Währung in Gefahr EU plant neuen Rettungsmechanismus

Die EU macht sich auf eine Verschärfung der Krise gefasst: Laut "Financial Times" arbeiten die Euro-Staaten bereits an einer Ausweitung des Rettungsschirms. So sollen die Währungspartner künftig Staatsanleihen von Pleitekandidaten aufkaufen können.

Euro-Münze: "Wir müssen europäisch an die Sache herangehen"
dapd

Euro-Münze: "Wir müssen europäisch an die Sache herangehen"


London - Europa hat die Schuldenkrise im Griff: Das ist die offizielle Botschaft der Regierungschefs der Euro-Länder. Doch im Hintergrund rechnen die Staaten offenbar mit dem Schlimmsten - und bereiten sich laut "Financial Times" intern auf eine gefährliche Verschärfung der Krise im kommenden Jahr vor.

So beraten die Länder über weitreichende neue Instrumente zur Verteidigung des Euro, schreibt die Zeitung. Dazu gehört, dass der Stabilisierungsfonds EFSF Staatsanleihen hoch verschuldeter Euro-Länder aufkaufen soll. Bisher hat nur die Europäische Zentralbank (EZB) solche Anleihen gekauft - und wurde dafür unter anderem von der Deutschen Bundesbank scharf kritisiert. Der "Financial Times Deutschland" zufolge hält die Bundesregierung zudem eine Stärkung und Aufstockung des Euro-Rettungsschirms für möglich - auch wenn es offiziell bislang heißt, die Frage stelle sich nicht.

Regierungssprecher Steffen Seibert bestätigte am Montag in Berlin Überlegungen in der EU, dass der Rettungsschirm aufgestockt werden oder Staatsanleihen hoch verschuldeter Länder kaufen können sollte. Die Bundesregierung habe solche Vorschläge geprüft, halte sie jedoch für keine guten Ideen.

Die Länder rechnen offenbar mit einer Verschärfung der Schuldenkrise. Denn nach Griechenland und Irland könnten im kommenden Jahr auch Staaten wie Portugal und Spanien erhebliche finanzielle Probleme bekommen. Dann nämlich müssen sich ihre Regierungen neue Gelder am Markt besorgen. Allein Portugal braucht Mitte kommenden Jahres 20 Milliarden Euro. Fraglich ist, zu welchen Konditionen sich das Land das Geld besorgen kann.

Erwogen wird daher den Zeitungen zufolge auch, dem europäischen Rettungsfonds die Möglichkeit zu geben, Staaten mit kurzfristigen Kreditlinien zu helfen. Bisher sind mehrjährige Kreditprogramme mit harten Auflagen vorgesehen. Beim Internationalen Währungsfonds (IWF) gehören kurzfristige Kreditlinien bereits zu den Instrumenten, mit denen Staaten bei Finanzierungsproblemen geholfen werden kann.

Einige EU-Offizielle hätten darauf gehofft, beim anstehenden Gipfel der Staats- und Regierungschefs der EU am Donnerstag und Freitag in Brüssel über die neuen Instrumente zu diskutieren, schreibt die "FT" weiter. Angela Merkel hatte die Ausweitung des Rettungsschirms und die Einführung von Euro-Bonds jedoch schon früher strikt abgelehnt.

Euro-Bonds beim EU-Gipfel ausgeklammert

Das Thema Euro-Bonds werde beim Gipfel voraussichtlich ausgeklammert, sagte auch Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn am Montag im Deutschlandfunk. Wenn andere Entscheidungen des Gipfels zu einer Stabilisierung der bedrohten Euro-Länder beitragen sollten, würde der Vorschlag von gemeinsamen Anleihen der Euro-Länder dann auch in den Hintergrund rücken, ergänzte er. Es gelte nun, eine klare Marschroute für den neuen Stabilitätsmechanismus in Europa zu entwerfen, der ab Mitte 2013 gelten soll.

Der Vorschlag von Euro-Bonds wird insbesondere von Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker verfochten, der zugleich Chef der Eurogruppe ist. Neben Deutschland lehnt jedoch auch Frankreich die Einheits-Bonds ab.

Asselborn sagte, selbst wenn auf Deutschland durch Euro-Bonds zusätzliche Zinslasten in Milliardenhöhe zukämen, so würden diese durch die Vorteile aus dem Euro und dem europäischen Binnenmarkt mehr als wettgemacht. "Wir haben eine Krise des Euro, und wir müssen diese Krise zusammen bewältigen. Wir müssen europäisch an die Sache herangehen und nicht national", mahnte er.

