Trotz Knappheit: Immobilienwirtschaft investiert weniger in neue Wohnungen

Wohnhaus (in Darmstadt): Weniger Neubauten trotz steigender Mieten Zur Großansicht
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Wohnhaus (in Darmstadt): Weniger Neubauten trotz steigender Mieten

In vielen Großstädten ziehen die Mieten massiv an. Trotzdem haben die deutschen Immobilienunternehmen 2012 weniger in neue Wohnungen investiert als im Vorjahr. Die Zahlen dürften die Diskussion um eine gesetzliche Mietpreisbremse weiter befeuern.

Berlin - Trotz steigender Wohnungsknappheit investieren deutsche Unternehmen weniger in Neubauten als erwartet. Die Investitionen in neue Wohnungen gingen im vergangenen Jahr nach Daten des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), um 1,7 Prozent zurück - erwartet hatte der GdW eigentlich ein Plus von 25 Prozent.

Die Zahlen dürften die Debatte um eine gesetzliche Mietpreisbremse befeuern. Die SPD will Mieterhöhungen bei neuen Verträgen beschränken, auch die Union hat einen ähnlichen Plan in den Entwurf ihres Wahlprogramms aufgenommen. Kritiker fürchten jedoch, dass die Mietpreisbremse den Wohnungsmangel in Ballungsgebieten noch verschärfen könnte, weil dann weniger neue Wohnungen gebaut würden.

Für dieses Jahr geht der Verband aber von einem Plus von 34,1 Prozent aus. Deutschlandweit sei der Bau von 213.000 neuen Wohnungen zu erwarten, besonders bei Mietwohnungen sei das aber noch viel zu wenig. Auch die Zahl der Sozialwohnungen habe sich drastisch reduziert - von 2002 bis 2011 um mehr als 950.000 Wohnungen.

Vor allem gestiegene energetische Anforderungen wirkten sich bremsend aus. Der GdW vertritt rund 3000 Wohnungsunternehmen, die bundesweit sechs Millionen Wohnungen vermieten. Das ist rund ein Drittel des deutschen Mietwohnungsbestands.

ade/dpa

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insgesamt 58 Beiträge
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1. tja
steevieb 17.06.2013
war ja auch ein total genialer Ansatz den durch mangelndes Angebot entstandenen Druck auf die Mietpreise damit zu entschärfen das man die Ertragslage für die Anbieter verschlechtert ....
2. ...
arakiel 17.06.2013
Zitat von steeviebwar ja auch ein total genialer Ansatz den durch mangelndes Angebot entstandenen Druck auf die Mietpreise damit zu entschärfen das man die Ertragslage für die Anbieter verschlechtert ....
und wieder ein "der Markt regelt das schon von selbst" Gläubiger.
3.
Plasmabruzzler 17.06.2013
Warum sollten die großen Immobilienunternehmen auch? Es gibt in Deutschland viel Leerstand und wenn jeder in der Innenstadt wohnen möchte, muss er den marktkonformen Preis bezahlen. Außerdem kann man in den wenigsten Innenstädten neue Gebäude hochziehen, sondern eher im Speckgürtel - aber da wollen wahrscheinlich wenige Leute wohnen.
4. Klar ...
mustafa20 17.06.2013
Zitat von sysopIn vielen Großstädten ziehen die Mieten massiv an. Trotzdem haben die deutschen Immobilienunternehmen 2012 weniger in neue Wohnungen investiert als im Vorjahr. Die Zahlen dürften die Diskussion um eine gesetzliche Mietpreisbremse weiter befeuern. Weniger Neubau: Wohnungsknappheit in Deutschland verschärft sich - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/weniger-neubau-wohnungsknappheit-in-deutschland-verschaerft-sich-a-906147.html)
Warum sollte ein Unternehmen in einen Markt WENIGER investieren, in dem er sich gute Renditen erwartet? Nur, wenn Ärger, verstärkte Kosten, Enteignungsgesetze erwartet werden, kann das stimmen. Aber da die Bautätigkeit in den letzten Jahren durch höhere Nachfrage angestiegen ist, scheint mir diese "Statistik" wohl ein Manipulationsversuch.
5.
c.PAF 17.06.2013
Ich hatte eine Eigentumswohnung, gedacht war sie als Altervorsorge. Großartig Rendite erwirtschaften wollte ich nicht, stattdessen wollte ich ein fairer Vermieter sein (u.a. 10 Jahre keine Mieterhöhung etc.). Nach 15 Jahren habe ich aufgegeben, man wird von den Mietern nur verarscht, Miete wird nicht gezahlt, und Räumungsklagen dauern ewig. Egal, ich bin +/-0 rausgekommen, soll sich damit rumärgern wer will, ich nicht mehr. Ein "Vermietungskonzern" kann solche Probleme sicher eher meistern als ein "Kleinstvermieter", aber irgendwann haben auch die die Schnauze voll...
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