Warnstreiks im öffentlichen Dienst Bahnen und Busse in Frankfurt und Leipzig betroffen

Vor der wohl entscheidenden Verhandlungsrunde macht die Gewerkschaft Ver.di mit Warnstreiks in Hessen und Sachsen Druck auf Bund und Kommunen. Am Freitag soll der Nahverkehr in Frankfurt und Leipzig in großen Teilen lahmgelegt sein.

Erzieherin bei Warnstreik am 12. April
DPA

Erzieherin bei Warnstreik am 12. April


Vor der voraussichtlich entscheidenden Tarifrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen verleiht die Gewerkschaft Ver.di ihren Forderungen mit weiteren Warnstreiks Nachdruck. Schwerpunkte sind am Freitag Hessen und Sachsen. Von Sonntag an soll in Potsdam weiterverhandelt werden.

In Frankfurt fielen am Freitagmorgen Straßenbahnen und U-Bahnen aus, wie eine Ver.di-Sprecherin sagte. Zudem sollen die Müllabfuhr, Kitas, Krankenhäuser und die Stadtverwaltung betroffen sein. Auch in weiteren Städten und Kreisen Hessens wurde zum Streik aufgerufen. In Frankfurt und Hanau werden nach Angaben von Ver.di am Vormittag mehrere Tausend Beschäftigte zu Demonstrationszügen und Kundgebungen erwartet.

Busse und Bahnen bleiben in Leipzig in den Depots

Neben Hessen war vor allem Sachsen von Warnstreiks im öffentlichen Dienst betroffen. In Leipzig ruhte der Nahverkehr. Ab drei Uhr morgens legten rund 300 Mitarbeiter die Arbeit nieder. Im Laufe des Tages rechnet der Ver.di-Streikleiter mit insgesamt 700 Streikenden. Bis 14 Uhr am Freitagnachmittag sollen die Busse und Bahnen in Leipzig in den Depots bleiben.

In Hamburg wurde die Stadtreinigung bestreikt. Warnstreiks im Nahverkehr sollte es auch in Mainz (Rheinland-Pfalz) und in Bochum (Nordrhein-Westfalen) geben.

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen sollen damit vorerst ihren Abschluss finden. Ver.di und der Beamtenbund dbb wollen Druck aufbauen für die dritte und möglicherweise entscheidende Verhandlungsrunde. Sie beginnt an diesem Sonntag in Potsdam und soll bis voraussichtlich Dienstag dauern. Die Gewerkschaften fordern für die rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Aus Sicht der Arbeitgeber sind die Forderungen zu hoch.

Ver.di-Chef Frank Bsirske sagte den "Stuttgarter Nachrichten": "Lohnerhöhungen von zwei Komma X Prozent wie in den Vorjahren werden unseren Mitgliedern sicher nicht reichen." Der Abschluss müsse deutlich über dem Niveau in den Vorjahren liegen. "Sollten die Arbeitgeber weiter mauern und auf Konfrontation setzen, werden wir entsprechend reagieren", sagte der Ver.di-Chef.

mmq/dpa



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