Volksabstimmung: Schweizer lehnen längeren Urlaub ab

"Sechs Wochen Ferien für alle" - das forderte eine Schweizer Gewerkschaft, doch die Bürger des Landes lehnen die zusätzliche freie Zeit ab: In einer Volksabstimmung votierte die Mehrheit gegen die Initiative. Die meisten fürchten Wettbewerbsnachteile.

Gegner-Plakat: Verschiedene Nachteile befürchtet Zur Großansicht
DPA

Gegner-Plakat: Verschiedene Nachteile befürchtet

Bern - Bis zuletzt trommelten die Arbeitgeber gegen die Initiative - jetzt hat sich ihr Einsatz bezahlt gemacht: Die Schweizer haben sich bei einer Volksabstimmung mit deutlicher Mehrheit gegen eine Verlängerung des gesetzlichen Mindesturlaubs von vier auf sechs Wochen entschieden. 67 Prozent der Teilnehmer stimmten laut Hochrechnung des öffentlich-rechtlichen Schweizer Fernsehens (SF) gegen diese Initiative des Gewerkschaftsdachverbandes Travail.Suisse. Nur 33 Prozent votierten demnach für mehr Urlaub.

Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) reagierte erfreut auf das deutliche Nein zur sogenannten Ferieninitiative. Die Stimmbürger hätten erkannt, dass "etwas, das anfangs angenehm tönt, bei näherem Nachdenken doch verschiedene Nachteile bringt", sagte SAV-Präsident Thomas Daum.

Zuvor hatten der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse sowie die Regierung zur Ablehnung der Ferieninitiative aufgerufen. Sie warnten, dass eine Verlängerung des Mindesturlaubs Milliarden kosten würde und zur Verlagerung von Arbeitsplätzen in Euro-Länder wie Deutschland führen könnte, wo die Lohnkosten deutlich niedriger seien.

Die Gewerkschaften hatten argumentiert, Arbeitnehmer bräuchten angesichts eines gestiegenen Leistungsdrucks mehr Zeit für Erholung. Nach der Niederlage sagte Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes (SGV), die Abstimmenden hätten wohl "Realitätssinn" gezeigt.

yes/dapd

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insgesamt 152 Beiträge
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1. Schweiz hat Mindestlohn von 18,50 E
einfachgerecht 11.03.2012
Ja die Schweizer haben nur 20 Tage Urlaub, obwohl die meisten schweizer Arbeitgeber schon 25 Tage geben. Aber man sollte auch den Mindestlohn von 18,50 E registrieren!!!! Wir haben noch nicht mal 7,50 Euro und wenn in nur manchen Bereichen. Gerne können wir tauschen , auch nur 20 Tage Urlaub in Deutschland , aber dann auch einen Mindestlohn von 18,50Euro. Und selbst wenn wir 10 Tage mehr arbeiten würden, hätten wir nie die schweizerischen Normaleinkommen!!!!
2. Neid
Schlumperli 11.03.2012
Zitat von sysop"Sechs Wochen Ferien für alle", forderte eine Schweizer Gewerkschaft - doch die Bürger des Landes lehnen die zusätzliche Freizeit klar ab: In einer Volksabstimmung stimmte die Mehrheit gegen die Initiative. Die meisten fürchteten Wettbewerbsnachteile. Volksabstimmung: Schweizer lehnen längeren Urlaub ab - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,820637,00.html)
Man kann die Schweizer nur beneiden. Sie werden gefragt. Sie dürfen abstimmen über wichtige und unwichtige Dinge. Direkte Demokratie ist echte Demokratie. Das beste Mittel gegen Politik-Verdrossenheit. Wann endlich auch bei uns ? Wann endlich bundesweite Volksabstimmungen ?
3. xxx
RioTokio 11.03.2012
Zitat von einfachgerechtJa die Schweizer haben nur 20 Tage Urlaub, obwohl die meisten schweizer Arbeitgeber schon 25 Tage geben. Aber man sollte auch den Mindestlohn von 18,50 E registrieren!!!! Wir haben noch nicht mal 7,50 Euro und wenn in nur manchen Bereichen. Gerne können wir tauschen , auch nur 20 Tage Urlaub in Deutschland , aber dann auch einen Mindestlohn von 18,50Euro. Und selbst wenn wir 10 Tage mehr arbeiten würden, hätten wir nie die schweizerischen Normaleinkommen!!!!
Die ganze schweizer Nation profitiert von den Banken die ja bekanntlich durch Spekulation und Zinsgewinne riesige Profite mit wenig Arbeit einfahren. Da die Welt Ihre Steuerfluchtgelder etc. in der Schweiz parkt ist dort Geld zum Verteilen vorhanden. Ist nicht auf Deutschland übertragbar, wir müssen noch selbst arbeiten...
4.
Michels Pierre 11.03.2012
Zitat von sysop"Sechs Wochen Ferien für alle", forderte eine Schweizer Gewerkschaft - doch die Bürger des Landes lehnen die zusätzliche Freizeit klar ab: In einer Volksabstimmung stimmte die Mehrheit gegen die Initiative. Die meisten fürchteten Wettbewerbsnachteile. Volksabstimmung: Schweizer lehnen längeren Urlaub ab - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,820637,00.html)
Diese Abstimmung zeigt dass das schweizer Volk nicht dumm ist. In Frankreich haben die Sozis vor einiger Zeit die 35 Stundenwoche eingeführt und das Ergebnis ist ja beschämend. Ohne Arbeit und Fleiss kann man keinen Wohlstand erlangen.
5.
walsi911 11.03.2012
Zitat von einfachgerechtJa die Schweizer haben nur 20 Tage Urlaub, obwohl die meisten schweizer Arbeitgeber schon 25 Tage geben. Aber man sollte auch den Mindestlohn von 18,50 E registrieren!!!! Wir haben noch nicht mal 7,50 Euro und wenn in nur manchen Bereichen. Gerne können wir tauschen , auch nur 20 Tage Urlaub in Deutschland , aber dann auch einen Mindestlohn von 18,50Euro. Und selbst wenn wir 10 Tage mehr arbeiten würden, hätten wir nie die schweizerischen Normaleinkommen!!!!
Welche Branche meinen Sie? In der Schweiz gibt es keinen allgemein gültigen Mindestlohn. In einigen Branchen gibt es diesen aber noch lange nicht in allen.
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