Hamburg - Der Anwalt des Steuersünders bestätigte einen Bericht der Zeitung "Liechtensteiner Vaterland". Demnach wirft der ehemalige Kunde der LGT Treuhand, ein norddeutscher Unternehmer, den Verantwortlichen vor, sie hätten sich und das Institut unrechtmäßig bereichert, indem sie ihre Kunden nicht über einen Datendiebstahl informiert und weiter Honorare in Rechnung gestellt hätten.
Der Name des Steuersünders war unter jenen Daten, die Klaus Zumwinkel im Februar 2008 zum Verhängnis wurden. Der ehemalige LGT-Mitarbeiter Heinrich Kieber hatte die Daten 2002 gestohlen und für 4,5 Millionen Euro an den Bundesnachrichtendienst (BND) verkauft. Im August veröffentlichte Kieber seine Abrechnung mit dem Liechtensteiner Fürsten Hans-Adam II. Darin beschreibt er, wie und warum er den Datendiebstahl begangen hat.
Hätte sein Mandant vom Diebstahl der Kundendaten gewusst, hätte er seine Stiftung auflösen und die Vermögenswerte auf ein Sparkonto übertragen können, sagte der Anwalt. Anders als Zumwinkel, der eine Million Euro Strafe zahlen musste, entging der norddeutsche Unternehmer einem Strafverfahren, weil er sich zur Zahlung von 1,3 Millionen Euro bereiterklärt hatte. Der frühere LGT-Kunde klagt nun vor Gericht die Einstellungsauflage und das Stiftungsratshonorar für die Jahre 2003 bis 2009 ein.
Liechtensteins Regierungschef Klaus Tschütscher rechnet derweil nicht mehr damit, dass deutschen Steuerbehörden in Zukunft noch gestohlene Bankdaten aus seinem Land angeboten werden. "Das Thema Datenklau dürfte der Vergangenheit angehören", sagte Tschütscher in einem Interview mit dem SPIEGEL.
cte/dpa
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