VW-Abgas-Affäre Frankreich und Großbritannien wollen Abgaswerte von Autos prüfen

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass Volkswagen nicht nur in den USA Abgaswerte manipuliert hat, sondern auch in Europa. Jetzt haben Frankreich und Großbritannien angekündigt, Autos erneut auf ihre Emissionen zu untersuchen.

Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal (Archiv): "Den Verbrauchern müssen Beweise gebracht werden"
REUTERS

Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal (Archiv): "Den Verbrauchern müssen Beweise gebracht werden"


Als Reaktion auf den Abgasskandal bei Volkswagen will Frankreich stichprobenartig Dutzende Autos überprüfen. Umweltministerin Ségolène Royal kündigte nach einem Treffen mit Autobauern in Paris an, eine unabhängige Kommission solle nach dem Zufallsprinzip rund hundert Autos auswählen und testen. Geprüft werden solle, ob die Fahrzeuge die Abgasnormen einhalten.

"Um dieser Krise zu widerstehen, müssen den Verbrauchern Beweise gebracht werden", sagte die Sozialistin. Die Autobauer hätten ihr versichert, dass bei französischen Autos keine Motoren manipuliert worden seien. Überprüft werden sollen aber nicht nur Autos französischer Marken, sondern Fahrzeuge aller auf dem französischen Markt vertretenen Hersteller.

Großbritannien spricht von "inakzeptabler Vorgehensweise"

Auch das britische Verkehrsministerium hat angekündigt, Autos erneut zu testen. "Wo es nötig sei", würde man Tests im Labor wiederholen und die Ergebnisse mit tatsächlichen Emissionen vergleichen, sagte Verkehrsminister Patrick McLoughlin in London.

Die Regierung nehme die "inakzeptable Vorgehensweise" bei Europas größtem Autobauer "extrem ernst". Großbritannien fordere, europaweit zu untersuchen, welche Autos betroffen seien, sagte McLoughlin. Die britische Zulassungsbehörde arbeite mit Autoherstellern zusammen, um sicherzugehen, dass das Problem nicht branchenweit bestehe.

Seit dem Wochenende ist bekannt, dass VW in den USA mit einer speziellen Software die Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen manipuliert hat. Am Donnerstag teilte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) mit, dass auch in Europa VW-Dieselmotoren manipulierte Abgaswerte aufweisen.

mka/AFP/dpa



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rorufu 24.09.2015
1. dann waren's nur noch zwei
die übrig sind. Und vielleicht erwischt es Bosch auch noch, die offenbar die Technik für die umstrittenen Dieselmodelle in der VW-Abgas-Affäre lieferten. Also ein gelungener Anschlag auf die deutsche Industrie, da wo man sie haben möchte.
zompel 24.09.2015
2. Nur hier
Hier will man nicht prüfen, man wird schon wissen warum ...
Suk-ram 24.09.2015
3. Oh ja
da bin ich mir ganz sicher, dass die Herren in Frankreich das viel unvoreingenommener überprüfen, obwohl sie schon in den "grand écoles" Blutbrüderschaft gesoffen haben und auch munter zwischen Politik und Wirtschaft rotieren ;=/
neurobi 24.09.2015
4.
Schön das zumindest die Franzosen was für VW tun wollen und weiter Sünder entlarven wollen. Hätte ich eigentlich von unserm Herrn Verkehrsminister erwartet.
raber 24.09.2015
5. Wird Deutschland nicht prüfen?
Ist es im Artikel vergessen worden oder wollen die deutschen Behörden tatsächlich nicht überprüfen wie es um die herumfahrenden Autos steht? Es ist schon verwunderlich wie die Angelegenheit sich im Verursachungsland abspielt.
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