Wachwechsel: Weltbank-Chef Zoellick tritt ab

Mitten in der globalen Wirtschaftskrise muss sich die Weltbank einen neuen Chef suchen. Ihr Präsident Robert Zoellick tritt Ende Juni ab. Als Nachfolger ist US-Außenministerin Hillary Clinton im Gespräch - doch sie sagt, sie werde nicht kandidieren.

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Weltbankpräsident Zoellick: Im Sommer ist Schluss

Washington - Im Sommer ist Schluss: Der Präsident der Weltbank tritt Ende Juni zurück. Robert Zoellick kündigte am Mittwoch seinen Abtritt nach dem Ablauf der Amtsperiode Ende Juni an. Der frühere US-Politiker und Goldman-Sachs-Manager führt die Institution seit Juli 2007.

Mögliche Kandidaten für seine Nachfolge sind US-Außenministerin Hillary Clinton und der frühere Wirtschaftsberater der US-Regierung, Larry Summers. Eine Sprecherin der US-Regierung sagte, Clinton werde nicht antreten.

Die Spitze der Weltbank wird nach ungeschriebenen Gesetzen von der Regierung in Washington besetzt, während der Internationale Währungsfonds traditionell von einem Europäer geführt wird. Allerdings drängen Schwellenländer zusehends auf eine Besetzung der Spitzenposten. Staaten wie Brasilien und China hatten sich schon zu Wort gemeldet, als der IWF seinen Chefposten neu besetzte. Sie dürften sich bei der Weltbank-Personalie erneut einmischen.

Kernaufgabe der Weltbank ist die Förderung armer, aufstrebender Länder. Das Schwesterinstitut IWF ist die zentrale entwicklungspolitische Institution. Die Uno-Sonderorganisation unterhält mehr als hundert Länderbüros und hilft mit rund 1800 Projekten - von der Vergabe von Mikrokrediten in Bosnien und Herzegowina über Wiederaufbauprogramme nach Erdbeben bis hin zur Förderung von Schulbildung in Bangladesch.

Die Weltbank ist nicht direkt für die Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise verantwortlich. Allerdings sieht sie eine zentrale Aufgabe darin, mit Finanzhilfen in ärmeren Ländern die Folgen der Krise abzufedern. Diese leiden unter der Haushaltsmisere in den großen Volkswirtschaften, etwa durch ausbleibende Geldzuflüsse.

ssu/Reuters

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