Wirtschaft


Belastung für Gutverdiener: Von der Leyen plant höhere Sozialabgaben

Die Regierung will die Rentenbeiträge 2013 senken - trotzdem müssen viele Bürger mit höheren Sozialabgaben rechnen. Laut einem Pressebericht will Arbeitsministerin von der Leyen die bestehenden Einkommensgrenzen erhöhen. Dadurch wird es vor allem für Gutverdiener teurer.

Arbeitsministerin von der Leyen: Mehr Geld von GutverdienernZur Großansicht
dapd

Arbeitsministerin von der Leyen: Mehr Geld von Gutverdienern

Berlin - Gerne spricht die Bundesregierung von den Entlastungen, welche die Beitragssenkung bei der Rentenversicherung den Bürgern im kommenden Jahr bringen soll. Was sie dabei verschweigt: Offenbar werden längst nicht alle Arbeitnehmer entlastet.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dürften die Sozialabgaben im kommenden Jahr für viele Beschäftigte sogar steigen. Demnach plant das Arbeitsministerium von Ministerin Ursula von der Leyen (CDU), die Einkommensgrenzen in der Sozialversicherung ab 2013 deutlich anzuheben. Dadurch stiegen insbesondere für Gutverdiener die Abgaben - und das, obwohl die Regierung die Arbeitnehmer eigentlich entlasten wollte. So hatte sie angekündigt, die Rentenbeiträge von 19,6 auf 19 Prozent zu senken.

Der ohnehin kleine Effekt der geplanten Abgabensenkung dürfte für viele Arbeitnehmer komplett verpuffen. Und viele müssen sogar draufzahlen. Laut dem Bericht kommen auf einen westdeutschen Single mit einem Bruttoeinkommen von 5800 Euro im Monat zusätzliche Abgaben von jährlich 67 Euro zu. Wer verheiratet ist und zwei Kinder hat, muss im schlechtesten Fall sogar mit zusätzlichen Abgaben von etwa 96 Euro rechnen. Das haben Berechnungen des Berliner Steuerprofessors Frank Hechtner ergeben.

"Weil die höheren Beitragsbemessungsgrenzen die Rentensenkung auffressen, ergibt sich für einen westdeutschen Single mit einem Einkommen von 5800 Euro brutto ein Nachteil von 5,61 Euro im Monat", sagte Hechtner. Wer verheiratet ist und zwei Kinder hat, habe beim selben Verdienst sogar ein monatliches Minus von 7,99 Euro zu verbuchen. Für ostdeutsche Singles mit einem Einkommen von mehr als 4900 Euro monatlich gibt es dagegen keine Einbußen. Sie haben allerdings auch nicht mehr Geld in der Tasche. Denn nach Hechtners Berechnungen gleichen sich die Effekte der Beitragssenkung und die höhere Bemessungsgrundlage aus.

Die sogenannte Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung soll Mitte Oktober vom Kabinett beschlossen werden. Laut "Süddeutscher Zeitung" werden die darin festgelegten Bemessungsgrenzen deutlich steigen. Musste man bislang bis zu einem monatlichem Brutto von 3825 Euro Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung zahlen, wird diese Abgabe im kommenden Jahr bis zu einem Betrag von 3937,50 Euro fällig. Noch deutlicher stiegen die Grenzen für die Renten- und die Arbeitslosenversicherung. Hier steigt die Bemessungsgrenze im Westen von 5600 auf 5800 Euro und im Osten von 4800 auf 4900 Euro.

Das Arbeitsministerium bestätigte, dass die Einkommensgrenzen im Herbst neu bestimmt werden. "Würden die Grenzen nicht mit den Einkommen wachsen, würden Lasten sukzessive hin zu geringeren Einkommen verschoben", sagte ein Sprecher. Die Lasten blieben bei den unteren Einkommensgruppen hängen. "Für die breite Masse ändert sich gar nichts", sagte der Sprecher. "In der Rentenversicherung sind Spitzeneinkommen ab 69.900 Euro betroffen." Der weit überwiegende Teil der Beitragszahler profitiere dagegen eins zu eins von der Beitragssenkung.

