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Treffen in Katar: Saudi-Arabien und Russland wollen Ölschwemme beenden

Öl-Pipeline in Sibirien (Archivbild): Ölschwemme ließ bisher Preise fallen Zur Großansicht
REUTERS

Öl-Pipeline in Sibirien (Archivbild): Ölschwemme ließ bisher Preise fallen

Diese Einigung könnte die Ölpreise wieder steigen lassen: Russland, Saudi-Arabien und Venezuela wollen ihre Fördermenge auf Januar-Niveau einfrieren.

Die Ölminister von einigen der wichtigsten Förderländer haben sich auf eine Begrenzung der Ölförderung geeinigt. Die Produktion solle auf dem Niveau vom Januar eingefroren werden, sagte Katars Ölminister Mohammad bin Saleh al-Sada nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Russland, Saudi-Arabien und Venezuela.

"Wir glauben, dass dieser Schritt den Markt stabilisieren wird", sagte Sada. Die Vereinbarung sei jedoch davon abhängig, dass sich ihr andere Produzenten anschlössen.

Vor dem Treffen war der Ölpreis gestiegen, weil Spekulanten auf eine Reduzierung der Fördermenge gewettet hatten. Am Dienstag kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent 34,77 US-Dollar. Das waren 1,38 Dollar mehr als am Montag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 1,33 Dollar auf 30,77 Dollar.

Nach der Ankündigung in Katar gaben die Preise wieder nach, weil die Menge nicht reduziert sondern nur eingefroren werden soll.

Saudi-Arabien ist das wichtigste Förderland des Ölkartells Opec. Genau wie Nicht-Opec-Mitglied Russland hatte das Land bisher eine geringere Produktion abgelehnt, um keine Marktanteile zu verlieren. Russland hatte zuletzt so viel Öl gefördert wie seit 25 Jahren nicht.

Durch das große Angebot waren die Ölpreise seit Mitte 2014 um rund 70 Prozent eingebrochen. Darunter leiden alle großen Ölförderländer, aber auch westliche Ölkonzerne, die Rekordverluste in Milliardenhöhe machen. Die niedrigen Preise werden als Angriff auf das verhältnismäßig teure Fracking in den USA gesehen, das damit vom Markt verdrängt werden soll.

Der letzte große Versuch einer Kooperation zwischen Russland und der Opec war 2001 gescheitert. Damals hatten sich die Länder auf eine Kürzung geeinigt - die Russland jedoch nie umsetzte.

Nach dem Ende der Sanktionen drängt auch Iran wieder auf den Weltmarkt. Das Land hatte angekündigt, zügig eine Million Barrel pro Tag fördern zu wollen.

sep/Reuters/dpa

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insgesamt 63 Beiträge
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1. Warum ?
alaba27 16.02.2016
Ich kann mit den Preisen gut leben.
2. Iran und Libyen packen noch was drauf
syracusa 16.02.2016
Die Ölproduktion im Januar war sehr hoch. China und die asiatischen Tigerstaaten werden erst mal 'ne Zeitlang weniger Öl verbrauchen. Und dann wollen Iran und demnächst Libyen wieder viel Öl verkaufen. Das sieht nicht so aus, als würde man damit den Ölpreis in die Höhe treiben können. In 2 Wochen ist er wieder auf 30 US$.
3. auf Januar 2016-Niveau einfrieren?
Charlie Hebdo 16.02.2016
Dann läge die Produktion immer noch deutlich über der Nachfrage und die Preise würde weiterhin fallen. Dazu kommt demnächst die steigende Produktion des Iran. Fazit: Erst wenn die Ölförderung deutlich gesenkt würde (oder die Nachfrage mehr als deutlich steigen würde) könnte sich der Preis verändern.
4. Und morgen lese ich dann,
Banause_1971 16.02.2016
dass die deutsche Wirtschaft und die Weltwirtschaft unter dem hohen Ölpreis leidet. Interessant dürfte es nun werden, wenn Draghi sich zur angeblichen Deflation (die natürlich NIE stattgefunden hat) äußern soll. Wenn die Preise für Öl wieder anziehen, wird die Inflation der der letzten Monate mit voller Wucht den Endverbraucher treffen und Draghi wird der Lüge überführt sein, dass wir Deflation im Euro-Raum hatten (denn einzig und allein der Preis für EIN Produkt ist gefallen, alle anderen sind erbarmungslos gestiegen = Inflation)
5. und was ist mit den USA???
ProDe 16.02.2016
Laut Wikipedia fördern die USA derzeit noch mehr als Saudi Arabien oder Russland.... Die Amerikaner scheinen sich (wie immer) überhaupt nicht in der Verantwortung für die Situation zu sehen - oder sie können damit gut leben.
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