Trotz Anstiegs Von der Leyen rechnet mit Erholung auf Arbeitsmarkt

Die Zahl der Menschen ohne Job steigt erstmals seit zwei Jahren wieder über die Marke von drei Millionen - doch Arbeitsministerin von der Leyen gibt sich optimistisch: Sie hofft auf eine Erholung ab Mitte des Jahres.

Arbeitsministerin von der Leyen: Vorsichtiger Optimismus trotz steigender Arbeitslosenzahl
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Arbeitsministerin von der Leyen: Vorsichtiger Optimismus trotz steigender Arbeitslosenzahl


Berlin - Wieder mehr als drei Millionen Arbeitslose. Höchster Stand seit fast zwei Jahren. Für Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist das aber kein Grund zur Sorge: Die Werte bewegten sich in dem für die Jahreszeit gewöhnlichen Korridor, sagte von der Leyen am Donnerstag in Berlin. "Nach wie vor hat den größten Einfluss auf den Arbeitsmarkt das Winterwetter." Traditionell liegen die Arbeitslosenzahlen im Januar besonders hoch, weil wegen der Kälte auf Baustellen oder in Biergärten weniger gearbeitet wird.

Im Januar waren 3,14 Millionen Menschen ohne Job, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Vormittag in Nürnberg mitgeteilt hatte. Das sind 298.000 mehr als im Dezember und 54.000 mehr als vor einem Jahr.

Doch ähnlich wie die Arbeitsministerin hatte sich zuvor auch Arbeitsagenturchef Frank-Jürgen Weise: "Die ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben auf dem Arbeitsmarkt nur wenige Spuren hinterlassen", sagte Weise. Berücksichtige man die üblichen saisonalen Schwankungen, sei die Arbeitslosenzahl im Januar sogar leicht zurückgegangen.

BA-Chef Weise: "Für 2013 gilt die Überschrift Unsicherheit"

Wegen des fragilen wirtschaftlichen Umfeldes benötige der Arbeitsmarkt weiter hohe Aufmerksamkeit, sagte von der Leyen. Dennoch bleibt die Ministerin vorsichtig optimistisch: "Wenn jetzt nichts Unvorhergesehenes - Wirtschaftseinbrüche oder externe Schocks - kommen, dann dürfen wir sicherlich Mitte 2013 wieder mit einer Erholung rechnen."

Weise tat sich ebenfalls sichtlich schwer mit einer Prognose, wie sich der Arbeitsmarkt 2013 entwickeln werde, tat sich Weise schwer. "Für das Jahr 2013 gilt die Überschrift Unsicherheit", sagte er. "Wir sind nicht sicher auf dem Weg der Besserung, sondern werden diese Unsicherheit noch eine Weile haben."

Nach den Worten von BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker rechnen derzeit 54 Prozent der Arbeitsagenturen mit einer steigenden Arbeitslosigkeit, während die anderen von einer normalen Entwicklung ausgehen. In den nächsten drei Monaten sei aber mit keinen Überraschungen zu rechnen, sagte Becker.

ade/dpa



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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
mogwai64 31.01.2013
1. optional
Zitat von sysopDPADie Zahl der Menschen ohne Job steigt erstmals seit zwei Jahren wieder über die Marke von drei Millionen - doch Arbeitsministerin von der Leyen gibt sich optimistisch: Sie hofft auf eine Erholung ab Mitte des Jahres. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/von-der-leyen-ist-trotz-steigender-arbeitslosigkeit-optimistisch-a-880741.html
Welches Wintwetter?? Bis Neujahr hatten wir fast Frühling!! Hochgerechnet hatten wir bis jetzt ca. 1 1/2 Wochen frostige Tage. Unserer lieben Frau vdL scheint da etwas durcheinander gebracht zu haben!! Das ist ja wohl nur ein schlechter Scherz!
kf_mailer 31.01.2013
2. von der Leyen
wie lange muß man diese Person eigentlich noch ertragen? Winterwetter? Die paar Frosttage? Ihre Inkompetenz und ihr aufgesetztes scheinheiliges Grinsen sind schon eine Beleidung...
smartphone 31.01.2013
3. Irrational
Wie korreliert eigenlich Fachkräftemangel mit zugebenen (!) 10% ALG1 Zuwachs ?? Dieses dauernde Rumgelüge kotzt an !!! Das Volk fordert bedingungsloses Grundeinkommen inkl Krankenkasse (jawohl) damit das neoliberale Agens der ach so untouchable Märkte aufhört .
seine-et-marnais 31.01.2013
4. Der Sommer 2013 wird kalt
Zitat von sysopDPADie Zahl der Menschen ohne Job steigt erstmals seit zwei Jahren wieder über die Marke von drei Millionen - doch Arbeitsministerin von der Leyen gibt sich optimistisch: Sie hofft auf eine Erholung ab Mitte des Jahres. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/von-der-leyen-ist-trotz-steigender-arbeitslosigkeit-optimistisch-a-880741.html
Die Arbeitslosigkeit lag im Januar höher als im Dezember, die Zahl der Arbeitslosen 01.2013 ist höher als die Vergleichszahl vor einem Jahr. Aber saisonbereinigt ist ja die Zahl rückläufig. Das ist alles nur auf den sibirischen Winter zurückzuführen. Und der dauert so wird jetzt schon gesagt mindestens bis Mitte des Jahres.
spon-4bq-bici 31.01.2013
5. Erholung ja, aber anders als gedacht
Da wir 5,3 Millionen ALG I und II-Bezieher haben, also Arbeitslose, und die Tendenz ansteigend sein wird, könnten die albernen Prognosen von v.d.L. zutreffend sein. Aber die Betroffenen werden sicherlich nicht glücklich über ihre Erholung in der Arbeitslosigkeit sein. Die permanenten Falschinformationen haben ein Ausmaß erreicht, daß man einmal juristische Schritte gegen die Volksverdummung ergreifen müßte.
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