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Währungswettstreit: Weltbank prophezeit Ende der Dollar-Herrschaft

Ein riesiger Schuldenberg und eine dümpelnde Wirtschaft: Die Vereinigten Staaten stecken tief in der Krise. Ausgerechnet die US-geführte Weltbank sagt jetzt das Ende des Dollars als Leitwährung voraus. Die Zukunft könnte dem chinesischen Yuan gehören - oder dem Euro.

Banknoten verschiedener Währungen: Aufholjagd durch China Zur Großansicht
REUTERS

Banknoten verschiedener Währungen: Aufholjagd durch China

Washington - Bei den Exporten und beim Wachstum hat China die USA längst überholt. Und seit Monaten arbeitet die Regierung in Peking an einer Strategie, die Bedeutung des Yuan weltweit auszuweiten und den Dollar als Leitwährung abzulösen. Dass dies keine Utopie ist, hat nun die Weltbank offiziell festgestellt. Laut einem Bericht, aus dem die "Financial Times" zitiert, rechnen die Ökonomen damit, dass der Dollar bis 2025 seine führende Stellung in der Weltwirtschaft verlieren wird.

Doch dass sich dann automatisch der Yuan als Leitwährung etabliert, damit rechnet die Weltbank nicht. Sie prophezeit ein System, in dem mehrere Währungen miteinander konkurrieren - und in dem der Euro sogar den Ton angeben könnte. Voraussetzung sei aber, dass die Gemeinschaftswährung die aktuelle Schuldenkrise gut überstehe.

Experten rechnen schon länger mit dem Bedeutungsverlust des Dollars, doch es dürfte die USA schmerzen, dass nun auch die Weltbank offiziell die US-Währung ein Stück weit abschreibt. Denn die Institution wird von dem US-Amerikaner Robert Zoellick geführt.

Dessen Ökonomen begründen ihre Prognose mit der steigenden Macht der Schwellenländer. Die Experten rechnen damit, dass Brasilien, China, Indien, Indonesien, Russland und Südkorea bis 2025 mehr als die Hälfte des globalen Wachstums auf sich vereinen. "Die Balance des weltweiten Wachstums und der Vermögensanlagen wird sich zugunsten der aufstrebenden Länder verschieben", schrieb der Autor der Weltbank-Studie, Mansoor Dailami.

Leitwährung bringt politische Macht mit sich

Demnach werden Schwellenländer in den kommenden 14 Jahren eine Wachstumsrate von 4,7 Prozent erreichen. Zum Vergleich: Etablierten Wirtschaftsnationen wird für denselben Zeitraum ein Wachstum von 2,3 Prozent vorausgesagt.

Die wirtschaftliche Machtverschiebung werde sich durch die Verlagerung von Geldströmen, länderübergreifende Firmenfusionen und Übernahmen bemerkbar machen, sagen die Weltbank-Experten. Damit werde dann auch die Veränderung im Währungssystem einhergehen.

Eine Leitwährung bringt auch politische Macht mit sich. Bisher ist der Dollar als Leitwährung unumstritten. Die USA sind die Wirtschaftsmacht Nummer eins auf dem Weltmarkt. Doch Experten prognostizieren, dass die Volksrepublik den Vereinigten Staaten bis 2016 den Rang als größte Wirtschaftsmacht abläuft. Schon jetzt sind die hochverschuldeten USA von China finanziell enorm abhängig. Washington hat in Peking Schulden in Höhe von 1,16 Billionen Dollar.

"Die gegenwärtige Dominanz des Dollars könnte um das Jahr 2025 herum zu Ende gehen und durch ein Währungssystem ersetzt werden, in dem der Dollar, der Euro und der Yuan als ebenbürtige Währungen gelten", schreiben die Weltbank-Experten in ihrem Szenario.

Dass sie dem Euro im Wettstreit um die Leitwährung sogar bessere Chancen als dem Yuan einräumen, dürfte an der restriktiven Währungspolitik der Regierung in Peking liegen. Sie will das Wachstum im eigenen Land fördern, indem sie über die Währung auch die Wirtschaft kontrolliert. So feuert die Volksrepublik ihre Exporte an, indem sie den Yuan niedrig hält.

