Von wegen Klimaschutz Kanzleramt geizt beim Ökostrom

Bei den Bürgern wirbt Angela Merkel für Klimaschutz und saubere Energie - doch im Kanzleramt ist ihr der Ökostrom zu teuer. Die Regierungschefin bezieht stattdessen den billigsten Strom. Ohne zu wissen, woher er kommt.

Bundeskanzleramt in Berlin: Kein Ökostrom für Merkel
ddp

Bundeskanzleramt in Berlin: Kein Ökostrom für Merkel


Berlin - Sie gibt sich gerne als oberste Klimaschützerin, doch im eigenen Haus setzt sie das nicht um: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nutzt im Kanzleramt keinen Ökostrom. Stattdessen bezieht sie über das öffentliche Netz den billigsten Strom, ohne zu wissen, wie er erzeugt wird. Das berichtet die Berliner "tageszeitung" ("taz") am Samstag.

Laut "taz" hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben im Februar 2009 mit einer europaweiten Ausschreibung nach Unternehmen gesucht, die insgesamt 178 Millionen Kilowattstunden pro Jahr liefern, den Verbrauch von gut 50.000 durchschnittlichen Privathaushalten. Die Ausschreibung sei aufgeteilt werden in 175 Millionen Kilowattstunden "ohne vorgegebene Herkunft" für das Kanzleramt und die meisten anderen Ministerien. Nur drei Millionen Kilowattstunden sollten "aus erneuerbaren Energien" stammen.

Der Grund dafür: Lediglich Umwelt- und Verkehrsministerium hatten sich für Ökostrom entschieden. "Für alle weiteren Abnahmestellen standen preisliche Aspekte im Vordergrund, so dass die Herkunft der elektrischen Energie keine Berücksichtigung fand", erklärte ein Beamter der Bundesanstalt.

Ein Regierungssprecher bestätigte der "taz", das Kanzleramt habe sich aus wirtschaftlichen Gründen für den Bezug von Normalstrom entschieden. Dagegen zahlten etwa der Bundestag oder auch die hessische Landesregierung für Ökostrom einen Aufpreis zwischen ein und zwei Prozent.

sam/AP

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Forum - Was tun gegen zu hohe Energiepreise?
insgesamt 354 Beiträge
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Klo, 04.08.2009
1.
Zitat von sysopZu wenig Anbieter, hohe Barrieren und einseitige Förderung: Laut Monopolkommission gibt es auf dem deutschen Strom- und Gasmarkt immer noch keinen funktionierenden Wettbewerb. Wie kann man zu hohe Energiepreise verhindern?
Wechseln zu Ökostromanbietern. Meine Stromrechnung ist seither um fast 1/3 gefallen. Das Klo.
Teoem 04.08.2009
2.
Zitat von sysopZu wenig Anbieter, hohe Barrieren und einseitige Förderung: Laut Monopolkommission gibt es auf dem deutschen Strom- und Gasmarkt immer noch keinen funktionierenden Wettbewerb. Wie kann man zu hohe Energiepreise verhindern?
na was für eine überraschung. da unsere politiker eher an hohen gewinnen der stromproduzenten interessiert sind, wird sich an den preisen nichts ändern, es sei denn sie werden erhöht.
Garibaldi, 04.08.2009
3. Nichts neues.
Da braucht man keine Monopolkommission um diese Mißstand zu erkennen. Jeder weiss es, jeder zahlt. Ärgerlich nur dass diese offensichtliche Korruption der Politik ohne Folgen bleibt.
mstylz 04.08.2009
4. die liebe energie und deren lobbyisten
das würde ich auch gerne wissen.aber die argumente dagegen sind ja so "ironiemodus online " stichhaltig und nachvollziehbar "ironiemodus offline". auf diversen onlineangebotsseiten zu stöbern bringt jetzt auch für den gemeinen verbraucher zwar schon ein wenig aber der durchbruch schaut anders aus...bzw. würde.
Hovac 04.08.2009
5. Lobby
Alle wissen es, nichts passiert. Warum auch, ist bei Pharmaherstellern, unnd vielem anderem ja auch nicht anders.
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