Optimistische Diagnose: Weltbank sieht Entspannung in der Euro-Krise

Für eine Entwarnung sei es zwar zu früh, aber immerhin: Die Weltbank hält den Höhepunkt der europäischen Schuldenkrise für überstanden. Auch die Rating-Agentur Fitch lobt die Euro-Retter - ein Kollaps der Währungsunion sei sehr unwahrscheinlich.

Washington - Die Gefahr einer schweren Finanzkrise in der Euro-Zone ist nach Ansicht der Weltbank weitgehend gebannt. Das Vertrauen der Märkte in Europa habe sich im vergangenen halben Jahr "dramatisch verbessert", weil die Staaten und die Europäische Zentralbank richtige Schritte zur Stützung der Gemeinschaftswährung unternommen hätten, stellt die Organisation in ihrem am Dienstag veröffentlichten Wirtschaftsausblick fest.

Dennoch sei es zu früh für eine echte Entwarnung. Die schwächeren Euro-Staaten liefen bei nachlassendem Reformeifer weiterhin Gefahr, von den Kapitalmärkten abgeschnitten zu werden. Das bleibe ein starkes Abwärtsrisiko für die Weltwirtschaft.

Entgegen der "ermutigenden" Signale von den Märkten sei die tatsächliche globale Konjunktur insgesamt noch "sehr wackelig und unsicher", sagte Weltbank-Chef Jim Yong Kim. Vor allem die anhaltende Schwäche in den Industrienationen "trübt die Aussichten für eine schnelle Verbesserung und eine Rückkehr zu einem stabileren Wachstum." Gefahren gingen auch von den politischen Wirren um den Schuldenabbau in den USA aus.

Fitch lobt Erfolge der Euro-Retter

Auch die Rating-Agentur Fitch hält den schlimmsten Teil der Euro-Krise für überstanden. Mit dem Austritt eines Mitgliedslands aus der Währungszone sei wohl ebenfalls nicht mehr zu rechnen, sagte ein hochrangiger Vertreter der Agentur auf einer Konferenz in London.

Laut Douglas Renwick, dem Leiter der für die europäische Staatsschuldenkrise zuständigen Abteilung bei Fitch, haben sich die 17 Euro-Staaten in den vergangenen drei Jahren recht erfolgreich durch die Krise gekämpft und einen Kollaps der Währungsunion damit "sehr unwahrscheinlich" gemacht. Dies ändere freilich nichts an der Tatsache, dass noch viel zu tun bleibe: Vermutlich werde es noch bis zum Ende des Jahrzehnts dauern, die Konstruktionsfehler der Euro-Zone endgültig auszumerzen, sagte Renwick.

cte/dpa/dapd

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