brüssel soll in die nationalen Haushalte hineinregieren dürfen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,788823,00.html
Wenn es dann nicht zu einem Volksaufstand kommt, wann dann?
naturfreund 28.09.2011
4. Wirtschaftsintegration
Die großen Unternehmen mögen ja an einer stärkeren Integration interessiert sein. Das muss dann auch zu stärkerer politischer Integration führen oder die Politik hat nichts mehr zu sagen. Die ja dann nur in ihrem jeweiligen Land für Ordnung sorgen, als Organisationsabteilung. Man sieht ja wohin das Ganze führt. Die UddSSR ist auseinander gefallen und in den USA sieht es ja auch nicht gerade rosig aus. Insbesondere die Bevölkerungen in den großen vereinigten Staaten leiden. Ich denke, es wäre besser, wenn es bei den Nationalstaaten bliebe und es der Bevölkerung besser ginge. An dem Reichtum der globalen Unternehmen bin ich weniger interessiert.
la borsa, 28.09.2011
5. Integration
Zitat von sysopIm Streit trat er zurück, nun kann Axel Weber Klartext reden: Der frühere Bundesbank-Präsident warnt vor einem Vertrauensverlust für den Euro. Zur Lösung der Krise schlägt er eine stärkere europäische Integration vor - Brüssel soll in die nationalen Haushalte hineinregieren dürfen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,788823,00.html
allerdings dann ohne Länder-(Nationen-)finanzausgleich. Alles andere ist SPD-Politik. Nur dann regelt die Faktorallokation der Markt. Was haben wir nicht schon Geld in den Osten geschickt, Geld in Süden? Nein!
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