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Wachstumsplan: EU will Griechenlands Wirtschaft mit Milliarden ankurbeln

Griechenland ächzt unter dem Spardiktat der EU, die Wirtschaft des Landes schrumpft dramatisch. Um wieder zum Wachstum zurückzukommen, will die EU nun zehn Milliarden Euro nach Hellas pumpen - Geld, das schon lange bereitsteht, aber bisher nie abgerufen wurde.

Flaggen vor der Akropolis: Die EU und Griechenland suchen gemeinsam nach Lösungen Zur Großansicht
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Flaggen vor der Akropolis: Die EU und Griechenland suchen gemeinsam nach Lösungen

Athen - Der Schuldenschnitt ist beschlossen, das Sparprogramm auch - nun soll die griechische Wirtschaft endlich wieder wachsen. Bisher gab es kaum konkrete Pläne, wie man dem darbenden Land dabei helfen könnte. Doch nun will die EU zumindest einen ersten Schritt zu einem Wachstumsprogramm machen.

Die sogenannte Taskforce für Griechenland will in der kommenden Woche konkrete Vorschläge zur Überwindung der hartnäckigen Rezession vorlegen. Dazu soll der Chef der Arbeitsgruppe, der Deutsche Horst Reichenbach, am Montag nach Athen reisen. Das teilte die griechische Regierung am Samstag mit. Laut griechischen Regierungskreisen soll es zunächst um Investitionspläne aus EU-Fonds in Höhe von mehr als zehn Milliarden Euro gehen.

Damit geht die Taskforce ein schon länger bekanntes Problem an: In den EU-Strukturfonds stehen für den Zeitraum 2007 bis 2013 insgesamt 20 Milliarden Euro für Griechenland bereit. Davon wurden bisher jedoch nur rund acht Milliarden Euro abgerufen. Die geringe Nachfrage ist zum Teil durch Unwissenheit und bürokratische Hürden zu erklären, aber auch durch mangelnde Investitionsbereitschaft von Unternehmen. Die Fonds funktionieren nämlich nach dem Prinzip der Kofinanzierung: Um die Gelder abzurufen, muss es private Investoren geben, die einen Teil der Kosten tragen.

Griechenland steckt seit vier Jahren in der Rezession. Weil die Regierung unter dem Druck von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) in den vergangenen zwei Jahren drei harte Sparpakete aufgelegt hat, hat sich der Abwärtstrend der Wirtschaft zuletzt stark beschleunigt. Im vierten Quartal 2011 brach das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent ein.

Kritik an griechischen Behörden

Europäische Politiker werfen Griechenland immer wieder vor, selbst nicht genügend zu tun, um zum Wachstum zurückzukommen. In der vergangenen Woche hatte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso Griechenland angeboten, noch nicht abgerufene Mittel aus den EU-Strukturfonds freizumachen. Dafür müssten Regierung und Behörden allerdings enger mit der Taskforce zusammenarbeiten und bis zum 28. März einen Aktionsplan vorlegen.

Die Taskforce soll den griechischen Behörden Wege und Methoden zeigen, Wachstum zu fördern und Arbeitslosigkeit zu verringern. Sie soll erklären, wie man schneller an Geld aus milliardenschweren EU-Fördertöpfen kommt. Zudem sollen die Experten die Griechen bei der Privatisierung staatlicher Unternehmen und Ländereien beraten.

Auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hatte sich zuletzt enttäuscht über die griechische Regierung und Verwaltung geäußert. "Die Hilfe wird kaum angenommen", hatte Rösler der "Saarbrücker Zeitung" gesagt. "Das ist sehr ernüchternd."

Die Zeitung hatte gemeldet, von den bereitgestellten Krediten der staatlichen Förderbank KfW für Solarprojekte in Griechenland sei kein einziger Euro abgerufen worden. Investoren stießen auf eine Vielzahl von Genehmigungsverfahren und unklare Verantwortlichkeiten.

Die griechische Regierung hat mittlerweile auf die Kritik reagiert. Die Ministerin Anna Diamantopoulou bat um die Übermittlung der Daten der deutschen Unternehmen, die in Griechenland investieren wollen und nach Röslers Angaben auf Hindernisse gestoßen sind.