Eigentlich funktionieren die Gesetze des Markts anders: Wenn Exporte steigen, wird auch die Währung stärker. Weil damit die Produkte teurer werden, lässt in der Regel die Nachfrage nach. Das Wachstum wird gebremst. Für andere Länder würden sich dagegen die Importchancen verbessern. China fürchtet aber die Folgen des freien Markts: etwa, dass die Währung zu schnell zu stark wird. Ein frei konvertierbarer Yuan könnte China zudem zum Ziel von Spekulanten werden lassen.

Die Weltbank-Experten plädieren für eine weniger strenge Kontrolle des Yuan. Dies könne helfen, die Schere zwischen Chinas wirtschaftlicher Stärke auf der einen Seite und der Fixierung auf ausländische Währungen auf der anderen Seite zu schließen.

mmq

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1. na bitte
roland.vanhelven 18.05.2011
langsam wird es ja alles zugegeben. schoen schoen. nur die waehrung ist nicht ganz korrekt. die oligarchen, die die krisen verursachen und die kriege finanzieren, haben schon eine weltwaehrung in der hinterhand...
2. ...
kimba2010 18.05.2011
Der Euro (in jetziger Form) ist doch genauso todkrank wie der Dollar. Die D-Mark könnte heute Weltleitwährung sein, hätten wir sie damals nicht leichtfertig hergegeben.
3. Usa
thrasybulos 18.05.2011
Die spannende Frage wird sein, ob die USA diese Entwicklung hinnehmen oder ob sie versuchen werden, mittels ihres gewaltigen Militärapparates den Verfall ihres Imperiums aufzuhalten.
4. Überfällig
martinfoto 18.05.2011
Es wird Zeit das der Dollar der schon lange wie auch die gesamte USA Wirtschaft überbewertet ist als leitwährung abgesetzt wird hinzu kommen noch das USA -gehabe einer Weltpolizei auch das hört langsam mal auf den Prüfstand. Es wird immer nur von den eigenen Problemen abgelengt wir sollten uns auch in unseren Regierungen abgewöhnen die USA zu kopieren. Es ginge uns allen besser damit!
5. ...
myspace 18.05.2011
Zitat von sysopEin riesiger Schuldenberg und eine dümpelnde Wirtschaft: Die Vereinigten Staaten stecken tief in der Krise.*Ausgerechnet die US-geführte Weltbank sagt*jetzt das Ende des Dollars als Leitwährung voraus. Die Zukunft könnte*dem chinesischen Yuan gehören -*oder dem Euro. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,763238,00.html
Ich bin skeptisch, daß es den Dollar 2025 (oder auch nur 2020) überhaupt noch geben wird. Die FED wird die Geldmenge in den nächsten Jahren weiterhin so stark erhöhen um die Staatsausgaben zu finanzieren, daß es zu einer Hyperinflation mit anschließender Währungsreform kommen wird.
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Chinas Zentralbank hat Devisenreserven von mehr als drei Billionen Dollar angehäuft, hauptsächlich angelegt in US-Staatsanleihen. Dadurch hält die Volksrepublik ihre eigene Währung, den Yuan, künstlich billig - und stärkt so ihre Exportwirtschaft. Allerdings zieht das eine Kette von Notwendigkeiten mit sich: Um die Dollar-Flut aus dem Ausland aufzukaufen, muss die chinesische Zentralbank Geld drucken. Das beschleunigt die Inflation und droht die Wirtschaft zu überhitzen.
Die Strategie der chinesischen Zentralbank
Um die Konjunktur abzukühlen, könnte Peking den Leitzins anheben. Doch die Volksrepublik fürchtet, dass ein höherer Zinssatz noch mehr Spekulanten aus dem Ausland anlockt. Das würde noch mehr Dollar bedeuten, die in Yuan umgetauscht würden - die Devisenreserven stiegen weiter.

Die Zentralbank greift deswegen zu einer anderen Taktik: Sie gibt Anleihen heraus, die von heimischen Banken aufgekauft werden. Damit entzieht sie dem Geldkreislauf Kapital, verknappt so die Liquidität und bekämpft auf diese Weise die Inflation. Das ist für die Zentralbank jedoch mit Kosten verbunden: Schließlich zahlt sie an ihre Anleger Zinsen.

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