Wende in der Energiepolitik Obama gibt US-Küste für Ölbohrungen frei

Es ist eine Kehrtwende in Obamas Energiepolitik: Der US-Präsident will Öl- und Gasbohrungen vor der Atlantikküste genehmigen - und setzt so in Teilen einen Plan seines Vorgängers Bush um. Das Ziel sind neue Arbeitsplätze und weniger Importe. Die Bedenken von Umweltschützern werden hintangestellt.

US-Bohrinsel im Golf von Mexiko: Künftig soll von New Jersey bis Florida gebohrt werden
AP/ BHP Billiton

US-Bohrinsel im Golf von Mexiko: Künftig soll von New Jersey bis Florida gebohrt werden


Washington - Die Debatte wird in den USA seit Jahren geführt, jetzt hat Präsident Barack Obama eine Entscheidung getroffen: Er will Ölbohrungen vor der amerikanischen Küste genehmigen. Der Präsident werde dies am Mittwoch offiziell bei einer Rede auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews im Bundesstaat Maryland bekanntgeben, berichtet die "New York Times". Ähnliche Meldungen verbreiten auch die Nachrichtenagenturen AP und Reuters.

Laut "New York Times" könnten weite Teile der Atlantikküste von New Jersey bis nach Florida sowie der Ostteil des Golfs von Mexiko freigegeben werden. Die Zeitung beruft sich auf hohe Regierungsbeamte.

Für die Regierung Obama bedeutet dies eine Kehrtwende in der Energiepolitik. Zwar hatte sich Obamas Vorgänger George W. Bush stets für die umstrittenen Bohrungen ausgesprochen. Obama selbst legte diese Pläne jedoch zu Beginn seiner Amtszeit zunächst auf Eis.

Der nun erfolgte Meinungsumschwung hat offenbar zwei Gründe: Zum einen geht es um Arbeitsplätze und günstige Energie, um den Aufschwung nach der Rezession im vergangenen Jahr nicht zu gefährden. Zum anderen wollen die USA ihre Abhängigkeit von Ölimporten reduzieren. Die größte Industrienation der Welt führt immer mehr Energie aus krisenanfälligen Staaten wie den Opec-Ländern ein.

Vor 20 Jahren war ein Bohrstopp verhängt worden

In den Wochen vor der Entscheidung hatten Umweltschützer immer wieder Bedenken vorgetragen - allerdings vergeblich. Immerhin kommt Obama den Kritikern in einigen Punkten entgegen: So soll die ökologisch besonders gefährdete Bristol Bay im Südwesten Alaskas von Ölbohrungen verschont bleiben. Dies könnte Konzerne wie Shell Chart zeigen, ConocoPhillips Chart zeigen, BP und Statoil Chart zeigen treffen, die dort auf Lizenzen gehofft hatten.

An der Ostküste hingegen soll es schon bald losgehen. Konkret sind Probebohrungen 80 Kilometer vor der Küste Virginias geplant. Allein hier werden 130 Millionen Barrel Öl vermutet. Vor 20 Jahren war für diese Region ein Bohrstopp verhängt worden.

Damals sollten Ölbohrungen aus Umweltschutzgründen grundsätzlich auf die Mitte und den Westen des Golfs von Mexiko begrenzt bleiben. Nun soll auch der Osten des Golfs erschlossen werden. Demnach sollen Bohrungen 200 Kilometer vor der Küste Floridas möglich sein. Allerdings muss der Kongress diesem Plan noch zustimmen.

Um nicht als Ökogegner dazustehen, flankiert Obama seinen Bohrplan mit einer PR-wirksamen Aktion: Das Weiße Hause will für die Regierungsflotte 5000 Hybridfahrzeuge bestellen.

wal/dpa-AFX/AP/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 28 Beiträge
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Seite 1
haltetdendieb 31.03.2010
1. Sehr vernünftig diese Entscheidung!!
Wenn die Bohrungen noch die entsprechenden ERgebnisse bringen! Chapeau!
BardinoNino 31.03.2010
2. Na,...
Zitat von sysopEs ist eine Kehrtwende in Obamas Energiepolitik: Der US-Präsident will Öl- und Gasbohrungen vor der Atlantikküste genehmigen - und setzt so in Teilen einen Plan seines Vorgängers Bush um. Das Ziel sind neue Arbeitsplätze und weniger Importe. Die Bedenken von Umweltschützern werden hintenan gestellt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,686601,00.html
...dann wir die Verleihung des "Umwelt"-Nobelpreises an Obama die folgerichtige Antwort auf die Proteste der Umweltschützer sein! :cry
Viva24 31.03.2010
3. Danke Obama!
Danke Obama, der Friedensnobelpreis war berechtigt. Wir bekommen billiges Öl und niemand, vorallem die USA müssen für den Zugang zu Ölquellen keine Kriege mehr führen!. Danke!
ex_t_kunde 31.03.2010
4. Wende in der Energiepolitik?
Und das soll eine Wende in der Energiepolitik sein? Der Artikel sagt es doch selbst: Obama setzt damit den Kurs seines Vorgängers Bush fort. Schade, dass der Hoffnungsträger der amerikanischen Politik mal wieder eingeknickt ist und die Fehler seines Vorgängers wiederholt. Da können auch 5000 Hybridfahrzeuge nicht drüber hinweg täuschen. Aber wahrscheinlich gibt es sogar bei den Demokraten Idioten, die seine Entscheidung begrüssen.
Wolfghar 31.03.2010
5. .
Zitat von BardinoNino...dann wir die Verleihung des "Umwelt"-Nobelpreises an Obama die folgerichtige Antwort auf die Proteste der Umweltschützer sein! :cry
Friedensumweltnobelpreis. Da sieht man mal, wenn zwei dasselbe tun ist das fast gleich oder so ähnlich. Obama kommt einfach wesentlich sympathischer rüber als Bush. Natürlich kann auch er als Friedensnobelpreisträger keine Landminen ächten. Irgendwo müssen ja auch die amerikanischen Sicherheitsinteressen geschützt bleiben. Aber bei ihm sind Landminen und zerstörte Biotope gleich sympathischer.
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