stk

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insgesamt 389 Beiträge
dinapasch 08.09.2012
Mein Gott, jetzt hab ich aber Mitleid mit den "armen Singles",die 5800 Euro Brutto verdienen. Jetzt sollen sie auch 5,61 Euro weniger ,laut v.d. Leyens, Pläne haben? Ja wo soll denn das Geld geholt werden,etwa bei [...]
Zitat von sysopDie Regierung will die Rentenbeiträge 2013 senken - trotzdem müssen viele Bürger mit höheren Sozialabgaben rechnen. Laut einem Pressebericht will Arbeitsministerin von der Leyen die bestehenden Einkommensgrenzen erhöhen. Dadurch wird es vor allem für Gutverdiener teurer. Von der Leyen plant höhere Sozialabgaben für Gutverdiener - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,854650,00.html)
Mein Gott, jetzt hab ich aber Mitleid mit den "armen Singles",die 5800 Euro Brutto verdienen. Jetzt sollen sie auch 5,61 Euro weniger ,laut v.d. Leyens, Pläne haben? Ja wo soll denn das Geld geholt werden,etwa bei denen die sowieso schon nichts haben oder die an allen Ecken und Enden knausern müssen? In meine Augen reicht das noch lange nicht. Es muß dort geholt werden, wo in den letzten Jahren das meiste hingegangen ist. Ich denke , diese Schicht wird danach nicht am Hungertuch leiden... Wie gesagt..mein Mitleid hält sich sehr in Grenzen...
haltetdendieb 08.09.2012
Und wieso schmeißt SpOn Arbeitnehmer und Gutverdiener ohne Unterschied in einen Topf. Die Entscheidung ist nicht nur gut, sie ist sehr gut. Der Vorteil für die armen armen Gutverdiener: Sie können ohne Probleme in die GKV [...]
Und wieso schmeißt SpOn Arbeitnehmer und Gutverdiener ohne Unterschied in einen Topf. Die Entscheidung ist nicht nur gut, sie ist sehr gut. Der Vorteil für die armen armen Gutverdiener: Sie können ohne Probleme in die GKV wechseln, denn die Privaten sind für viele Gutverdiener nur eine einzige Mogelpackung. Ich verstehe nur nicht, wie sie die Bemessungsgrenze bei der KV so extrem niedrig bleibt, die sollte den anderen Grenzen angepasst werden: im Westen auch so bei 5.800 brutto liegen. Das wäre ein perfekter Schnitt, würde der Chirurg sagen. Aber auch so: Ein prima Schritt, ich verstehe nicht, was dieses Gejammer soll. Ach so, es gibt so viele Gutverdiener, die geschont werden müssen. Hat SpOn eine neue Klientel gefunden?
schandmaul1000 08.09.2012
und einmal mehr der Beweis,Frauen können nur flicken und stopfen
und einmal mehr der Beweis,Frauen können nur flicken und stopfen
bbrot99 08.09.2012
Gerade wurde festgestellt, dass unser Rentensystem nicht einmal mehr lebenswerte Renten in 20 Jahren erwarten lässt, weil zuwenig Geld da ist - und nun so ein Quatsch. Anstatt einmal ernsthaft an eine sinnvolle Reorganisation [...]
Zitat von sysopDie Regierung will die Rentenbeiträge 2013 senken - trotzdem müssen viele Bürger mit höheren Sozialabgaben rechnen. Von der Leyen plant höhere Sozialabgaben für Gutverdiener - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,854650,00.html)
Gerade wurde festgestellt, dass unser Rentensystem nicht einmal mehr lebenswerte Renten in 20 Jahren erwarten lässt, weil zuwenig Geld da ist - und nun so ein Quatsch. Anstatt einmal ernsthaft an eine sinnvolle Reorganisation unseres Rentensystems anzusteuern in dem in der heutigen Zeit vorgesorgt wird um geänderten Rahmenbedingungen gerecht zu werden, wird rumgebastelt. 5 Euro hin oder her bringt wirklich am Ende ausser horrenden Kosten für den Umbau der Abrechnungssysteme bei Staat und Unternehmen rein gar nichts. Auch hier zeigt sich, dass Frau von der Leyen hoffnungslos überfordert ist und Aktionismus mit echter inhaltlicher Arbeit verwechselt.
---Zitat--- Laut dem Bericht kommen auf einen westdeutschen Single mit einem Bruttoeinkommen von 5800 Euro im Monat zusätzliche Abgaben von jährlich 67 Euro zu. ---Zitatende--- Oooooohhhhh, bitte eine Tüte Mitleid für die armen [...]
---Zitat--- Laut dem Bericht kommen auf einen westdeutschen Single mit einem Bruttoeinkommen von 5800 Euro im Monat zusätzliche Abgaben von jährlich 67 Euro zu. ---Zitatende--- Oooooohhhhh, bitte eine Tüte Mitleid für die armen Hungerleider, die bei knapp 6000 Euro Brutto/Monat nun im Jahr 67 Euro mehr abdrücken müssen.
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  • Samstag, 08.09.2012 – 09:14 Uhr
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Die Säulen des Sozialsystems
Jeder Arbeitnehmer in Deutschland ist Pflichtmitglied der Arbeitslosenversicherung. Die Hauptleistung der Versicherung ist das Arbeitslosengeld I (ALG I), das einen Teil des ehemaligen Nettoeinkommens ersetzt und bis zu ein Jahr nach Verlust einer Stelle gezahlt wird. Für ältere Arbeitslose gelten Ausnahmen. Läuft die Zahlung des ALG I aus, ohne dass eine neue Stelle gefunden wurde, wird anschließend Arbeitslosengeld II (ALG II) gezahlt. Das Instrument - auch bekannt als Hartz IV - wurde im Jahr 2005 geschaffen, als die ehemalige Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt wurden. Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung beträgt derzeit 3,0 Prozent des Bruttolohns. Arbeitgeber zahlen diesen Satz auch für jeden Beschäftigten.

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Jahrgang Alter*
1946 65
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1952 65+6
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1954 65+8
1955 65+9
1956 65+10
1957 65+11
1958 66+0
1959 66+2
1960 66+4
1961 66+6
1962 66+8
1963 66+10
ab 1964 67+0
* in Jahren + Monaten
Ab 2012 steigt das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre. Die Umstellung beginnt mit dem Geburtsjahrgang 1947. Menschen, die in diesem Jahr geboren wurden, müssen einen Monat länger arbeiten, wenn sie ihre Rente vollständig erhalten wollen. Bis 2023 kommt dann für die einzelnen Jahrgänge jeweils ein Monat Mehrarbeitszeit hinzu. Ab 2024 geht es weiter mit Zweimonatsschritten. Ab dem Geburtsjahrgang 1964 gilt so schließlich das neue Rentenalter 67.





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