OECD: Länder müssen Schuldenberge abbauen

Nach Ansicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sollten momentan jedoch weder Euro-Bonds noch eine Ausweitung des Rettungsschirms im Zentrum stehen. Vielmehr müssten die Euro-Länder ihre Schuldenberge abbauen - auch wenn dies vorübergehend Wirtschaftswachstum kosten könnte. "Fiskalische Konsolidierung ist notwendig, obwohl dies kurzfristig das Wachstum belasten könnte", teilte die OECD am Montag mit.

Die OECD rät außerdem dazu, dass die EZB bei ersten Inflations-Signalen ihre geldpolitischen Zügel anziehen sollte. "Sobald Risiken für die mittelfristige Preisstabilität auftauchen, sollte der Stimulus der Geldpolitik zurückgenommen werden."

yes/Reuters



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 52 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
der M 13.12.2010
1. Bald ist es soweit
Das was kommt ist doch klar, die Geldentwertung um ca. 30%. Die EU platziert ja auch schon alle notwendigen Mittel um Demonstrationen unterdrücken zu können. Vorratsdatenspeicherung, damit subversive Elemente sich per Web nicht mehr absprechen können, wann man sich zur Demo trifft. Das gewöhnen der Bürger an schwer bewaffnete und der Ruf nach der Bundeswehr im Innern. Ich schätze das diese Anfang 2011 Stellung bezieht. Das der "Böse" Moslem dann nicht mehr das Ziel ist, sondern der Bundesbürger, dessen Ersparnisse sich gerade um 1/3 reduziert haben ist egal. Ich kann jedem nur empfehlen, sich mit Medikamenten, Lebensmitteln und Waffen einzudecken, denn spätestens wenn das Verbot vom privaten Handel mit Edelmetallen beschlossen wird, dann sollte auch der letzte begriffen haben, dass der Staat Krieg gegen die Bürger führen möchte.
neuronenzenker 13.12.2010
2. inflation mit inflation bekämpfen ging noch nie gut
klar ist die währung in gefahr, denn wer ungehindert banken rettet und geld aus dem nichts in riesigen mengen druckt zieht letztendlich eine hyperinflation hinter sich her
pontifactus 13.12.2010
3. Tut er doch schon
Ich kann jedem nur empfehlen, sich mit Medikamenten, Lebensmitteln und Waffen einzudecken, denn spätestens wenn das Verbot vom privaten Handel mit Edelmetallen beschlossen wird, dann sollte auch der letzte begriffen haben, dass der Staat Krieg gegen die Bürger führen möchte.[/QUOTE] Der Staat führt schon lange Krieg gegen uns mit der jeweiligen Regierung. Der Deutsche wird vom eigenen Staat zum Wohle Europas bekämpft, bestohlen, verkauft und verraten. Pessimistisch? Nein, realistisch!
Pforzheimer 13.12.2010
4. Sie haben den Ernst der Lage erkannt.
Zitat von der MDas was kommt ist doch klar, die Geldentwertung um ca. 30%. Die EU platziert ja auch schon alle notwendigen Mittel um Demonstrationen unterdrücken zu können. Vorratsdatenspeicherung, damit subversive Elemente sich per Web nicht mehr absprechen können, wann man sich zur Demo trifft. Das gewöhnen der Bürger an schwer bewaffnete und der Ruf nach der Bundeswehr im Innern. Ich schätze das diese Anfang 2011 Stellung bezieht. Das der "Böse" Moslem dann nicht mehr das Ziel ist, sondern der Bundesbürger, dessen Ersparnisse sich gerade um 1/3 reduziert haben ist egal. Ich kann jedem nur empfehlen, sich mit Medikamenten, Lebensmitteln und Waffen einzudecken, denn spätestens wenn das Verbot vom privaten Handel mit Edelmetallen beschlossen wird, dann sollte auch der letzte begriffen haben, dass der Staat Krieg gegen die Bürger führen möchte.
Leider hat die Masse der Bevölkerung sich noch nicht von "wetten das" und dsds losreissen können und wird erst dann grausam aufwachen, wenn die Bankschalter geschlossen haben. Dann gnade uns Gott. Dann wird Blut durch die Gassen fließen. Dann werden Schuldige gesucht und sicherlich Unschuldige dafür bestraft.
anon11 13.12.2010
5. .
Schön zu lesen, wie andere Länder immer meinen der Euro wäre das Beste für uns und muss gerettet werden. So weitreichend Entscheidungen müssen vom Volk getroffen werden und nicht von Politikern, die sich schon bei Einführung des Euros als Versager geoutet haben, indem jegliche Warnungen welche sich nun bestätigen,ignoriert wurde.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.