stk/dpa_AFX/dapd

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1. Vergebliche Liebesmüh'
g.bruno 10.03.2012
Zitat von sysopDPAGriechenland ächzt unter dem Spardiktat der EU, die Wirtschaft des Landes schrumpft dramatisch. Um wieder zum Wachstum zurückzukommen will die EU nun zehn Milliarden Euro nach Hellas pumpen - Geld, das schon lange bereit steht, aber bisher nie abgerufen wurde. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,820498,00.html
EU versteht die griechische Mentalität nicht: Ein gr. Beamte wird sich nur dann für eine Sache wirklich einsetzen, wenn er ausser seinem Gehalt auch etwas daran "verdient". Warum sollte er sonst die Mühe auf sich nehmen? Ohne Korruption läuft doch da unten so gut wie nichts und auch das EU Fördergeld wird nicht abgerufen, wenn nicht ein beträchtlicher Teil in private Taschen fliessen kann.
2.
jörg seifert 10.03.2012
Zitat von sysopDPAGriechenland ächzt unter dem Spardiktat der EU, die Wirtschaft des Landes schrumpft dramatisch. Um wieder zum Wachstum zurückzukommen will die EU nun zehn Milliarden Euro nach Hellas pumpen - Geld, das schon lange bereit steht, aber bisher nie abgerufen wurde. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,820498,00.html
Der griechische Staat muss bankrott gehen. Dieser widerliche Filz aus Verbrechern und korrupten Selbstbedienern gehört auf die Straße gesetzt damit er sich einen anständigen Job suchen muss. Dann *könnte* es wieder vorwärts gehen. So aber sind diese Milliarden nichts weiter als Subvention griechischer Korruption und Vetternwirtschaft. Griechenland hat mehr als genug Fördermittel erhalten und sie haben bislang nichts positives bewirkt - warum sollten sie es in der Zukunft tun? Es ist nicht nur rausgeschmissenes Geld, sondern es sind Finanzspritzen für einen Haufen von Verbrechern und Betrügern, die die EU an der Nase herum geführt haben und es bis heute mit gefälschten Defizitzahlen tun.
3. Sag nur, wenigstens die EU versteht noch ein kleines bisschen was richtig ?
Gerdtrader50 10.03.2012
Zitat von sysopDPAGriechenland ächzt unter dem Spardiktat der EU, die Wirtschaft des Landes schrumpft dramatisch. Um wieder zum Wachstum zurückzukommen will die EU nun zehn Milliarden Euro nach Hellas pumpen - Geld, das schon lange bereit steht, aber bisher nie abgerufen wurde. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,820498,00.html
"Die sogenannte Taskforce für Griechenland will in der kommenden Woche konkrete Vorschläge zur Überwindung der hartnäckigen Rezession vorlegen." Wenigstens die EU scheint noch über ein gewisses Maß an Kenntnissen in der Wirtschafts-,Finanz- und Geldpolitik zu verfügen. Das kann man ja über die vermutlich kohl-gesteuerte Merkel und ihren tollen Minister Schäuble nicht gerade behaupten. Eine Rezession von 7,5 %, die seit 4 Jahren andauert, ist von einer Depression nicht mehr weit entfernt. Unabhängig von den hausbackenen, wenig praxisbezogenen Hausmütterchenrezepte einer Ex-Physikerin in Sachen Geldpolitik ist auch der griechischen, vermutlich hochkorrupten Regierung schwerste Vorwürfe zu machen, die sind mit Schuld an dem ganzen Mist. Dass das griechische Volk stinksauer ist, das kann ich gut verstehen. Die haben die 200 Milliarden nicht verprasst.
4. Nachhilfe für den Meister?
semaphil 10.03.2012
Zitat von sysopDPAGriechenland ächzt unter dem Spardiktat der EU, die Wirtschaft des Landes schrumpft dramatisch. Um wieder zum Wachstum zurückzukommen will die EU nun zehn Milliarden Euro nach Hellas pumpen - Geld, das schon lange bereit steht, aber bisher nie abgerufen wurde. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,820498,00.html
GR braucht alles andere, als Nachhilfe darin, wie man an EU-Milliarden kommt. Wen interessieren heute noch 10 MRD, die man sich mit bürokratischem Overkill richtig erarbeiten muß? Target2 geht ganz ohne öffentliche Aufmerksamkeit, ratzfatz und viel leichter.
5. Schwachsinn
joppo 10.03.2012
Zitat von sysopDPAGriechenland ächzt unter dem Spardiktat der EU, die Wirtschaft des Landes schrumpft dramatisch. Um wieder zum Wachstum zurückzukommen will die EU nun zehn Milliarden Euro nach Hellas pumpen - Geld, das schon lange bereit steht, aber bisher nie abgerufen wurde. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,820498,00.html
Schwachsinn weggeworfenens geld solange die Korruption und Vetternwirtschaft noch immer bis heute, graziert.
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Fotostrecke: So funktioniert eine Umschuldung

Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 10,858 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Prokopis Pavlopoulos

Regierungschef: Alexis Tsipras

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