Minus im ersten Quartal Euro-Zone steckt in Rezession fest

Die Euro-Zone bleibt weiter auf Schrumpfkurs: Von Januar bis März sank die Wirtschaftsleistung im Währungsraum um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Zur trüben Lage trägt auch der nur schleppende Aufschwung in Deutschland bei.

Hafen von Lissabon: Seit mehr als einem Jahr ist die Euro-Zone in der Rezession
REUTERS

Hafen von Lissabon: Seit mehr als einem Jahr ist die Euro-Zone in der Rezession


Luxemburg/Brüssel - Die Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone ist im ersten Quartal um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gesunken. Damit steckt der gemeinsame Währungsraum das fünfte Quartal in Folge in der Rezession. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der 17 Euro-Länder der europäischen Statistikbehörde Eurostat zufolge gar um 1,0 Prozent gesunken.

Zwar schwächte sich das Konjunkturminus damit leicht ab - im vierten Quartal 2012 hatte es noch 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal betragen. Allerdings war die Erholung schwächer als Volkswirte erwartet hatten. Sie hatten mit einem Rückgang von 0,1 Prozent gerechnet.

Besonders schlecht ist die Lage in den südeuropäischen Krisenländern wie Griechenland, Spanien und Zypern. Düster sieht es vor allem in Italien aus: Das Land steckt in der längsten Rezession seit Jahrzehnten. Die Wirtschaftskraft büßte zum Jahresauftakt 0,5 Prozent ein. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone schrumpft damit schon seit sieben Quartalen in Folge und damit so lange wie noch nie seit Beginn der Statistik im Jahr 1970.

"Sparpolitik würgt das Wachstum ab"

Aber auch die beiden größten Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich belasten die Wirtschaft der Euro-Zone. Während Deutschland mit einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent nur knapp an der Rezession vorbeischrammte, rutschte Frankreich mit einem Minus von 0,2 Prozent erneut hinein.

Der französische Industrieminister Arnaud Montebourg kritisierte erneut den Sparkurs in Europa. Die von Deutschland befürwortete Sparpolitik "würgt das Wachstum ab", sagte der Minister dem "Handelsblatt". Er forderte, die EU-Defizitgrenze von drei Prozent nicht mehr zu respektieren. Sie sei "ein Schraubstock, wir kämpfen dagegen", so Montebourg.

Positive Signale sind in der Euro-Zone derzeit Mangelware. In Portugal ist die Wirtschaft laut nationaler Statistikbehörde mit 0,3 Prozent zumindest deutlich geschrumpft als noch im letzten Quartal 2012, als der Rückgang zum Vorquartal 1,8 Prozent betrug. Für das südeuropäische Land war es das zehnte Quartal in Folge mit einer rückläufigen Wirtschaftsleistung.

fdi/cte/Reuters/dpa-AFX/AFP



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