Flaute im Weihnachtsgeschäft Die Griechen kriegen weniger

Karge Bescherung: Die Weihnachtsgeschenke dürften bei vielen Griechen in diesem Jahr kleiner ausfallen. Die Umsätze in der Adventszeit sind um mehr als acht Prozent gefallen - im Vergleich zu 2009 sogar um fast die Hälfte.

Syntagma-Platz in Athen: Menschen sparen an Weihnachtsgeschenken
AP/dpa

Syntagma-Platz in Athen: Menschen sparen an Weihnachtsgeschenken


Diese Statistik sagt mehr als viele andere darüber aus, was die jahrelange Wirtschaftskrise für die Menschen in Griechenland bedeutet: Der Umsatz der griechischen Händler im Weihnachtsgeschäft ist im sechsten Jahr in Folge deutlich zurückgegangen. "2015 hatten wir ersten Schätzungen nach wieder ein Minus von 8,3 Prozent", sagte Nikos Kougioumtzis, Generalsekretär des Händlerverbandes, im griechischen Fernsehen.

Griechenland leidet bereits seit 2009 unter einem dramatischen Wirtschaftseinbruch. Um rund ein Viertel ist die Wirtschaftsleistung des Landes seitdem gesunken, die Löhne und Pensionen sind teilweise noch stärker geschrumpft. Vergleicht man das Weihnachtsgeschäft dieses Jahres mit dem von 2009, gab es sogar einen regelrechten Einbruch von 42 Prozent, hieß es in einer ersten Schätzung des Instituts für Handel und Dienstleistungen.

Hauptgründe für den schlechten Umsatz seien die hohe Arbeitslosigkeit sowie die Tatsache, dass die Griechen fast 50 Prozent ihres Einkommens wegen der hohen indirekten oder direkten Steuern verlieren, sagte der Generalsekretär des Händlerverbandes. Jeder vierte Grieche hat der offiziellen Statistik zufolge keinen Job. Jeder zweite Grieche ist einer aktuellen Studie zufolge wegen der tiefen und langen Krise psychisch angeschlagen.

Am schwersten betroffen seien die Geschäfte mit Haushaltsgeräten sowie der Bereich Bekleidung und Schuhgeschäfte, teilte das Institut für Handel und Dienstleistungen weiter mit. Sie weisen nach den ersten Ergebnissen für 2015 einen Umsatzrückgang von 56,1 beziehungsweise 42,9 Prozent aus.

Auch an Lebensmitteln sparten die Griechen, der Handel verzeichnete demnach ein Minus von 19,9 Prozent. "Die Menschen kaufen eben nur das absolut Notwendige ein", berichtete der Filialleiter eines Supermarktes im Athener Stadtteil Patissia.

Das gilt auch für Weihnachtsbäume. Für viele Griechen sind sie zum Luxus geworden, auf den sie gezwungenermaßen verzichten - was wiederum die spezialisierten Baumschulen zu spüren bekommen.

Griechen feiern Weihnachten am 25. Dezember, der griechische Weihnachtsmann Santa Basil kommt zu den Kindern allerdings erst in der Silvesternacht.

fdi/dpa

insgesamt 27 Beiträge
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at.engel 28.12.2015
1. Betrifft nicht nur die Griechen...
Weihnachten 2015 dürfte in Europa generell eher bescheiden ausfallen. Zumindestens, was die unteren zweidrittel betrifft... Aber das ist ja nichts neues. Und dürfte auch nicht da eigentlich Problem sein.
Hilfskraft 28.12.2015
2. ich beklage mich nicht
Zitat von at.engelWeihnachten 2015 dürfte in Europa generell eher bescheiden ausfallen. Zumindestens, was die unteren zweidrittel betrifft... Aber das ist ja nichts neues. Und dürfte auch nicht da eigentlich Problem sein.
das meiste, dass verschenkt wird, ist eh sinnloses, nutzloses, die Umwelt belastendes, aus ausgebeutete Länder stammendes Zeug. Nichts, was man wirklich braucht.
Ishibashi 28.12.2015
3. Griechenland nervt !
Warum dieser Bericht über Griechenland ? Es gibt in Europa noch einige Länder denen es deutlich schlechter geht. Über die Lebenssituation der Bulgaren, Moldavier oder gar Ukrainer wird nie berichtet. Warum sollen wir denn Mitleid mit den vergleichsweise reichen Griechen haben?
omop 28.12.2015
4. Genau.. und das Sparen muss weitergehen..
man kann eben nur ausgeben, was man in der Kasse hat. Griechenland sollte mal nach Moldawien, Montenegro etc. schauen, da geht es noch bescheidener zu.
Sommersprosse 28.12.2015
5. Ishibashi nervt!
Zu Ihrem Kommentar, Ishibashi, kann ich nur den Kopf schütteln. Wenn Sie von "reichen Griechen" reden, haben Sie keine Ahnung. Sie würde ich sehen wollen, wenn Sie mit 400-500 EUR monatlich auskommen müssten (natürlich ohne jegliche zuzügliche Unterstützung). Ihr Kommentar ist absolut daneben, Ishibashi!
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