Weltbank-Prognose Klimawandel könnte 140 Millionen Menschen heimatlos machen

Die Weltbank versteht die Studie als Weckruf: Der Klimawandel werde Millionen Menschen innerhalb ihrer Heimatländer zur Flucht zwingen. Die großen Städte müssten sich auf starken Zuzug vorbereiten.

Flüchtlinge in Kenia (Archiv)
AFP

Flüchtlinge in Kenia (Archiv)


Die Folgen des Klimawandels könnten einem Bericht der Weltbank zufolge Millionen Menschen innerhalb ihrer Heimatländer zur Flucht zwingen. Alleine in Afrika südlich der Sahara, Lateinamerika und Südasien könnten rund 2,8 Prozent der Einwohner der Länder in der Region betroffen sein. In absoluten Zahlen wären das 143 Millionen Menschen, die bis 2050 durch Dürren, Missernten, Sturmfluten und steigende Meeresspiegel ihr Zuhause verlieren und umsiedeln.

Damit könnte eine humanitäre Krise drohen, heißt es in dem Bericht. Die Experten rechnen allerdings auch vor, dass vorbeugende Maßnahmen und weltweiter Klimaschutz die Zahl der Binnen-Klimaflüchtlinge um bis zu 80 Prozent reduzieren könnten.

Potsdamer Institut beteiligt

Die Studie sei ein Weckruf, sagte Weltbank-Geschäftsführerin Kristalina Georgiewa: "Wir haben jetzt ein schmales Zeitfenster, uns auf diese neue Realität vorzubereiten, bevor die Folgen des Klimawandels sich verstärken." Es werde sich auszahlen, wenn Städte sich auf einen starken Zuzug aus ländlichen Regionen vorbereiteten. Zudem brauchten Betroffene Hilfe bei der Entscheidung, ob sie umziehen oder bleiben sollten.

Nach Angaben der Weltbank wurden die schleichenden Auswirkungen der Erderwärmung, interne Migrationsbewegungen und Entwicklung in diesen drei Weltregionen noch nie so umfassend untersucht. Beteiligt war auch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Die Experten raten, weltweit den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren, klimabedingte Wanderungsbewegungen einzuplanen und mehr in die Forschung in diesem Bereich zu investieren.

Im Video: Wissenschaftler tüfteln am Notfallplan - Fünf Wege die Welt zu retten

beb/dpa



insgesamt 29 Beiträge
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frank-xps 20.03.2018
1. Seltsam, Seltsam
bei einigen Themen da haben die Spiegelfechter aus der Fraktion der Antipopulisten keinerlei Probleme mit Extremszenarien Angst zu schüren. Bei anderen Themen ist es doch so dolle böse? Ich denke immer Angst sei so ein schlechter Ratgeber und es sei doch so toll das sich alles verändere? Aber die ach so Angstfreien beim Thema X haben kein Problem damit Angst selber zu schüren vor Thema Y..? Dies ist doch nach eigener Argumentation logisch inkonsistent. Apropos eine Frage, wie kommt es, dass die Hafenanlagen von Alexandria heute Unterwasser liegen jene von Troja jedoch hunderte Meter Landeinwärts? Aber he die Realität, auf solche Kleinigkeiten da kann man als echter Verbalmoralapostel keine Rücksicht nehmen? Wie ist eigentlich die Klimabilanz der Welcomphielen? Nicht das es so kommt wie bei der tollen Energiewende, hunderte Milliarden ausgegeben leider ist das Ergebnis Null! Kann ja mal passieren, kein Grund jetzt die Richtung zu wechseln es muss nur noch schneller noch entschlossener voran geschritten werden. Willkommen im Himmelreich der Ökostalinisten.
arminku 20.03.2018
2. ziemlich einseitige und unglaubwürdige Sichtweise
wieder einmal eine Studie der "Experten"..... seit Jahrzehnten explodiert die Weltbevölkerung. Unsere Teddybären-Schmeißer sammeln seit Jahrzehnten für Brot für die Dritte Welt ohne Gegenleistung und verschärfen damit die Situation noch. Die Wanderbewegung der Weltbevölkerung ist eine direkte Folge Linker Politik. Die Folgen tragen die Steuerzahler der Industrienationen und die von ihrer stark steigenden Bevölkerung betroffenen Staaten. Aber gebt nur den Klimawandel die Schuld. Ich zweifel langsam an unser Bildungssystem. Ihr seit nicht nur zu doof eine Glühbirne rein zu schrauben sondern euch ist auch jeder Zusammenhang zur Realität verloren gegangen. Ihr glaubt ihr seit die Bildungselite dieser Nation? Warum? Weil ihr Hesse oder Adorno zitieren könnt? Ihr demontiert euch selber.
zia-zaruba 20.03.2018
3. @frank-xps
Hamburg liegt auch nicht direkt an der Elbemündung. Es gibt aber viele Städte auf 0 meter ü. M. nehmen sie Mumbai, sowieso durch den alljährlichen Monsun schwer gestresst. Oder Mittelmeer Anrainer , Venedig.... nur ein paar Beispiele.
Phi-Kappa 20.03.2018
4.
Zitat: "Die Experten rechnen allerdings auch vor, dass vorbeugende Maßnahmen und weltweiter Klimaschutz die Zahl der Binnen-Klimaflüchtlinge um bis zu 80 Prozent reduzieren könnten." So einen Stumpfsinn liest man immer wieder. Klar, wenn plötzlich kein Mensch auf der Welt mehr Auto fahren würde, alle Land-, Wasser- und Luftransporte eingestellt und über Nacht alle Kohle-, Gas- und Ölkraftwerke des Planeten stillgelegt würden... Man überlege sich doch bitte die Wahrscheinlichkeit eines solchen Umschwungs. Solche Aussagen sind idiotisch und somit nicht berichtenswert. Der Klimawandel lässt sich durch NICHTS mehr aufhalten, so sieht's aus, meine Damen & Herren!
achterhoeker 20.03.2018
5. Schlechte Nachricht
Oder eher eine "Gute"?. Da werden 140 Mio. Konsumenten näher an die Versorgung heranrücken. Die Nahrungsmittelproduzenten können zu frieden auf dieses Szenario schauen. Bevölkerungswachstum ist doch was Gutes, auch weil die Probleme nicht zu Lasten der Konzerne gehen.
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